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Lübeck Endgültig: Scheel muss das MAZ räumen
Lokales Lübeck Endgültig: Scheel muss das MAZ räumen
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18:10 30.06.2018
Seit 2011 ist die Firma Scheel-Erdbau auf dem Gelände an der Travemünder Landstraße. Jetzt soll sie die Flächen räumen. Quelle: Foto: Lutz Roessler
Travemünde

Scheel muss räumen, der Pachtvertrag ist nicht verlängert worden“, bestätigt KWL-Chef Dirk Gerdes auf LN-Anfrage. Der KWL-Aufsichtsrat und der Gesellschafter, die Stadt, hätten das beschlossen. „Wir haben das Unternehmen angeschrieben und zur Räumung des Geländes aufgefordert“, sagt Gerdes, „die Halden müssen weg, das Gelände muss besenrein übergeben werden.“

Die Firma Scheel-Erdbau ist höchst verärgert über den Vorgang. „Für das Vorgehen der KWL gibt es keine Rechtfertigung“, erklärt Mirja Kröger von der Geschäftsleitung. 80 Arbeitsplätze und damit das Schicksal von 80 Familien stünden auf dem Spiel. Es gebe keine alternativen Flächen für die Fortsetzung des Betriebs, sagt Mirja Kröger: „Der von uns gewählte Standort ist und bleibt am besten geeignet.“ Als Lübecker Steuerzahler und Unternehmen habe man mit Befremden Ratschläge zur Kenntnis genommen, „wir könnten nach Ostholstein oder Mecklenburg-Vorpommern umsiedeln.“ In einem Schreiben an die Politiker der Bürgerschaft vom März hat Geschäftsführer Marc Scheel darauf hingewiesen, dass es im Bereich Lübeck kein weiteres Unternehmen gebe, das eine nach Bundesimmissionsschutz genehmigte Anlage zur Aufbereitung von Böden und Sanden betreibe.

Doch die Politiker blieben hart. Ende Februar hatte die Bürgerschaft einstimmig beschlossen, dass das MAZ weg und die KWL den Pachtvertrag nicht verlängern soll. Immer wieder wurde der Vorwurf erhoben, dass das Unternehmen sich nicht an Auflagen der Behörden halte. Diesen Vorwurf weist Scheel-Erdbau auch in seiner jüngsten Stellungnahme gegenüber den LN als Falschdarstellungen zurück. Alle angeforderten Gutachten würden mittlerweile vorliegen und „erneut bestätigen, dass alle relevanten Werte eingehalten werden“. Seit 2011 betreibt Scheel-Erdbau das MAZ in Travemünde. Die Landesbehörden hätten 2016 den Betrieb für weitere zehn Jahre an dem Standort genehmigt. Marc Scheel im Schreiben an die Politiker: „Daraufhin hat unser Unternehmen große Investitionen in moderne Anlagentechnik getätigt.“ Die zuständige Landesbehörde räumte allerdings im Herbst 2017 öffentlich ein, dass sie bei der Genehmigung Fehler gemacht habe. Zuvor hatten der Gemeinnützige Verein Kücknitz sowie die Interessengemeinschaften Ivendorf und Pöppendorf mit Hilfe eines Gutachters erklärt, dass die Behörden die Betonbrecher gar nicht hätten genehmigen dürfen. Georg Sewe, Vorsitzender des Gemeinnützigen Vereins: „Steinbrecher neben Wohngebäuden – so etwas ist nicht nachvollziehbar.“ Ohne den Druck der unmittelbar betroffenen Nachbarn wäre es nicht möglich gewesen, dass Scheel jetzt dort abziehen muss. Sewe: „Das war ein zäher Kampf mit den Behörden.“

Die KWL, die das Gelände vor vielen Jahren kaufte, will die Flächen jetzt erschließen, überplanen und dort Gewerbebetriebe ansiedeln, die in der Hafenwirtschaft tätig sind. Von der Stadt erwartet der oberste Wirtschaftsförderer, dass sie Baurecht herstellt. Denn dadurch würde der Wert der Flächen deutlich steigen. Die KWL hätte keine Einbußen durch das Ende des MAZ. Nach LN-Informationen hat die Firma Scheel-Erdbau jährlich rund 35000 Euro Pacht an die städtische Gesellschaft gezahlt.

Radioaktiver Müll?

In der Bürgerschaftssitzung im Februar berichtete der SPD-Politiker Jörn Puhle von Gerüchten, dass die Firma Scheel Nachbargrundstücke aufgekauft habe, um dort radioaktiven Müll zu lagern. Im Schreiben vom März an die Politiker nennt Geschäftsführer Marc Scheel diese Gerüchte „den Gipfel der unwahren Behauptungen“. Scheel: „Wir arbeiten ausschließlich im Großraum Lübeck und werden zu keinem Zeitpunkt radioaktives Material lagern.“

Kai Dordowsky

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