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Lübeck FDP-Politiker informieren sich über Bodycams
Lokales Lübeck FDP-Politiker informieren sich über Bodycams
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22:10 19.07.2018
Auf Sommerreise, v. l.: Jörg Hansen (Polizeiexperte der FDP im Landtag), Christopher Vogt (FDP-Fraktionschef), Polizist Matthias Erhardt. Quelle: Foto: Fgr
St. Lorenz Süd

Vor kurzem erst kontrollierte der Polizist Helge Westphal einen Autofahrer wegen des Verdachts auf Drogenmissbrauch. Der Mann sollte einen Bluttest abgeben, weigerte sich aber lautstark. „Ich schalte jetzt die Kamera ein“, sagte Westphal daraufhin. Nach längerer Diskussion willigte der Autofahrer in die polizeiliche Maßnahme ein. Es kehrte Ruhe ein. Die Kamera hat sich bewährt.

Wie die Bodycam im Alltag funktioniert, haben die Beamten jetzt Christopher Vogt, dem Fraktionsvorsitzenden der FDP im Landtag, und dem FDP-Polizeiexperten Jörg Hansen gezeigt. Sie besuchten im Rahmen ihrer Sommertour das 2. Polizeirevier, um die Beamten über erste Erfahrungen mit der Bodycam und die Herausforderungen ihrer Arbeit zu befragen. Anschließend nahmen sie an einer Nachtfahrt teil. „Polizisten machen einen schweren Job, das wollen wir anerkennen“, sagt Vogt.

Problematisch finden die Einsatzkräfte, dass die Gewaltbereitschaft gegen sie immer weiter steige. Jörg Hansen hat vor seinem Dienst als Abgeordneter selbst 35 Jahre in Lübeck und Mecklenburg-Vorpommern als Polizist gearbeitet und hätte sich im Dienst öfter eine Bodycam gewünscht. Doch wie verträgt sich diese Einstellung mit dem Anspruch, die Polizei bürgernäher zu gestalten, den die FDP im Koalitionsvertrag formuliert? „Eine Balance zwischen den Abwehrrechten des Einzelnen gegen den Staat, aber eben auch dem Schutz der Beamten ist wichtig“, betont Vogt. Gleichzeitig müssten die Arbeitsbedingungen verbessert werden, damit die vorgesehenen 500 neuen Stellen auch besetzt werden können. Kleine Wachen müssten erhalten werden, „damit wir nicht das Signal senden, dass der Staat sich aus den Stadtteilen zurückzieht“.

Thorsten Bastian ist einer der dienstälteren Kollegen auf dem 2. Revier. Für ihn ist klar, dass eine Kamera in kritischen Situationen das letzte Mittel ist: „Wir sind eine sehr junge Dienststelle, meine Kollegen sind alle gewaltfrei aufgewachsen. Wir sind nicht auf Eskalation aus.“ Wichtig sei auch, dass viele Kollegen heute viel offener über Gewalterfahrungen im Dienst sprechen. Das sei wichtig, um solche Situationen zu verarbeiten. „In jedem von uns steckt ein Psychologe“, sagt Bastians Kollege Matthias Ehrhardt. „Sie kommen von einer Schlägerei und sind noch aufgeputscht, dann müssen Sie auf einem Dach einen Selbstmörder zurückhalten.“

frg

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