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Lübeck Zu gefährlich, zu laut: Experten warnen vor Silvesterknallern
Lokales Lübeck Zu gefährlich, zu laut: Experten warnen vor Silvesterknallern
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19:56 27.12.2018
Jedes Jahr verletzen sich viele Hobby-Pyrotechniker zu Silvester. Quelle: Marc Müller/dpa
Lübeck/Berlin

Raketen und Böller gehören für viele an Silvester einfach dazu. Dabei sind Feuerwerkskörper brandgefährlich. Zum Jahreswechsel werden allein 800 Augenverletzungen durch Pyrotechnik registriert. Der Leiter der Notaufnahme der Berliner Charité fordert daher ein Böllerverbot für Laien. Einer Umfrage zufolge wünscht sich die Mehrheit der Deutschen Feuerwerksverbote in den Innenstädten. Hannover macht jetzt ernst – erstmals ist das Abbrennen von Feuerwerk in der Innenstadt untersagt. Auch in Städten wie Dortmund, Nürnberg und München gibt es bereits Böller-Verbote. In Lübeck fand sich dafür bisher keine Mehrheit.

Zum Jahreswechsel herrscht in den Notaufnahmen Hochbetrieb. Ärzte behandeln dort nicht nur Hobby-Pyrotechniker, sondern auch Zufallsopfer, vor allem Kinder. Ihr Anteil unter den Silvester-Verletzten habe in den vergangenen Jahren bei Augen- und Ohrenverletzungen zugenommen“, berichtet Tobias Lindner, leitender Oberarzt der Notaufnahme am Virchow-Klinikum der Berliner Charité. Grund seien etwa Knaller-Würfe, die zu Explosionen nahe dem Gesicht führen. Opfer hätten in solchen Fällen keine Chance.

Es kommt sogar vor, dass Menschen den Rutsch ins neue Jahr nicht überleben. So gab es voriges Silvester in Brandenburg zwei Tote durch Feuerwerk. „Die schweren Verletzungen passieren fast ausschließlich mit illegalen Böllern, den sogenannten Polenböllern, oder selbstgebasteltem Feuerwerk“, sagt Angela Kijewski, Sprecherin der Unfallkrankenhauses Berlin. Auch nicht frei verkäufliche Produkte wie etwa Kugelbomben hätten schon zum Tod oder zu erheblichen Verletzungen bei jungen Männern geführt.

Neben diesen Unfällen kommt es auch zu Bränden oder Angriffen auf Rettungskräfte, Polizei und Feuerwehr. Allein deswegen gehöre Pyrotechnik nicht in die Hände einer breiten Öffentlichkeit, meint Mediziner Lindner. „Man sollte sich auf schöne Feuerwerke konzentrieren, die der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, so dass man das gemeinsame Erlebnis hat.“ Der „Straßenkampf“ aber solle unterbunden werden.

Auch Lübecks Feuerwehrchef Bernd Neumann hatte sich für ein Knaller-Verbot stark gemacht. Jedes Jahr würden dabei Menschen verletzt, immer wieder gebe es Feuer durch fehlgegangene Raketen. Es würde sehr helfen, wenn privates Feuerwerk eingeschränkt oder verboten würde, so sein Appell im Januar. Im zuständigen Ausschuss aber fand sich dafür keine Mehrheit.

Und so greift in der Lübecker Altstadt wie auch in vielen anderen Orten die bundesweite Sprengstoffverordnung: Danach ist das Abbrennen von Raketen, Böllern und Fontänen in unmittelbarer Nähe von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altenheimen sowie Reet- und Fachwerkhäusern auch am 31. Dezember sowie am 1. Januar verboten. Für hochsteigende Raketen gilt ein Abstand von 200 Metern, ansonsten 25 bis 30 Meter. Für große Teile der Altstadt läuft das auf ein Verbot hinaus.

Sollte das Zünden von Feuerwerk an Silvester in deutschen Innenstädten verboten werden? 41 Prozent meinen: „Ja, auf jeden Fall.“ Weitere 18,6 Prozent sagten dazu „eher ja“. Damit sprechen sich fast 60 Prozent von mehr als 5000 Befragten für Feuerwerksverbote in deutschen Innenstädten aus, so das Ergebnis des Online-Forschungsinstituts Civey im Auftrag der Funke-Mediengruppe. Bei Frauen ist die Zustimmung größer als bei Männern. Weniger als ein Drittel der Befragten lehnte diese Knall-Verbote ab.

J. Paulat und S. Bücker

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