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Lübeck Fachärzte sollen besser verteilt werden
Lokales Lübeck Fachärzte sollen besser verteilt werden
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17:52 25.11.2013
HNO-Ärztin Dr. Hilke Sommer ist aufs Land gewechselt, ist in Eutin in eine Praxis eingestiegen. Bereuen tut sie den Wechsel nicht.
Kiel

Mediziner-Mangel auf dem Land: Der Bundesausschuss von Ärzten, Krankenkassen und Kliniken will mit deutschlandweit 3000 neuen Stellen für Hausärzte, 1350 für Psychotherapeuten und 780 für andere Fachärzte sowie einem neuen Planungsmodell gegensteuern. Die Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein KVSH bezweifelt, dass so viele neue Praxen überhaupt besetzt werden können. Im Land könnte das neue Modell dazu führen, dass ländliche Kreise eher noch Ärzte verlieren.

Bislang wurde der Ärztebedarf innerhalb der Kreisgrenzen ermittelt. In Städten wie Lübeck war die Versorgungsdichte relativ hoch, von „Überversorgung“ die Rede, auf dem Lande war sie geringer.

Künftig wird das Land für die Hausärzte-Planung in 33 Bereiche aufgeteilt. Der Bereich Lübeck umfasst dann zum Beispiel auch den Süden Ostholsteins und den Norden Stormarns und des Herzogtums Lauenburg, erklärt KVSH-Juristin Bianca Hartz. Dem liegt die Erkenntnis zugrunde, dass hier viele Einwohner die Hausärzte in Lübeck nutzen. Den Städten wird deshalb eine größere Hausarztdichte zugestanden.

Dasselbe gilt für die Facharztversorgung — hier umfasst die Planung erstmals alle 22 übrigen Ärztegruppen, bislang waren zum Beispiel Kinderpsychologen ausgenommen. Weil Lübeck und Hamburg sowie Stormarn die Umlandkreise in hohem Maße mitversorgen, könnte die Zahl der Facharztpraxen gerade im Herzogtum Lauenburg oder Segeberg noch weiter sinken. Innerhalb der Kreise könne man mit dem neuen Planungsmodell auf eine bessere räumliche Verteilung hinwirken. So praktizieren in Ostholstein sieben von 14 Chirurgen in Stockelsdorf und Bad Schwartau. Schließt eine Praxis aus Altersgründen, könne die KVSH sie aufkaufen und die Zulassung zum Beispiel nach Fehmarn oder Oldenburg vergeben — wenn sich denn dort ein Bewerber findet. So wird in den nächsten Jahren alleine rund ein Drittel der Hausarztpraxen aus Altersgründen einen Nachfolger suchen. Der Nachwuchs ist knapp, viele Mediziner wollen nicht Hausarzt werden. Vor allem an der Westküste werde das Problem drängend. Um das zu ändern, soll an den Unis weiter Werbung gemacht werden, zudem gibt es weiter Unterstützung für junge Ärzte, die Land-Praktika absolvieren.

Die HNO-Ärztin Hilke Sommer hat ihren Wechsel nach Eutin jedenfalls nicht bereut, kann das anderen Kollegen empfehlen. 2009 gab die 42-Jährige eine Stelle in einem Krankenhaus in Oldenburg/Oldenburg auf, stieg in Eutin in eine Praxis ein und wird sie ab 1. Januar weiter führen. „Ich war Mutter geworden, da ist die Selbstständigkeit angenehmer.“ Ihre Tochter fühle sich heute ebenso wohl, die Gegend sei schön, in der Stadt gebe es ein tolles Miteinander. Der Kontakt zu den Patienten sei hier zudem viel enger als in größeren Städten. Sie operiere auch in der Klinik vor Ort. Und wenn es dann mal Komplikationen gebe, sei auch nachts das Handy an und der Weg zum Patienten kurz.

Ein Drittel der Hausärzte ist älter als 60

1960 Hausärzte praktizieren zurzeit in Schleswig- Holstein, davon 190 angestellte. Dazu kommen 2450 Fachärzte (davon 420 angestellte) sowie 630 Psychotherapeuten (davon 50 Angestellte). Sie arbeiten in 2290 Einzel-, 860 Gemeinschaftspraxen und 69 Versorgungszentren sowie 179 Zweigpraxen. 19 Arztsitze sind zurzeit unbesetzt. In Dithmarschen fehlen neun Hausärzte, in Steinburg neun Hausärzte und ein Hautarzt. Ein Drittel der Hausärzte im Land ist 60 Jahre und älter. Zurzeit gibt es nur 122 Ärzte, die eine Ausbildung zum Allgemeinarzt absolvieren.

Wolfram Hammer

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