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Lübeck Artenschutz zum Essen: „Essbare Stadt“ hat 35 neue Obstbäume
Lokales Lübeck Artenschutz zum Essen: „Essbare Stadt“ hat 35 neue Obstbäume
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15:00 01.06.2019
Weißdorn und andere heimische Pflanzen am Goldberg (v. l.): Hans Egleder, Hanse-Obst e.v.; Ingrid Bauer vom Bereich Umwelt-, Natur- und Verbraucherschutz mit Umweltsenator Ludger Hinsen Quelle: Friederike Grabitz
St. Jürgen

 Am Ende des Fahlenkampswegs, zwischen Goldberg und Wakenitz, liegt ein dicht besiedeltes Wohngebiet. Die Siedlung ist sattgrün und hat kein einziges Haus. Denn es sind Insekten und Eisvögel, Goldammern, wilde Tauben und Fledermäuse, die hier in den Büschen der Knicks, auf den artenreichen Wiesen und an den Ufern der Wakenitz leben.

„Wir haben hier einen Biotop-Verbund“, sagt Ingrid Bauer vom Bereich Umwelt-, Natur- und Verbraucherschutz. Bei einem Rundgang durch das Naturschutzgebiet mit Umweltsenator Ludger Hinsen entdeckt sie einen Birnbaum, der schon die ersten kleinen Früchte hat, während andere Bäume noch bis vor wenigen Tagen in voller Blüte standen. Sie erzählt, warum sich hier viele Tiere wohl fühlen: „Diese Bäume sind alte Sorten aus der Region, auf die gehen Insekten besonders gern“. Wenn es viele Insekten gibt, finden auch die Vögel Nahrung, „und wir haben eine gute ökologische Fitness“.

35 neu gepflanzte Bäume

In Sichtweite der Wakenitz taucht links eine Wiese auf, die die Stadt gerade an einen Bauern verpachtet hat. Bald werden hier Galloway-Rinder weiden. Am Rand der Wiese ist eine Fläche eingezäunt, auf der ein Knick mit neu gepflanzten Obstbäumen entstanden ist. Insgesamt sind es 35 Kirsch-, Apfel- oder Birnbäume mit Namen wie „Ruhm von Lübeck“ und „Prinzessin von Lübeck“. Hans Egleder vom Hanse-Obst e.V. hat die Stadt bei der Auswahl der Bäume beraten und hilft auch bei der Pflege. „Bäume sind ein bisschen wie Kinder“, sagt der Pomologe, also Apfel-Experte. „Die ersten fünf Jahre müssen sie gepflegt und jedes Jahr geschnitten werden“.

Alte Obstsorten besonders gut angepasst

Sein Verein setzt sich für die Förderung und Nachzucht alter Sorten ein. Das Lübecker Umland, erzählt Egleder, sei führend gewesen bei der Züchtung von Obstbäumen, bis um 1870 das Alte Land bei Hamburg ihm den Rang ablief. Die Baumsorten, die damals hier kultiviert wurden, seien besonders gut an unser Klima und die Landschaft angepasst, deshalb seien sie kaum anfällig für Schädlinge und könnten hundert Jahre alt werden.

Ludger Hinsen: „Klimaschutz schmeckt gut“

Der Verein hat in den letzten Jahren 30 Hektar mit 1000 heimischen Obstbäumen bepflanzt, viele davon gemeinsam mit Schulklassen oder Jugendgruppen. Viele dieser Flächen, auch die neue Pflanzung hier am Goldberg, gehören zu dem Projekt „Essbare Stadt“, bei dem Lübeck mit insgesamt 30 Orten sehr stark vertreten ist. Ausdrücklich darf von den Bäumen gegessen werden, sagt Ludger Hinsen. Das Projekt nutze dem Artenschutz und dem Klimaschutz, „und es zeigt: Klimaschutz ist positiv, kann Spaß machen und gut schmecken“.

Friederike Grabitz

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