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Lübeck Energetische Dämmung in Buntekuh: So setzt die Trave Klimaschutz um
Lokales Lübeck Energetische Dämmung in Buntekuh: So setzt die Trave Klimaschutz um
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15:31 19.02.2020
Das Mietshaus der Trave im Koggenweg wurde komplett saniert und gedämmt. Quelle: Friederike Grabitz
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Buntekuh

Wie ein gebogenes, silbernes Collier mit roten Perlen liegt das Haus auf einem Erdwall. Auf der Vorderseite, wo sich Ziegelstraße und Buntekuhweg treffen, führen sieben Eingänge zu den 68 Mietwohnungen. Bauarbeiter verrichten noch die letzten Arbeiten. Das Gebäude im Koggenweg sieht aus wie ein Neubau, dabei stammt es aus dem Jahr 1992. Die Besitzerin, die städtische Grundstücksgesellschaft Trave, hat es im letzten Dreivierteljahr „rundherum neu eingepackt“, erzählt der verantwortliche Ingenieur Markus Schulz. Einfach verglaste Balkons wurden in den Wohnraum integriert, alle Fenster erneuert, die Fassaden von außen gedämmt. Auch die Kellerdecken und das Dach haben eine Dämmschicht erhalten.

"Wichtig ist das Gesamtkonzept": Ingenieur Markus Schulz hat für die Trave die Sanierung des Gebäudes im Koggenweg in Buntekuh begleitet. Quelle: Friederike Grabitz

Siebzig Prozent der Energie für Heizung

Damit hat die Trave schon eine von 48 Klimaschutz-Maßnahmen erfüllt, die die Verwaltung der Hansestadt Lübeck vorschlägt: „Festlegung von übergesetzlichen energetischen Standards für städtische Neubauten und Bestandgebäude“ zur „Reduzierung des Endenergiebedarfs“. Sprich: Städtische Gebäude sollen über die gesetzlichen Vorgaben hinaus gedämmt werden. Frühestens im März wird die Bürgerschaft über das Maßnahmenpaket abstimmen.

Energetische Sanierung lohnt sich für die Umwelt. Nach einer Studie des Umweltbundesministeriums (UBA) ist Heizen für ganze 70 Prozent des Energieverbrauchs im Haushalt verantwortlich, deutlich mehr als beispielsweise Elektrizität. Wenn möglichst wenig Wärme den Wohnraum verlässt, zahlt sich das ökologisch aus – und auch auf dem Konto. Für Heizenergie, die sie aus einem Blockheizkraftwerk beziehen, zahlen die Mieter im Koggenweg nun ein Viertel weniger als vorher. Sie haben die Sanierung „sehr geduldig mitgetragen“, sagt Schulz.

Günstiger Mietpreis auch nach der Sanierung

Sie profitieren nun doppelt von der 3,6 Millionen teuren Modernisierung: der Mietpreis wird auch weiterhin unter sechs Euro pro Quadratmeter liegen. Vorher lag er bei 5,65 Euro. „Das ist geförderter Wohnraum, so dass wir nicht die gesamten Kosten auf die Mieter umlegen“, sagt Schulz. Aber die Energetische Sanierung war auch relativ kostengünstig, weil das Gebäude eine einfache Ausstattung und keine Schmuckelemente wie Erker hat, die die Kosten treiben. Schulz' Devise für günstiges Bauen und Sanieren: „Man braucht schlichte Baukörper.“ Zudem werden die Maßnahmen gefördert durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW).

Große Unterschiede bei Dämmstoffen

Auf der Hinterseite besteht die Dämmung aus einem Wärmedämm-Verbundsystem: Unter dem Putz liegt eine zehn Zentimeter dicke Schicht Mineralfaser, geschützt durch ein Gewebe. Zur Wetterseite ist die Dämmung hinterlüftet und mit Aluminium verblendet. Damit sich im Mauerwerk keine Feuchtigkeit bildet, sind alle Wohnungen mit einem neuen Lüftungssystem ausgestattet.

Die Dämmung mit Mineralfaser ist, ähnlich wie eine Verblendung mit Holz, deutlich günstiger als eine Klinker-Fassade und recycelbar. Kunststoffe wie Polysterol wären noch günstiger, sondern aber giftige Stoffe ab und sind „der Sondermüll von morgen“, sagt Schulz. Dieser Stoff sei außerdem leicht brennbar: Das Hochhaus, das in London im Juni 2017 ausbrannte, war kurz zuvor damit gedämmt worden.

Brandschutz, Förderungen und Kosten, Haltbarkeit und Entsorgung – eine Energetische Sanierung sollte gut geplant sein. „Wichtig“, sagt Schulz, „ist das Gesamtkonzept.“

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Von Friederike Grabitz

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