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Lübeck Feuchttücher nicht in die Toilette!
Lokales Lübeck Feuchttücher nicht in die Toilette!
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12:36 28.03.2019
Im Internet, mit Plakaten und einem Banner klären die Entsorgungsbetriebe über die Folgen von Feuchttüchern in der Kanalisation auf. Quelle: HFR/EBL
Lübeck

Bei der Entsorgung von Abfällen kann man offenbar viel falsch machen. Ein Jahr nach der Bioabfall-Kampagne gegen Plastik in den braunen Tonnen starten die Entsorgungsbetriebe Lübeck (EBL) die nächste Aufklärungsaktion. „Feuchttücher sind Pumpenkiller!“ prangt auf einem großen Banner, „sie zerstören Abwasserpumpen und verstopfen Kanäle.“

1000 Kilometer Kanäle

Regen- und Schmutzwasser werden über 1000 Kilometer Abwasserleitungen in zwei Klärwerke geleitet. Die beiden Klärwerke – das Zentralklärwerk in Vorwerk und das kleine auf dem Priwall – reinigen im Jahr rund 21 Millionen Kubikmeter Abwasser.

45 Liter spült jeder Lübecker am Tag durch die Toilette. Insgesamt ist der Wasserverbrauch der privaten Haushalte, Gewerbebetriebe und Einrichtungen in den vergangenen 17 Jahren kräftig gesunken – von 13,5 Millionen Kubikmeter im Jahr 2000 auf 11,8 Millionen im Jahr 2017.

Im Internet, auf Plakaten und eben jenem Banner klären die Entsorger darüber auf, was passiert, wenn zu viele Feuchttücher in die Toiletten geworfen werden. „Das Wasser wird dicker“, beschreibt Unternehmenssprecherin Cornelia Tews, „in den Kanälen bilden sich große Zöpfe.“ Feuchttücher würden aus reißfestem Polyester-Viskose-Gemisch oder aus Fasern, die mit Kunstharz vermischt sind, bestehen. Sie lösen sich im Abwasser nicht auf, verfilzen und bilden zähe Stränge und armdicke Klumpen, die Abwasserpumpen zum Stillstand bringen.

Immer wieder müssen EBL-Mitarbeiter ausrücken, um Abwasserpumpen von langen Strängen aus Feuchttüchern zu befreien, die die Pumpen lahmlegen. Quelle: HFR/EBL

72 Abwasserpumpen sorgen dafür, dass 21 Millionen Kubikmeter Schmutzwasser jährlich in die Klärwerke gelangt. „Wenn Pumpen ausfallen, kann das Abwasser nicht mehr transportiert werden“, sagt Cornelia Tews. Im schlimmsten Fall staut sich das Schmutzwasser bis zu den Kellern der Häuser zurück. Und Pumpen fallen oft aus. Unternehmenssprecherin Tews: „Unsere Rufbereitschaft rückt im Durchschnitt einmal in der Woche aus, um ein Pumpwerk von Feuchttüchern zu befreien.“ Wie viel Geld die Entsorgungsbetriebe diese Reparaturen kosten, kann die Sprecherin nicht sagen. Klar ist: Diese Einsätze werden über die Gebühren finanziert.

Der Entsorger rät den Bürgern, spezielle Feuchttücher aus Papier zu verwenden, weil die sich im Wasser auflösen. Man könne auch herkömmliches Toilettenpapier mit einer Lotion befeuchten, heißt es im Flyer. Zur Baby- und Körperpflege sollten die Bürger Baumwoll-Waschlappen benutzen, die man mehrfach verwenden kann. Wer aber von seinen Viskose-Feuchttüchern nicht lassen kann, solle die nach der Benutzung in einen kleinen Hygiene-Abfalleimer im Badezimmer werfen. Unternehmenssprecherin Tews: „Auch Essensreste, Windeln und Kondome gehören nicht in die Toilette.“

Mit „Wir für Bio“ starteten die EBL vor einem Jahr eine Kampagne gegen Plastik in der braunen Tonne. Quelle: Afu

Vor einem Jahr starteten die EBL zusammen mit weiteren Entsorgern die Kampagne „Wir für Bio“. Ziel: Die Bürger sollen ihren Biomüll sauberer trennen und nicht so viel Plastik in die braunen Tonnen werfen. Nach EBL-Schätzungen landen in jeder zweiten Tonne Glas, Zigaretten und eben Plastiktüten. Ob diese Kampagne ihren Zweck erfüllt, ist bislang nicht gemessen worden. Unternehmenssprecherin Tews: „Gefühlt ist das Thema bei allen Menschen präsent.“

Kai Dordowsy

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