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Lübeck Fachleute: Mieten in Lübeck steigen stark
Lokales Lübeck Fachleute: Mieten in Lübeck steigen stark
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11:27 26.11.2013
„Die Erhöhungen merken wir in unseren Beratungen.“ Thomas Klempau Mieterverein
Lübeck

Der jüngste Preisspiegel der Hansestadt meldete noch moderat steigende Mieten. Doch damit soll es vorbei sein. „Von Ende 2012 bis jetzt sind die Kaltmieten um durchschnittlich 8,6 Prozent gestiegen“, sagte die SPD-Bundestagsabgeordnete Gabriele Hiller-Ohm auf einer Veranstaltung zum Thema „Bezahlbares Wohnen in Lübeck“. Thomas Klempau, Geschäftsführer des Mietervereins, bestätigte die jüngste Entwicklung: „Im Augenblick haben wir starke Miet-Erhöhungen. Das merken wie in unseren Beratungen.“

Auch der Kieler Innenminister Andreas Breitner (SPD) nannte Lübeck „eine Stadt mit einem sehr angespannten Wohnungsmarkt“. Es gebe Probleme im Hamburger Rand, auf Sylt und in Kiel sowie Lübeck, berichtete Breitner. Im Landesdurchschnitt seien die Mieten in den vergangenen fünf Jahren unterhalb der Inflationsrate teurer geworden. Die Durchschnittsmiete in den Universitätsstädten Kiel und Lübeck hingegen liege derzeit bei 6,51 bis 6,63 Euro kalt pro Quadratmeter. Spitzenreiter im Land sei die Insel Sylt mit 18 Euro kalt, so Breitner. In Lübeck schwanken die Kaltmieten nach Angaben von Hiller-Ohm zwischen 5,56 Euro in Moisling und 7,32 Euro in der Innenstadt — bei Neuvermietungen.

Innenminister Breitner forderte als Ausweg, dass mehr neue Wohnungen gebaut werden müssten. Das Land stelle der Hansestadt dafür 48 Millionen Euro Fördergelder für 2013 und 2014 zur Verfügung.

Hauptabnehmer ist die städtische Grundstücksgesellschaft „Trave“, aber auch der Lübecker Bauverein hat für die Jahre 2014 und 2015 rund 18 Millionen Euro Fördergelder beantragt. Ersatzneubauten soll es in der Luisenstraße, Ratzeburger Allee und am Sandberg geben, sagte Vorstandssprecher Detlef Aue. Der Bauverein vermietet seine Wohnungen im Durchschnitt für 5,40 Euro je Quadratmeter. Aue: „Wir haben noch Luft nach oben.“

Die Bundes-SPD will mit mehr Geld für die Städtebauförderung, das Programm Soziale Stadt, altengerechtes Bauen und für Gebäudesanierung gegensteuern. Außerdem soll der Heizkostenzuschuss für bedürftige Mieter wieder eingeführt und eine Mietpreisbremse bei Neuvermietungen eingezogen werden. Die Maklergebühr soll der Auftraggeber bezahlen.

Steigende Mieten, fehlende Wohnungen und sinkende Einkommen — so skizzierte Hiller-Ohm die Lage. Über 20 Prozent der Lübecker verdienten weniger als den Mindestlohn. Zugleich ist die Nachfrage nach kleinen Wohnungen stark gestiegen. Davon sei die Wohnungswirtschaft überrascht worden, bekannte Matthias Rasch, Geschäftsführer der „Trave“. Mit dem Bau von zusätzlichen Wohnungen halte sich die Wohnungswirtschaft zurück. Rasch: „Wir haben die Sorge, dass wir neu bauen und 2020 oder 2025 auf leer stehenden Wohnungen sitzen bleiben.“

dor

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