Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lübeck Das Abc des Gärtnerlateins
Lokales Lübeck Das Abc des Gärtnerlateins
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:23 25.02.2019
Am Ende gibt es die Auflösung – Studienrätin Brit Zelinski zeigt ihren Schülern Christoph Struck (v.l.), Jan-Erik Egleder und Justus Reimansteiner, was sich in den Tastkästen verborgen hat. Quelle: 54° / Felix Koenig
St. Lorenz Nord

Es fühlt sich kugelförmig und rau an, mit fester Schale und nicht allzu groß. Christoph Struck, Jan-Erik Egleder und Justus Reimansteiner beraten sich eingehend. Das Trio hat acht Tastkästen vor sich auf dem Tisch stehen und nur zehn Minuten Zeit, um alle Aufgaben unter dem Motto „Lagergemüse“ zu lösen. Dass es sich hier in der Box Nummer zwei um die Rote Bete, einer Kulturform der Gemeinen Rübe, handelt, werden sie noch ertüfteln. „Insgesamt bin ich jedoch erstaunt, wie wenig Gemüse manche Schüler erkennen“, resümiert Fachlehrerin Brit Zelinski, „allerdings haben sie ja noch ein bis zwei Jahre Schulzeit vor sich.“ Es ist wieder Wettbewerbstag an der Emil-Possehl-Schule, diesmal die nunmehr 31. Auflage des Berufswettbewerbs für junge Gärtnerinnen und Gärtner.

Koordinatorin Kirsten Clemens. Quelle: 54° / Felix Koenig

„Ziel dieses alle zwei Jahre ausgetragenen Wettbewerbs ist es, fern von Prüfungsdruck gemeinsam mit anderen jungen Menschen aus dem Gartenbau die fachlichen Fähigkeiten, Kreativität und Geschick in einem Team unter Beweis zu stellen“, erklärt Schul-Koordinatorin Kirsten Clemens. Mit dem offiziellen Startschuss wird gleichzeitig die Phase der Erst-Entscheide auf Ortsebene eingeläutet, die bis zum 3. März im gesamten Bundesgebiet, zumeist an Berufsschulen mit agrarwirtschaftlichen Abteilungen, ausgetragen werden. „Das Tolle für die Auszubildenden ist, dass unsere Sieger zum Landesentscheid zur ,DEULA’ nach Rendsburg fahren werden und dann noch die große Chance erhalten, sich als Beste für den Bundeswettbewerb auf der Bundesgartenschau 2019 in Heilbronn sowie die WM qualifizieren zu können“, merkt die Oberstudienrätin noch an.

Jonas Andresen (v.l.), Clint Seehaver und Tim-Jannik Kirstein sollen 3,2 Kilogramm Kartoffeln in den Eimer füllen. Quelle: 54° / Felix Koenig

In der Abteilung Agrarwirtschaft der Emil-Possehl-Schule werden gut 100 Auszubildende der Berufe Florist und Gärtner von acht Lehrkräften beschult. Der Unterricht erfolgt in Teilzeitform; das heißt, die Berufsschülerinnen und -schüler kommen ein bis zwei Tage pro Woche in die Georg-Kerschensteiner Straße, den Rest der Woche arbeiten sie in ihrem Betrieb. „Auch wir haben Nachwuchssorgen wie allgemein im Handwerk“, erläutert Clemens, „aber es geht noch einigermaßen.“ Trotzdem müsse man regelmäßig für das Berufsbild werben; „ich habe selbst nach meiner Lehre im Garten- und Landschaftsbau gearbeitet. Er bietet eine sehr gute Bezahlung und quasi eine Jobgarantie“, so ihr persönliches Resümee.

Schöne Abwechslung

„Dieser Vormittag ist jedenfalls eine schöne Abwechslung im Schulalltag“, kommentiert Jan-Erik Egleder. Er ist Auszubildender der Gärtnerei Aeschlimann in Groß Grönau. Sein Teamkompagnon Christoph Struck, angestellt bei Garten- und Landschaftsbau Rolf Westphal in Lübeck, nickt und sagt zu seiner Berufswahl: „Mir macht es einfach Spaß, draußen zu arbeiten und gestalterisch tätig zu sein.“ Und der Dritte im Bunde, Justus Reimansteiner, ergänzt: „Ich möchte immer gern sehen, was ich erreiche, und dies ist im Gartenbau leicht zu erkennen.“

Stefan Becker, Fachlehrer für Gartenbau, wertet die Ergebnisbögen der Schüler aus. Quelle: 54° / Felix Koenig

Acht Stationen zu allen Gartenbau-Fachsparten sind an diesem Vormittag von den 20 Teams der Unter- und Mittelstufe zu absolvieren; am Donnerstag sind dann noch die Schüler des dritten und letzten Ausbildungsjahres – der Oberstufe – an der Reihe. Sowohl im Schulgebäude als auch im circa 500 Quadratmeter großen Gewächshaus sind die Wettbewerbsaufgaben zu lösen. Station 2 wird von Stefan Becker, Fachlehrer für Gartenbau, betreut. „Hier geht es um das Messen und Schätzen von Volumen, Mengen, Gewichten et cetera“, erklärt der Pädagoge. So sollen zum Beispiel aus einer Kiste mit Kartoffeln genau 3,2 Kilogramm in einen Eimer abgefüllt werden, ohne aber eine Waage parat zu haben. Oder: Wie viele Cherry-Tomaten sind in dieser kleinen Schale? Jonas Andresen, Tim-Jannik Kirstein und Clint Seehaver, alle im zweiten Lehrjahr, kommen ordentlich ins Schwitzen. „Das ist mal etwas anderes“, sind sie sich einig, „und das stärkt unseren Teamgeist in der Klasse.“

Michael Hollinde

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die chaotische Sitzung bei der vergangenen Bürgerschaft hat Spuren hinterlassen. Am Donnerstag startet ein Versuch, den Ablauf der Sitzungen neu zu ordnen. Viele Politiker sind zuversichtlich.

25.02.2019

Gut 500 öffentlich Bedienstete traten am Montag in Lübeck in den Warnstreik und zogen demonstrierend durch die Innenstadt. Landesweit waren 1800 im Ausstand.

25.02.2019

Der Senior Experten Service (SES) schickt Rentner als Experten in die ganze Welt. Bei 2000 Einsätzen pro Jahr geben sie kleinen und mittelständischen Unternehmen Hilfe zur Selbsthilfe. Der Lübecker Bäcker und Konditormeister Wolfgang Rössger war als Ratgeber in Kasachstan.

25.02.2019