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Lübeck Fahrbereitschaft für Obdachlose
Lokales Lübeck Fahrbereitschaft für Obdachlose
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15:01 18.12.2018
Das Zelt eines Obdachlosen, das Anfang März unter der Glitzerbrücke aufgebaut war. Lübeck diskutiert über die richtige Hilfe für diese Menschen. Quelle: Olaf Malzahn
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Lübeck

Die Hilfsorganisationen Arbeiter-Samariter-Bund, Deutsches Rotes Kreuz, Malteser Hilfsdienst und Johanniter-Unfall-Hilfe bieten ab 21. Dezember nachts und auch an Wochenenden einen Fahrdienst für frierende Obdachlose an. „Das ist eine schnelle, pragmatische Lösung in der derzeitigen Debatte über einen Kältebus“, sagt Matthias Rehberg, Bereichsleiter bei den Johannitern.

Matthias Rehberg, Bereichsleiter bei den Johannitern: „Es geht um eine schnelle und pragmatische Lösung.“ Quelle: Lutz Roeßler

Die Mitarbeiter von Winterhilfe und Obdachlosenhilfe, die jeden Abend unterwegs sind und die Obdachlosen an ihren Plätzen aufsuchen, können künftig über die Leitstelle der Berufsfeuerwehr den Fahrdienst rufen, wenn ein Obdachloser doch in eine wärmende Unterkunft gebracht werden will. Den Fahrdienst organisieren die vier Hilfsorganisationen. Bei der Leitstelle ist ein Dienstplan hinterlegt, so dass die Feuerwehr den diensthabenden Fahrer informieren kann. „Dieser Dienst wird ehrenamtlich organisiert, und entstehende Kosten werden von den Hilfsorganisationen getragen“, erklärt Rehberg.

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Der notwendige Bedarf an Schlafplätzen in Lübeck ist gesichert. Die Vorwerker Diakonie und die Heilsarmee halten im Auftrag der Hansestadt 123 Unterkunftsplätze sowie 34 weitere Notunterkunftsplätze bereit.

Kältebusse wie dieser in Berlin sind in anderen Städten ein erprobtes Hilfsmittel. Quelle: epd

In die Debatte über einen Kältebus mischen sich die Hilfsorganisationen ausdrücklich nicht ein. Die geht aber in der Sondersitzung des Sozialausschusses am Mittwoch weiter. Jan Rühmling, Vorsitzender der Obdachlosenhilfe, wird das Konzept im Ausschuss erklären. Grüne, Linke und Unabhängige haben die Sondersitzung gefordert, weil die Verwaltung entgegen der Beschlüsse des Sozialausschusses das Thema Kältebus ad acta gelegt hat. „Es gibt Menschen, die aus verschiedensten Gründen Probleme mit städtischen Angeboten der Obdachlosenhilfe haben“, unterstreicht Linken-Politiker Andreas Müller die Notwendigkeit eines Kältebusses.

Kai Dordowsky