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Lübeck 100 Jahre Possehl-Stiftung: Wer war Emil Possehl?
Lokales Lübeck 100 Jahre Possehl-Stiftung: Wer war Emil Possehl?
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15:00 14.04.2019
1891 wurde Emil Possehl Mitglied der Bürgerschaft, 1901 wurde er in den Senat gewählt. Das Gemälde zeigt ihn im Senatsornat. Quelle: Possehl-Stiftung
Innenstadt

Im Jubiläumsjahr der Possehl-Stiftung steht auch Emil Possehl im Mittelpunkt. Der berühmte Gründer wird 1850 in Lübeck geboren. Er ist der erste Sohn von Ludwig Possehl und Mathilde von Melle. Der Vater ist Kaufmann, die Mutter stammt aus einer der ältesten und angesehensten Familien in Lübeck. Die Eheleute haben neun Kinder, sechs überleben die Eltern. Als Mutter Mathilde Possehl im Alter von 41 Jahren stirbt, übernimmt der Vater die Erziehung.

Mathilde und Ludwig Possehl mit fünf ihrer Kinder: Adele, Emil, Ida, Adolf und Clara. Das Bild entstand um 1861. Quelle: Foto: Possel-Stiftung

Ludwig Possehl gilt als liebevoller Vater, der viel mit seinen Kindern spielt und sie oft auf dem Weg zur Schule begleitet. In der Fackenburger Allee baut Ludwig Possehl eine große Villa. Dort wohnt die Familie im Sommer. Im Winter leben Vater und Kinder im Elternhaus in der Beckergrube 197. Dort werden auch die Geschäfte der väterlichen Firma L. Possehl & Co. geführt. Ludwig Possehl hat 1847 mit dem Handel von Eisen und Kohle begonnen. Erfolgreich beliefert er später auch industrielle Großabnehmer mit Eisenblech, Steinkohle und anderen Waren.

Beckergrube 1903: Rechts sieht man das alte Backhaus aus dem 14. Jahrhundert, in das Ludwig Possehl 1959 expandierte. Daneben der Neubau von 1902. Quelle: Zentralblatt der Bauverwaltung 1903/Possehl-Stiftung

1872 tritt Emil Possehl in die Firma ein. Am 1. Mai 1873 übergibt ihm der Vater die Leitung. Der 23-Jährige baut die Firma zu einem internationalen Unternehmen aus, das mit Eisenerzen handelt, eine eigene Reederei hat und unter anderem Beteiligungen an Roheisen- sowie Stahl-Werken im Ausland unterhält. 1891 wird Emil Possehl Mitglied der Bürgerschaft, 1901 wird er in den Senat gewählt. Zwei Tage die Woche arbeitet er für den Senat. Er gilt als zielstrebig, aber auch als ungeduldig. Sein Unternehmen strukturiert er 1915 neu und schafft so die Grundlagen für die heutige Organisation.

Viel Programm im Jubiläumsjahr

Im Jubiläumsjahr gibt es viele Veranstaltungen und Feste. Am Mittwoch, 8. Mai, wird im Festsaal der Gemeinnützigen (Königstraße 5) das Buch „Possehl Geschichte und Charakter einer Stiftung“ vorgestellt. Beginn: 19 Uhr. Der Murmann-Verlag Hamburg stellt die Stiftungsbiografie des Historikers Prof. Dr. Axel Schildt vor. Anmeldungen per Mail an stiftung.emil@ possehl.de. Außerdem blickt die Stiftung mit Freude auf ein „Emil 100“-Projekt, das die Bücherpiraten auf die Beine stellen. Die jungen Leute werden das Jubiläumsjahr kreativ und medial begleiten.

Ein Vortrag von Prof. Dr. Ruprecht Wimmer zum 100. Jubiläum der Possehl-Stiftung steht am 6. Juni auf dem Programm. Das Thema von Prof. Dr. Ruprecht Wimmer: „In unerschütterlicher Größe steht mein Haus“ (Emil Possehl in der Literatur bei den Brüdern Mann und Ida Boy-Ed). Beginn: 19 Uhr im Buddenbrookhaus (Mengstraße 5). Im Anschluss „Lübecker Nachbarschaften“: ein Blick hinter die Fassaden mit Dr. Jan Zimmermann. Anmeldungen ab 6. Mai per Mail an stiftung.emil@possehl.de. Alle weiteren Infos zu den Jubiläumspublikationen, Preisverleihungen und Programm unter Emil100.

Als er im selben Jahr sein Testament macht, wird sein Vermögen auf 100 Millionen Mark geschätzt. Da seine Ehe kinderlos geblieben war, ist sein größter Wunsch, dass die Früchte seines Lebenswerkes seiner „geliebten Vaterstadt“ zukommen mögen. Er verfügt: „Der gesamte Rest meines Nachlasses soll einer Stiftung zufallen, welche ich zu meiner Universalerbin einsetze.“

Cosima Künzel

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