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Lübeck Ernährungsbranche diskutiert über Superfood
Lokales Lübeck Ernährungsbranche diskutiert über Superfood
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19:30 21.02.2019
Der Trendforscher Daniel Anthes spricht während des Trendtags der FoodRegio in den Mediadocks in Lübeck zum Thema Superfood. Quelle: Olaf Malzahn
Lübeck

„Das Bedürfnis nach Superfoods spiegelt eine aktive Gesundheitsförderung wider“, sagte Jochen Brüggen, Inhaber des gleichnamigen Unternehmens. Lübeck bezeichnete Brüggen als Hauptstadt personalisierter Ernährung. „Wir haben alle viel zu wenig Zeit, über Innovation nachzudenken“, sagte Michael Gusko, Geschäftsführer bei Goodmills, Deutschlands größtem Getreidemühlenkonzern. „Wir befinden uns in der Kurzzeitfalle“, ist Gusko überzeugt. Aus vermeintlichem Zeitmangel entscheiden sich die Menschen deshalb „immer für das Jetzt, für das, was emotional Spaß macht, und nicht für das, was langfristig vernünftig ist“, so Gusko, der sich dem Thema Innovation im Unternehmen widmete.

Grünkohl als Superfood

„Heute hinterfragen Konsumenten die Wertschöpfungskette“, sagte die Hamburger Trendberaterin und Markenstrategin, Kristin Köhnke. „Was früher exotisch war, wird heute abgelehnt“, so die Expertin. An die Marketingstrategen richtete sie den Rat, die Grundbedürfnisse des Menschen zu erkennen. „Viele Superfoods wachsen bei uns um die Ecke“, so Alfred Jansen, Leiter der Unternehmenskommunikation bei Iglo. Sein Unternehmen betreibe das größte Freiluftanbaugebiet für Basilikum im Münsterland – nicht in Italien. Als ein ausgezeichnetes Superfood nannte Jansen den Grünkohl, „die Palme des Nordens.“ Grünkohl sei in Amerika spektakulär. In seinem Vortrag machte Jansen auch deutlich, wie wichtig heutzutage die Emotionalisierung sei. Verkaufserfolge ließen sich mit „schön und gesund machenden Aussprüchen auf Verpackungen oder in der Werbung besser erzielen als der bloße Hinweis, Fisch sei wertvoll.“

Leinsamen besser als Chiasamen

Laut Daniel Anthes, Trendforscher des Frankfurter Zukunftsinstituts, habe Leinsamen im Vergleich zu Chiasamen etwa die gleichen Werte im Nährstoffprofil. „Leinsamen schneiden sogar besser ab“, so Anthes. „Kaufen Sie also lieber Leinsamen. Die sind nicht neu, aber wunderbar. Außerdem sind sie heimischer Natur.“ Lokale Produkte wie pflanzenbasierte Nahrung seien hoch im Kurs. Wenn es früher geheißen habe, „lecker und gesund“, so heißt es heute eher „gesund und lecker“, so Anthes. Die Menschen neigten dazu, sich mehr und mehr zu individualisieren. „Das bedeutet eine Gesellschaft, die sich vernetzen will“, so Anthes. Beispielsweise würden Fotos vom Essen gemacht und diese auf sozialen Netzwerken hochgeladen. Digitalisierung und personalisierte Ernährung gingen laut Anthes Hand in Hand.

Rüdiger Jacob

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