Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lübeck Lübecker Firmen stoppen Dienstreisen nach China
Lokales Lübeck Lübecker Firmen stoppen Dienstreisen nach China
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Jetzt kostenlos Testen Zur Anmeldung
13:50 30.01.2020
Gesundheitsbeamte in Chemikalienschutzanzügen kontrollieren am Flughafen in Peking die Körpertemperatur von Passagieren. Quelle: Emily Wang/AP/dpa
Anzeige
Lübeck

„Wir haben unsere Kollegen angewiesen, zurzeit auf Dienstreisen nach China zu verzichten. Geplante Treffen mit chinesischen Kunden, Kollegen oder Kooperationspartnern in Deutschland sind abgesagt“, erklärt Dr. Wolfgang Schlumberger, Vorstandsvorsitzender von Euroimmun, dem großen Hersteller für Labordiagnostika.

„Ebenso werden uns derzeit keine Kollegen der chinesischen Standorte besuchen. Unsere chinesischen Mitarbeiter beachten die Hinweise der eigenen Regierung im Land“, sagt der Euroimmun-Chef. Vertrieb und Produktion von Euroimmun seien derzeit nicht betroffen. Innerhalb des PerkinElmer-Konzerns, zu dem Euroimmun gehört, werde an der Entwicklung eines Testsystems zum Nachweis von Antikörpern gegen Coronaviren gearbeitet, sagt Schlumberger.

Reisestopp für Dräger-Mitarbeiter in China

„Wir versuchen, Reisen nach China weitestgehend zu vermeiden und prüfen zurzeit einzelne Reiseanträge nach China sehr genau gemeinsam mit der Führungskraft und dem Betriebsarzt“, sagt Dräger-Sprecherin Melanie Kamann. Derzeit seien keine Dräger-Mitarbeiter aus Deutschland auf Geschäftsreise in China. „Wir haben auch alle Dienstreisen von chinesischen Kollegen nach Deutschland und in andere Länder gestoppt“, erklärt Kamann.

Dräger hat Entwicklungs- und Produktionsstandorte in Peking und Shanghai. Aktuell spüre Dräger durch den Coronavirus keine negative Auswirkungen auf sein Geschäft. Die Produktion in China ruhe zurzeit aufgrund der Ferien zum chinesischen Neujahrsfest und werde erst am 4. Februar wieder starten.

SLM-Büro geschlossen

„Wir fliegen zurzeit nicht nach China, es muss sich keiner unnötig in Gefahr begeben“, sagt Daniela Wedemeyer, Sprecherin von SLM Solutions. SLM hat eine Niederlassung in Shanghai mit knapp 30 Mitarbeitern. Die Behörden in der Stadt hätten gerade verfügt, dass Büros bis zum 9. Februar geschlossen bleiben müssen. „Das bedeutet, unsere Mitarbeiter können nicht rausgehen und verkaufen“, sagt Wedemeyer.

Eine Fachmesse in Shanghai sei bereits verschoben worden. Zwei SLM-Mitarbeiter seien gerade in China, „wir müssen sehen, wie wir damit umgehen und wann sie zurückfliegen können“, sagt die Sprecherin.

Uni Hamburg untersagt Dienstreisen

Die Universität Hamburg hat ihren Beschäftigten Dienstreisen bis auf Weiteres untersagt. Tagungen und Kongresse mit Personen, die in China leben, werden verschoben. Hochschulen in Schleswig-Holstein gehen diesen Schritt noch nicht. Die Universität Lübeck prüft derzeit die beantragten Dienstreisen ihrer Mitarbeiter und verweist im Intranet auf die offiziellen Einschätzungen des Auswärtigen Amtes. „Sollten wir Rückkehrer haben, werden diese wegen des weiteren Vorgehens vor Dienstantritt kontaktiert“, sagt Elena Vogt, stellvertretende Pressesprecherin der Universität Lübeck.

„Wir beobachten die Lage sehr genau und orientieren uns an den Hinweisen des Auswärtigen Amtes“, sagt Frank Mindt, Sprecher der Technischen Hochschule Lübeck, die zwei Partneruniversitäten in der Nähe von Shanghai hat. Auch die mit 27 000 Studierenden größte Universität des Landes, die Christian-Albrecht-Universität in Kiel, untersagt keine Reisen und verweist aber auf die Empfehlungen des Auswärtigen Amtes. „Wir bieten Anlaufstellen für Studierende und Wissenschaftler, die gebuchte reisen nach China stornieren wollen“, sagt CAU-Sprecher Boris Pawlowski.

Bayerische Firma schließt

Nach der Infektion von vier Mitarbeitern mit dem Coronavirus hat der bayerische Autozulieferer Webasto die Konzernzentrale samt Entwicklungs- und Testzentrum für Dächer in Stockdorf bei München mit 1000 Mitarbeitern geschlossen. „Die meisten Kolleginnen und Kollegen können von zu Hause arbeiten“, sagt eine Sprecherin.

Die insgesamt 3000 Mitarbeiter an sieben anderen Standorten würden normal weiterarbeiten. Am Dienstag war bei Webasto der erste Coronavirusfall in Deutschland bekanntgeworden. Ein Mitarbeiter hatte sich bei einer chinesischen Kollegin angesteckt. Inzwischen wurde bei drei weiteren Mitarbeitern die Lungenkrankheit festgestellt.

Mehr zum Coronavirus – lesen Sie auch:

Live-Blog: Die Impfstoff-Entwicklung braucht vermutlich Monate

Lübecker Firmen stoppen Dienstreisen nach China

Mehrere Schleswig-Holsteiner werden isoliert

Wie gut ist Lübeck vorbereitet?

Hilft ein Wirkstoff aus Lübeck?

Wie die „Task-Force Infektologie“ am Flughafen München gegen Sars & Co. kämpft

Warum ein Computer-Algorithmus zuerst von der Epidemie wusste

Themenseite: Alle LN-Berichte zum Coronavirus

Von Christian Risch

Die Lübecker Feuerwehr ist am Mittwochabend zu einem Großeinsatz in der Moislinger Allee ausgerückt, weil zunächst Menschenleben in Gefahr zu sein schienen. Vor Ort entpuppte sich die Lage dann aber doch nicht als gefährlich.

29.01.2020

Ein 24-Jähriger aus Lübeck hat mit zwei weiteren Personen eine Kugelbombe in Moisling gezündet. Deshalb trat er am Mittwoch als Angeklagter vor das Amtsgericht Lübeck. Das Verfahren wurde gegen eine finanzielle Auflage vorläufig eingestellt.

29.01.2020

Hafen zu verkaufen: Die Lübecker Hafen-Gesellschaft (LHG) ist zu haben – jedenfalls zu 37,5 Prozent. Die Stadt ist die erste, die die Anteile erwerben kann. Dafür hat sie den Wert der LHG ermittelt.

29.01.2020