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Lübeck Das gab’s noch nie: „Trave“ vermietet erstmals Reihenhäuser in Lübeck
Lokales Lübeck Das gab’s noch nie: „Trave“ vermietet erstmals Reihenhäuser in Lübeck
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12:02 09.03.2019
17 Reihenhäuser wird die Grundstücksgesellschaft „Trave“ in einigen Monaten in der Tannenbergstraße vermieten. Quelle: Olaf Malzahn
Kücknitz

Die städtische GrundstücksgesellschaftTrave“ hat in ihrer 90-jährigen Geschichte schon alles Mögliche gebaut. Neben Tausenden von Mietwohnungen auch Kitas und Nachbarschaftstreffpunkte hat sie den Bornkamp und das Gründerviertel mit entwickelt. Außerdem saniert und verkauft sie im Auftrag der Hansestadt seit Jahrzehnten Gebäude in der Altstadt. Jetzt wagt sie sich in einen neuen Markt vor. In Kücknitz entstehen 17 Reihenhäuser, die nicht verkauft, sondern vermietet werden.

Städtische Grundstücksgesellschaft nimmt erstmals Reihenhäuser zur Miete ins Angebot

Gutes Signal für Wohnungsmarkt

„Das ist für uns ein vollkommen neues Angebot“, erklärte „Trave“-Chef Matthias Rasch beim Richtfest, „wir wollen einmal ausprobieren, ob das angenommen wird.“ Bausenatorin Joanna Hagen (parteilos): „Die ,Trave‘ ist sicherlich ein bisschen aufgeregt, wie das Angebot ankommt. Es ist ein gutes Signal für den Wohnungsmarkt in Lübeck.“

Auf dem tobt die Debatte, ob Lübeck jetzt nicht vor allem ganz viele Sozialwohnungen braucht. Reihenhäuser zum Mieten würden sich an Familien richten, die aus Geschosswohnungen kommen und in einem Häuschen wohnen, es aber nicht kaufen wollen, sagte Rasch. Die Reihenhäuser sind 95, 105 und 115 Quadratmeter groß und kosten 9,50 Euro netto kalt pro Quadratmeter. Derzeit verhandelt die „Trave“ mit der Investitionsbank Schleswig-Holstein darüber, zehn der 17 Häuser in ein Förderprogramm (2. Förderweg) aufzunehmen. Rasch: „Dann betragen die Mieten acht Euro netto kalt.“

„Trave“-Chef kritisiert Politik

Matthias Rasch, Geschäftsführer der kommunalen GrundstücksgesellschaftTrave“, kritisiert die aktuellen Vorschläge in Sachen Wohnungsbaupolitik. „Da beschäftigt man sich in Teilen der Politik mit einer Verschärfung der Mietpreisbremse, Kürzung der Modernisierungsumlage und – ganz neuer Vorschlag – dem Verbot der Umlage der Grundsteuer auf die Mieter.“ Wohnungsbau werde immer teurer, was sofort zu höheren Mieten führe. „Das ist einfache Mathematik“, sagt Rasch, „aber das will zur Zeit niemand hören.“ Rasch schlägt den Politikern vor, die schwarzen Schafe der Wohnungsbranche direkt zu bestrafen und allen anderen das Bauen zur erleichtern. „Den Guten“, sagte Rasch. Zu denen zählt er auch die „Trave“.

Millioneninvestition in Kücknitz

5,1 Millionen Euro investiert die Grundstücksgesellschaft in diese 17 Gebäude, die von den Kieler Architekten Marie-Louise und Peter Zastrow entworfen wurden. Weitere 3,5 Millionen Euro steckt die „Trave“ in den vierten und letzten Neubau im Utkiek. 16 frei finanzierte und 55 bis 95 Quadratmeter große Wohnungen entstehen hier. Architekt ist der Lübecker Manfred Zill. Die Mieten werden bei rund neun Euro netto kalt liegen.

Die „Trave“ rundet damit die vor zehn Jahren begonnene Erneuerung des Quartiers Utkiek sowie Tilsitstraße und Tannenbergstraße ab. 946 Wohnungen hat die kommunale Wohnungsgesellschaft in Kücknitz, das sind elf Prozent ihres Gesamtbestandes. „Mit der Quartierserneuerung stabilisieren wir den Bereich Roter Hahn“, sagt Rasch. „Wir sichern durch den Zuzug von Familien auch die Existenz der Grundschule.“

Kai Dordowsky

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