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Lübeck Endgültiges Aus für das „Pannekoke“
Lokales Lübeck Endgültiges Aus für das „Pannekoke“
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18:45 25.01.2019
Die Gaststätte „Pannekoke“ klebt zwischen dem Neubau (l.) und der Einfahrt des Parkhauses aus den späten 1960er Jahren.
Die Gaststätte „Pannekoke“ klebt zwischen dem Neubau (l.) und der Einfahrt des Parkhauses aus den späten 1960er Jahren. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen
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Innenstadt

Nach 36 Jahren „Pannekoke“ ist nun Schluss mit der kleinen Sportlerkneipe: Der Anbau ans Parkhaus Hüxstraße ist baulich nicht mehr zeitgemäß. Kultwirtin Siegrid „Siggi“ Struck hatte sich bereits vor vier Jahren mehr oder weniger zurückgezogen. Jetzt hat Eigentümer Carsten Löntz den Mietvertrag mit dem letzten Betreiber der Kneipe, Christian Weiß, einvernehmlich gekündigt. Der Wirt weilt aktuell in Thailand, nach dem Urlaub tritt er einen neuen, ganz anderen Job an.

Ende einer 36-jährigen Ära

Damit geht eine Ära zu Ende: Die gebürtige Düsseldorferin Siggi Struck (70) hatte 1982 ein erstes „Pannekoke“ in der Glockengießerstraße eröffnet, später zog sie in die Räume des Telekom-Postsportvereins. Seit 2001 ist die kleine Raucherkneipe, in der gern Handballer und Fußballer verkehrten, im Anbau am Parkhaus Hüxstraße am Hüxterdamm untergebracht.

So kennt man sie in Lübeck: Siggi Struck am Zapfhahn, hier beim Zehnjährigen des „Pannekoke“ am Hüxterdamm. Quelle: Sabine Risch

Schon nach dem Abriss des benachbarten Waschsalons kam im „Pannekoke“ ein Stückchen Decke runter, inzwischen soll es einige Risse geben. Auch Carsten Löntz sieht einige bauliche Mängel. Er hatte das Parkhaus 2015 erworben und will, wie er seinerzeit sagte, über fünf Jahre Schritt für Schritt das Parkhaus sanieren. Zuerst hatte er den Beton im Gebäude aus den späten 1960er Jahren saniert, eine Asbest-Zwischendecke entsorgt, Treppenhaus und Fassade gestrichen. „Jetzt richten wir den Fokus auf den Eingang des Parkhauses, möchten die gesamte Situation verändern“, sagt Löntz.

Eigentümer Carsten Löntz möchte das Parkhaus Hüxstraße weiter verschönern. Quelle: Lutz Roeßler

Im Gebäude selbst stehen auch einige Veränderungen an. Vor einem Jahr schlossen Jasmin Weichel und Oliver Böhme ihren Club „Parkhaus“ – jenen Club, in dem ein gewisser Felix Jaehn, heute Weltstar, als 17-Jähriger bei Schülerpartys für 50 Euro auflegte. In den Räumen möchte er versuchen, „etwas Neues einzurichten, das weiterhin dem jungen Publikum zur Verfügung steht.“

Pläne für einstige Disco-Räume

Er habe da schon eine Idee, müsse aber sehen, ob sich das verwirklichen lasse. Mehr verrät Löntz nicht. Eines steht fest: Es wird nichts Lautes werden, also kein Club. Im Gebäude angesiedelt sind das Wassermarionettentheater von Wolf und Anna Malten sowie das Billard-Sport-Casino, das bestens laufe. Dazu soll die neue Nutzung der einstigen Disco-Räume passen.

Ende als sauberer Abschluss

Doch zurück zur Kultkneipe „Pannekoke“. Kurz vor Weihnachten hatten laut Siggi Struck VfB-Anhänger im „Pannekoke“ gewaltig Ärger gemacht. Dass der Sportler-Treff nun in die Geschichte der Lübecker Kneipenszene eingeht, findet die Kultwirtin „schade“. Aber: „Für mich ist es besser, dann kann ich nämlich endlich damit abschließen.“ Zunächst hatte sie nämlich, obgleich in Rente, immer noch ab und an ausgeholfen und war, wenn’s Ärger gab, zur Stelle.

Sabine Risch