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Lübeck Europawahl: Großer Sieg der Grünen in Lübeck
Lokales Lübeck Europawahl: Großer Sieg der Grünen in Lübeck
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23:15 26.05.2019
Glückliche Grüne: Die Fraktionschefs Bruno Hönel und Michelle Akyurt. Quelle: 54° / Felix Koenig
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Lübeck

Riesengroße Überraschung in Lübeck: Platz eins belegen die Grünen mit satten 31,6 Prozent – und mehr als 10 Prozent Abstand auf den nächsten Platz. Damit verdoppeln sie ihr Ergebnis der Europawahl von 2014. Ein Novum. Platz zwei belegt die CDU mit 20,4 Prozent. Das ist ein Minus von acht Prozent. Knapp dahinter auf Platz drei die SPD mit 19,4 Prozent. Ein Absturz um 14,8 Prozent.

Mit weitem Abstand kommt auf Platz vier die AfD mit 7,5 Prozent. Platz fünf holen die Linken mit 4,7 Prozent. Und Platz sechs belegt die FDP mit 4,6 Prozent. Die Wahlbeteiligung beträgt 54,6 Prozent.

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Jubel bei den Grünen: Michelle Akyurt, Axel Flasbarth und Bruno Hönel freuen sich über das Ergebnis. Sie liegen sie auf Platz 1. Quelle: 54° / Felix Koenig

Das gab es noch nie: Die Grünen werden stärkste Partei in Lübeck. Und das hat niemand erwartet, auch nicht die Grünen. „Wir hatten eher die CDU auf Platz eins und uns auf Platz zwei gesehen“, gibt Fraktionschef Bruno Hönel zu. Die Grünen geben am Wahlabend ein großes Ziel aus: „Die Ergebnisse in Lübeck lassen hoffen, dass wir die stärkste Kraft werden“, ist Fraktionschefin Michelle Akyurt euphorisch. Denn: Auch in sonst traditionell SPD-Wahlbezirken liegen die Grünen vorne. Für Akyurt ist klar. „Die Europawahl ist eine Klimawahl.“ Das Thema sei jetzt im breiten Bewusstsein der Bevölkerung angekommen.

CDU schafft Platz zwei

Um Platz zwei kämpfen CDU und SPD den gesamten Wahlabend. Die CDU hat am Ende die Nase knapp vorn mit 20,4 Prozent – und einem Prozent mehr. Dahinter die SPD mit 19,4 Prozent. „Es war unser erklärtes Ziel vor die der SPD zu liegen“, sagt Kreischef Carsten Grohmann. Er gibt zu: Die CDU hinkt bei den Themen Netz-Politik und Klimawandel hinter den Grünen her. Aber: CDU-Kandidat Niclas Herbst aus Kiel wird den Sprung ins EU-Parlament schaffen. Grohmann: „Zu ihm habe ich einen guten Draht.“ Die beiden Politiker kennen sich noch aus der Jungen Union.

Verhaltene Stimmung bei der CDU: Kreischef Carsten Grohmann (r.) unterhält sich mit Axel Flasbarth (l.) von den Grünen. Quelle: Agentur 54°

Totentanz bei der SPD

Totentanz bei der SPD in der Großen Burgstraße: Die SPD hat sich in ihr Parteibüro zurückgezogen und sich gar nicht im Rathaus getummelt. „Die Ergebnisse sind eine Katastrophe“, gibt Kreischef Thomas Rother zu. Und sagt: „Fröhliche Stimmung ist was anderes.“ Die SPD habe den Erneuerungsprozess schneller und konsequenter führen müssen. Man habe nicht auf alle Fragen Antworten gehabt. „Da waren andere schneller.“

Schlechte Stimmung bei der SPD: Kreischef Thomas Rother (l.) und Fraktionschef Peter Petereit (r.) verfolgen die Wahlergebnisse in dem Kreisparteibüro in der Großen Burgstraße. Quelle: 54° / Felix Koenig

So haben die Stadtteile gewählt

Blick in die Stadtteile – ohne die Briefwähler: Travemünde geht an die CDU (31,4 Prozent), die Grünen landen auf Platz zwei (24,5 Prozent) vor der SPD (18,1 Prozent). In Kücknitz gewinnt die SPD (24,4 Prozent) knapp vor den Grünen (22,3 Prozent). Platz drei geht an die CDU (21,8 Prozent). In Schlutup sind die Grünen vorne (26 Prozent), gefolgt von der SPD (21,9 Prozent) und der CDU (21,2 Prozent). In St. Gertrud belegen die Grünen Platz eins (32,7 Prozent) – weit vor der CDU (20 Prozent) und der SPD (18,7 Prozent).

Hier laufen die Wahlergebnisse ein: In der Hörkammer im Rathaus nehmen die städtischen Mitarbeiter die Wahlergebnisse per Telefon an. Quelle: 54° / Felix Koenig

St. Lorenz Nord geht an die grünen (28,5 Prozent), dann folgen SPD (20,1 Prozent) und CDU (18,2 Prozent). St. Lorenz Süd geht ebenfalls an die Grünen (34,3 Prozent), die SPD landet auf platz zwei (18,3 Prozent) und die CDU auf Platz drei (13,2 Prozent). In Buntekuh ist die SPD vorne (25,3 Prozent), es folgt die CDU (23,2 Prozent) und die Grünen landen dahinter (21,4 Prozent). In Moisling hat die SPD gewonnen (24,3 Prozent), gefolgt von Grünen (22,3 Prozent) und CDU (20,6 Prozent). St. Jürgen holen klar die Grünen (38,2 Prozent), dann kommt die CDU (18,4 Prozent) und die SPD (16,2 Prozent). In der Innenstadt sind die Grünen klarer Sieger (46 Prozent), Platz zwei geht an die SPD (12,9 Prozent), dann folgt die CDU (9,3 Prozent).

Verkündet die Ergebnisse der Europawahl in Lübeck: Bürgermeister Jan Lindenau (SPD). Quelle: 54° / Felix Koenig

Wahlbeteiligung bei 54, 6 Prozent in Lübeck

Historische hohe Wahlbeteiligung: Sie liegt bei 54,6 Prozent. Von 166 530 wahlberechtigten Lübeckern sind 90 946 zur Wahl gegangen. Bürgermeister Jan Lindenau (SPD) ging erst von knapp 60 Prozent aus, dafür hat es dann doch nicht gereicht. Zum Vergleich 2014 waren es gerade einmal 37,6 Prozent.

Europawahl: Das ist Wahlbeteiligung in Lübeck. Quelle: Jochen Wenzel

Enorm viele Briefwähler

Es gibt exakt 25 513 Briefwähler in Lübeck. Das sind wesentlich mehr als bei der Europawahl 2014.„Es gibt eine extreme hohe Wahlbeteiligung bei den Briefwählern“, verkündet Lindenau (SPD). In der Hanse-Schule an der Dankwartsgrube werden in 15 Zimmern alle abgegebenen Briefwahl-Umschläge gesammelt. Dort wurden um 16 Uhr die roten Umschläge geöffnet. Darin stecken die blauen Umschläge. Die wurden dann ab 18 Uhr geöffnet.

Europawahl 2019: Die Stimmen der Briefwahl werden in der Hanse-Schule ausgezählt. Quelle: Lutz Roeßler

Das ist das Ergebnis der letzten Europawahl

Bei der Europawahl 2014 hat in Lübeck die SPD gewonnen. 34,2 Prozent der Lübecker wählten die Sozialdemokraten. Die CDU landete auf Platz zwei – mit 27,4 Prozent. Die Grünen belegten Platz drei mit 15,3 Prozent. Die Linken holten sechs Prozent, die FDP 3,1 Prozent.

Bei der Europawahl 2009 hatte die CDU die Nase knapp vorn. Sie holte 29,8 Prozent. Die SPD landete indes auf Platz zwei mit 28,3 Prozent. In Lübeck belegte die CDU Platz eins ebenfalls bei den Europawahlen davor: 2004 und 1999. In den Jahren davor gewann in Lübeck die SPD die Europawahlen 1994, 1989, 1984 und 1979.

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Josephine von Zastrow