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Lübeck Neues Selbstbewusstsein der Gattung Fachhochschule
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19:15 13.06.2019
Prof. Karim Khakzar (l.), Vizepräsident der Hochschulrektorenkonferenz, und Lübecks TH-Präsidentin Dr. Muriel Kim Helbig informieren sich bei der kleinen internen Hochschulmesse am Berliner HAW-Infostand bei Erik Zürn und Dr. Silke Laschnit. Quelle: Lutz Roeßler
Lübeck

Der Campus der Technischen Hochschule ist ungewöhnlich leer; es sind auch noch Parkplätze am Mönkhofer Weg und in der Bessemer Straße zu bekommen – ein sehr ungewöhnlicher Umstand für einen Vormittag während des Semesters. „Unsere Studierenden haben zwei Tage vorlesungsfrei“, liefert TH-Pressesprecher Frank Mindt gleich die Erklärung, „aber sehr viele von ihnen sind dann wieder am Sonnabend als Helfer beim öffentlichen Campus-Festival hier im Einsatz.“

Orientierung im Pressebüro

An Mindts Tür im Erdgeschoss des Seminargebäudes prangt ein Schild mit der Aufschrift „Pressebüro“. Das ist zur Orientierung notwendig, da nur einen Flur weiter unter dem Motto „Zukunft gestalten“ bundesweit bedeutsame Diskussionen geführt werden und das Interesse an den Ergebnissen entsprechend groß ist.

Dieses Plakat wirbt für den öffentlichen Teil der dreitägigen Feier – das große Campus-Festival für alle am Sonnabend. Quelle: TH Lübeck

Bundespräsident ist Schirmherr

Unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten feiern die „Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAW)“ – zu denen Fachhochschulen (FH) und Technische Hochschulen (TH) gehören und der als Oberbegriff verwendet wird – in Lübeck drei Tage lang ihr zentrales Jubiläum. Schließlich nahm in Schleswig-Holstein diese Hochschulgattung im Jahr 1969 ihren Anfang. Aus der zuvor geschaffenen „Staatlichen Ingenieurschule“ wurde in der Hansestadt zu dem Zeitpunkt die FH Lübeck, die nun seit September des vergangenen Jahres unter dem neuen Namen „TH Lübeck“ firmiert – wobei sich dadurch allerdings nichts an ihrem Profil geändert hat.

Im Hörsaal des Seminargebäudes wurde bei einer hochrangig besetzten Diskussionsrunde über das deutsche Wissenschaftssystem diskutiert. Quelle: Hollinde

„Ich freue mich sehr, dass wir Gastgeber sein dürfen. Dabei schließe ich natürlich Kiel und Flensburg mit ein, da es hier um ein Gemeinschaftsprojekt der Fachhochschulen in Schleswig-Holstein geht“, sagt Lübecks TH-Präsidentin Dr. Muriel Kim Helbig. Ebenso wisse sie es sehr zu schätzen, dass sehr viele Kolleginnen und Kollegen der Einladung gefolgt seien und man „Player aus dem gesamten Hochschulsystem“ bei diesem Treffen dabei habe.

So sitzen im Vorfeld der geschlossenen Workshops bei der einführenden Diskussionsrunde der sogenannten „Bad Wiesseer Tagung“ nicht nur 90 HAW-Präsidentinnen und -Präsidenten aus ganz Deutschland im Hörsaal, sondern auch hochrangige Vertreterinnen und Vertreter von Universitäten und Forschungseinrichtungen sowie aus der Politik.

Aufstellen zum zentralen Foto-Shooting am TH-Seminargebäude, dem zentralen Tagungsort. Quelle: Lutz Roeßler

Es geht anschließend vor allem um die Finanzierung von angewandter Forschung, um das Promotionsrecht für HAWs generell, Profilschärfung und die Gewinnung von Professorinnen und Professoren als Dozenten.

Klares Profil der HAWs

Dabei betont Prof. Karim Khakzar, Präsident der Hochschule Fulda und Vizepräsident der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), dass die HAWs keinesfalls danach streben, kleine Universitäten werden zu wollen. „Diese Forderung kommt nicht aus unseren Reihen“, stellt Khakzar klar, „die 118 staatlichen HAWs sind zwar sehr stark ausdifferenziert, haben aber ein klares Profil. Allerdings wünschen wir uns, dass es keine rechtlichen Restriktionen gibt, also Bereiche, wo wir nicht aktiv sein dürfen, weil wir als Hochschultyp zu einer besonderen Gruppe gehören. Wenn man uns diese Freiheiten lässt, möchten wir uns voll und ganz zu diesem Hochschultyp bekennen.“

Die Crew des Juniorcampus ist schon im Vorbereitungsfieber (v. l.): Nena Clausen, Volker Geist, Anja Huttunen sowie Jochem Bohnet. Quelle: Lutz Roeßler

Live-Musik, Juniorcampus, Streetfood und mehr

Nach den zwei internen Tagen ist dann auch endlich am Sonnabend die Öffentlichkeit zum Mitfeiern von 14 bis 23 Uhr auf den TH-Campus eingeladen. An den bereits aufgestellten Pagodenzelten sowie den Hinweisschildern für umfangreiche Parkverbote ist zu erkennen, welches Ausmaß dieses Fest „Hochschule zum Anfassen“ haben wird – mit unter anderem Open-Air Bühne mit Livemusik und Wissenschaftsshows, Streetfood-Markt und offenen Laboren. Natürlich wird sich auch der Juniorcampus mit Mitmach-Experimenten für Kinder ab fünf Jahren präsentieren. „Dabei werden wir zum Beispiel noch unterstützt von der Baltic-Schule, den Sternfreunden und der Uni-Schülerakademie“, verspricht Mitarbeiterin Nena Clausen.

Der Wandel der FHs

Rund 220 Fachhochschulen – oder auch Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAW) – , davon 118 staatliche, sind heute ein fester Bestandteil der deutschen Hochschullandschaft. In den vergangenen 20 Jahren hat sich die Zahl der der dort Studierenden mehr als verdoppelt, auf rund eine Million. Dies entspricht rund einem Drittel der Gesamtstudierendenschaft in Deutschland.

Durch die 1999 verabschiedete Studienreform, die Bachelor und Master als Abschlüsse in Deutschland eingeführt hat, verschwand die bis dahin geführte Diskussion um die Wertigkeit des FH-Diploms im Vergleich mit einem Uni-Diplom. Auch ansonsten begegnen die HAWs den Universitäten immer mehr auf Augenhöhe: Das Thema Forschung nimmt erheblich an Bedeutung zu, und das Promotionsrecht, das originär den Universitäten gehört, wird ebenfalls beansprucht.

 

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Michael Hollinde

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