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Lokales Lübeck Erste Lübecker Fahrschule setzt auf Elektroautos
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20:27 19.12.2018
Das erste Auto von Martina Trautmann fährt mit Strom. Ihre Fahrschule setzt in Zukunft auf E-Mobilität. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen
St. Jürgen

E-Mobilität ist in aller Munde – auch bei der Fahrschule Trautmann. Als erste Fahrschule in Lübeck hat sie ein E-Auto in ihre Fahrzeug-Flotte aufgenommen. Das Fahrzeug: ein neuer Renault Zoe. Auf dem ersten Blick ist kein großer Unterschied zu den handelsüblichen Fahrzeugen zu erkennen. Ein schwarzer Kleinwagen, vier Sitzplätze mit einem schlichten Interieur – ein neueres Modell eben. Doch der Unterschied liegt unter der Karosserie. Dort brummt kein Verbrennungsmotor, sondern summt ein E-Motor mit großem Akku.

75 Prozent der Fahrschüler möchten E-Auto fahren

Seit drei Wochen ist das E-Auto Teil der Trautmann-Flotte. Vier bis fünf Schüler sind bereits mit dem neuen Auto gefahren. Das Ziel der Fahrschule: Mehr Akzeptanz für E-Mobilität schaffen. „Wir möchten unseren Schülern die neue Technologie schmackhaft machen“, sagt Inhaberin Martina Trautmann. Gerade junge Menschen seien der neuen Technologie gegenüber aufgeschlossen. 75 Prozent ihrer Fahrschüler haben Interesse geäußert, Fahrstunden in einem E-Auto zu absolvieren. „Wer einmal die Vorzüge eines Elektroautos kennengelernt und Vorurteile abgelegt hat, wird später auch schneller bereit sein, privat auf E-Mobilität umzusteigen“, sagt Trautmann.

E-Autos sind Automatik-Fahrzeuge

Das Problem: E-Autos sind grundsätzlich mit einem Automatikgetriebe. Schüler, die ausschließlich mit dem E-Auto lernen, machen eine Automatik-Fahrausbildung, bei der auf das Schalten verzichtet wird. Die Absolventen erhalten einen Eintrag in ihrem Führerschein, dass sie ausschließlich Fahrzeuge mit Automatik-Getriebe fahren dürfen. „Es gibt einfach zu wenig Fahrschüler, die diese Form der Fahrausbildung machen möchten“, sagt Thomas Doose, Inhaber der gleichnamigen Fahrschule. Ein Grund, weshalb er noch kein E-Fahrzeug für seine Fahrschule angeschafft hat. Ein Konflikt, den auch Frank Walkenhorst, Vorsitzender des Fahrlehrerverbands Schleswig Holstein sieht. „E-Mobilität ist ein Thema, das immer mehr aufkommt. Zur Zeit scheitert es allerdings an der Automatik-Regelung.“

Eineinhalb Stunden dauert es, das E-Auto zu laden. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen

Führerscheinrecht ist EU-Recht

Die Befugnis zur Änderung liege zudem in den Händen der Europäischen Union, denn Führerscheinrecht ist EU-Recht. Trautmann: „Das hindert Fahrschüler daran, komplett auf das E-Auto umzusteigen.“ Fällt dieser, würden mehr auf E-Mobilität umsteigen, ist sie sich sicher. Bis Ende 2019 heißt es unter Kollegen, solle die Automatik-Regelung fallen. Ist das der Fall, würde es keine Unterscheidung zwischen Automatik- oder regulären Führerschein mehr geben. Ein Schritt den Walkenhorst befürwortet: Nur mit einer veränderten Automatik-Regelung werde die E-Technologie in Fahrschulen ausreichend Verbreitung finden um junge Menschen für dieses Thema zu begeistern.

„Kapazitäten für Umrüstung noch nicht geschaffen“

Denn der Wandel hin zur E-Mobilität wird kommen. Da ist sich auch Thomas Doose sicher. Zwar seien im Moment noch nicht die Kapazitäten für eine Umrüstung auf E-Fahrzeuge geschaffen. „Wenn diese da sind und der Gesetzgeber uns entgegenkommt, können wir uns das aber schon vorstellen“, sagt er. Bis es soweit ist, hat Martina Trautmann einen Plan B. Die ersten Stunden im Auto, die sogenannten Grund- und Aufbaustufen, sollen künftig mit dem E-Auto gemacht werden. Die anschließenden Sonderfahrten werden dann mit dem Schaltgetriebe absolviert. Das mache den Lernprozess einfacher, sagt Trautmann. Und am Ende haben die Fahrschüler den regulären Führerschein in der Tasche.

Zudem soll es nicht bei dem Renault Zoe bleiben. Ein weiteres elektrisches Fahrzeug ist bereits bestellt. „Ich bin mir sicher, dass sich diese positive Erfahrung später einmal auswirken wird, wenn ein Autokauf bei den Fahrschülern ansteht“, sagt Trautmann.

Fabian Boerger

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