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Lübeck Exotische Wasserbüffel als Landschaftspfleger
Lokales Lübeck Exotische Wasserbüffel als Landschaftspfleger
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22:29 18.08.2018
Der Landschaftspflegeverein Dummersdorfer Ufer, der die Flächen betreut, hatte im vorigen Jahr die Idee, erstmals Wasserbüffel für die Pflege einzusetzen. Quelle: Agentur 54°
Travemünde

Es sieht exotisch aus, als wäre man auf einem anderen Kontinent. Dabei sind es Ungarische Wasserbüffel, die seit November vorigen Jahres auf einem 14 Hektar großen Areal im Naturschutzgebiet Südlicher Priwall weiden. Sechs Kühe sowie Jungbulle „Joda“, der als Einziger einen Namen erhalten hat, tummeln sich auf der mit einem Elektrozaun abgezäunten Fläche. Sie sollen mit einer natürlichen Landschaftspflege die Verbuschung auf der Feuchtwiese verhindern und Platz schaffen für den Kiebitz, die Krickente, Bekassine, die Brandgans und andere schützenswerte Vögel, die im nächsten Frühjahr auf der Wiese brüten wollen.

Der Landschaftspflegeverein Dummersdorfer Ufer, der die Flächen betreut, hatte im vorigen Jahr die Idee, erstmals Wasserbüffel für die Pflege einzusetzen. „Es war ein Versuch. Mit unseren Schafen ist es gescheitert, weil diese im knietiefen Wasser Probleme haben und beim Fressen auch nicht die hohen Sträucher erreichen. Glücklicherweise konnten wir eine Herde von einer Landwirtin aus Dassow ausleihen“, sagt Vereins-Geschäftsführer Matthias Braun.

Die Bedingungen für die imposanten 500 bis 600 Kilogramm schweren Kolosse sind nahezu ideal: reichlich Auslauf, schattige Plätze, feuchte Wiesen, Wasser und vor allem genug Nahrung. Oft machen es sich die Büffel unter kleinen Büschen und Bäumen gemütlich. Wenn es ihnen zu warm wird, tummeln sie sich gern in einem bis zu 1,50 Meter tiefen Wasserloch, suhlen und wälzen sich im Schlamm, um anschließend wieder das reichhaltige Angebot an Fressbarem zu genießen. „Die Tiere haben sich bei uns sofort pudelwohl gefühlt“, sagt Thomas Prass, Technischer Leiter des Vereins und Landschaftspfleger, der die Herde täglich besucht. Obwohl es eine Leitkuh gibt, ist der 55-Jährige so etwas wie der „Chef“ der Herde. „Sie kennen mich, vertrauen mir und folgen mir, wenn ich vorbeikomme.“

Für Ausflügler, die das Areal am Wanderweg passieren, sind die Büffel meistens nicht zu sehen, weil sich die Tiere häufig verstecken. Es gibt aber auf einer Tafel Informationen über das Projekt. Im vorigen Winter wurde vom Verein eine Schutzhütte aufgestellt, denn die Büffel sind trotz ihrer körperlichen Robustheit gegen Dauerregen und starken Wind empfindlich. „Es gab sogar Beschwerden beim Veterinäramt, dass die angeblichen Kühe im Winter draußen gelassen würden. Das konnten wir aber schnell klären“, so Prass.

„Der Versuch, Wasserbüffel für die Landschaftspflege einzusetzen, hat sich absolut bewährt. Vor allem ist es gut, dass es eine kleine Herde ist, das passt genau in unser Konzept“, zieht Matthias Braun ein positives Fazit. Ende Oktober ist jedoch erstmal Schluss, dann hat die Herde ihre Arbeit getan und das Feld für die Vögel vorbereitet.

Thomas Krohn

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