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Lübeck Fähre defekt: Ärger über Ausfall der „Priwall VI“
Lokales Lübeck Fähre defekt: Ärger über Ausfall der „Priwall VI“
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22:23 18.07.2018
Die kleine „Priwall IV“ nimmt keine Räder mit – das ärgert auch die niederländischen Urlauber Kees und Alida de Vries. Quelle: Foto: Lutz Roessler
Lübeck

Immer wieder dasselbe Bild: Radfahrer, darunter viele Urlauber, die zwischen Festland und Priwall hin- und herradeln, stehen betroffen an der Personenfähre und erfahren durch ein Schild des Stadtverkehrs, dass sie bitte die Autofähre nutzen möchten. Also erst einmal wieder rauf aufs Rad, bevor es über die mit Passanten überfüllte Vorderreihe zur Autofähre geht. Was einigen Radfahrern gewaltig stinkt, vor allem, wenn sie womöglich erst einmal an der Autofähre vorbei zum Anleger der Personenfähre geradelt sind.

Seit einem Monat ist die noch recht neue Personenfähre „Priwall VI“ defekt. Stattdessen bringt die kleine, alte „Priwall IV“ seit Juni Personen über die Trave. Was kein Problem wäre, wenn nicht gerade Hauptsaison wäre und die kleine Fähre auch Fahrräder mitnehmen könnte.

Der Pötenitzer Hans-Joachim Freitag fährt regelmäßig mit dem Auto vom Priwall nach Travemünde. Am Sonntag jedoch wollte er mit dem Rad rüber zur Travepromenade. Und musste abdrehen, nachdem er vom Ausfall der „Priwall VI“ erfuhr. „Wir haben ja momentan auf dem Priwall nicht unbedingt eine fahrradfreundliche Situation, so dass es schon ärgerlich ist, wenn man das vorher nicht weiß.“ Ein Hinweis an der Autofähre, ist Freitag überzeugt, wäre da schon sinnvoll. Was ihn noch mehr ärgert als die Tatsache, dass die neue Fähre ständig ausfällt: „die Informationspolitik.“ So habe ihm eine Mitarbeiterin auf die Frage, warum denn die „Priwall VI“ nicht fahre, gesagt, sie verstehe das auch nicht, denn das Schiff sei gar nicht defekt. Freitag: „Man kann zumindest erwarten, dass die Mitarbeiter informiert sind.“

Seit dem 18. Juni ist die erst im März 2016 in Dienst gestellte PersonenfährePriwall VI“ außer Betrieb. Getriebeschaden, wie es seitens des Stadtverkehrs hieß, der seinerzeit einfach nur ein Ersatzteil bestellen und die Fähre vor Ort reparieren lassen wollte. Es war nicht der erste Ausfall der neuen Personenfähre: In ihren ersten zweieinhalb Einsatzmonaten fiel sie gleich drei Mal aus – zwei Mal gab es einen Antriebsschaden, ein Mal war eine Schweißnaht gerissen.

Die Verärgerung der Radfahrer kann Stadtverkehr-Sprecherin Gerlinde Zielke „nachvollziehen“. Es sei auch für den Stadtverkehr nicht schön, „und ich kann nur versichern, dass wir bemüht sind, das Problem so schnell wie möglich zu beheben“. Das Ganze habe sich so lange hingezogen, „weil noch Ansprüche zwischen der Werft und uns geklärt werden mussten“. Nun sei man so weit, dass die Fähre zwecks Reparatur auf die Werft gebracht werde. „Der Schaden lässt sich doch nicht vor Ort reparieren.“ Der Stadtverkehr hoffe aber, „dass die ,Priwall VI’ Ende Juli wieder hier ist“.

Kleiner Trost für Radfahrer: Während der Travemünder Woche (20. bis 29. Juli) wird an der Nordermole die alte AutofähreBerlin“ eingesetzt. Freitags Anregung, auch am großen Fähranleger einen Hinweis auf die aktuelle Situation anzubringen, will Zielke an ihre Marketingabteilung weiterleiten.

Von Sabine Risch