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Lübeck Stadt reagiert auf tödliche Fahrradunfälle in Lübeck
Lokales Lübeck Stadt reagiert auf tödliche Fahrradunfälle in Lübeck
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19:17 02.10.2019
Der ADFC Lübeck richtet am Freitag eine Mahnwache am Ort eines tödlichen Unfalls einer Radfahrerin ein. Zum ersten Mal wird in der Hansestadt ein sogenanntes Geisterrad aufgestellt. In diesem Jahr starben bereits drei Fahrradfahrer auf Lübecks Straßen. Quelle: ADFC Lübeck/HFR
Lübeck

Erstmals wird in Lübeck ein weiß gestrichenes Geisterrad als Mahnung an einer Unfallstelle aufgestellt. Der Fahrrad-Club ADFC erinnert mit einer Mahnwache am Freitagabend daran, dass es in Lübeck in diesem Jahr bereits drei tödliche Unfälle mit Radfahrern gab.

Drei tödliche Fahrradunfälle in Lübeck in diesem Jahr

Am 23. September wurde eine 74-jährige Lübeckerin an der Straße Burgtorbrücke tödlich verletzt, als sie von einem Lkw, der in die Fährstraße abbiegen wollte, überrollt wurde. Am 9. Maiwurde eine Lübeckerin an der Einmündung Falkenstraße /Brückenweg von einem rechts abbiegenden Reisebus überrollt. Am 16. Januar stürzte ein Radfahrer an der Baustelle der Moislinger Allee vermutlich über einen Metallpfosten, der in den von ihm befahrenen Gehweg hineinragte.

Der Fahrrad-Club erinnert an drei tote Radfahrer in Lübeck in diesem Jahr.

Mahnwache soll auch auf Gefahrenpunkte hinweisen

Wolfgang Raabe, Vorsitzender des ADFC Lübeck: „In Lübeck sind in diesem Jahr leider schon so viele Radfahrer ums Leben gekommen wie seit 2006 nicht mehr.“ Der ADFC wolle mit der Mahnwache an die Getöteten erinnern und auf mögliche Gefahrenpunkte in Lübeck hinweisen. Auch persönliche Eindrücke spielen eine Rolle. Raabe kam am letzten Unfall am 23. September zufällig vorbei und bot als Notarzt seine Hilfe an.

Fahrradclub fordert Abbiegeassistenten für Lkw

Zugleich fordert der Fahrrad-Club von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU), dass Abbiegeassistenten verbindlich für schwere Fahrzeuge werde. Raabe: „Es kann nicht sein, dass Fahrer durch Wohngebiete fahren und andere Verkehrsteilnehmer nicht sehen können.“ Vorbildlich seien die Entsorgungsbetriebe, die ihren Fuhrpark mit den Assistenten auf eigene Kosten ausrüsten.

ADFC: Keine Vorwürfe an die Stadt

Eine kommunale Verantwortung sieht der ADFC-Vorsitzende nicht. Abbiegeassistenten seien Bundesangelegenheit. Die Stadt könne am Brückenweg, wo eine Ampel den Verkehr regelt, eine andere Schaltung veranlassen. Raabe: „Aber insgesamt kann man Lübeck keinen Vorwurf machen.“

Polizei ermittelt noch zu Unfällen

Die Ermittlungen zu den konkreten Unfallursachen laufen nach Angaben der Lübecker Polizei noch. Der tödliche Unfall in der Moislinger Allee und der tödliche Unfall am Brückenweg liegen mittlerweile bei der Staatsanwaltschaft. Beim Unfall vom 23. September werde gerade ein Gutachten erstellt, erklärt ein Polizeisprecher: „Wir ermitteln wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung.“

Immer mehr Fahrradunfälle in Schleswig-Holstein

Landesweit ist die Zahl der verunglückten Radfahrer 2018 auf den höchsten Stand gestiegen, seitdem Radfahrunfälle gesondert erfasst werden. 4493 Radfahrer verunglückten 2018 auf Schleswig-Holsteins Straßen, jeder vierte Verunglückte war ein Fahrradfahrer. Zwölf Radfahrer wurden getötet, zehn der Getöteten waren älter als 70 Jahre. 88,8 Prozent dieser Unfälle ereigneten sich innerhalb von Ortschaften.

Auch in Lübeck zeigt die Zahl der Fahrradunfälle

Auch in der Hansestadt ist dieZahl der Radunfälle wieder gestiegen – auf 598 im vergangenen Jahr. Hauptursache ist, dass Autofahrer die Radfahrer beim Abbiegen übersehen. Drastisch steigt die Zahl der verunglückten Pedelec-Fahrer – landesweit um 55,3 Prozent. In Lübeck wuchs die Zahl der Verkehrsunfälle, an denen E-Bike-Fahrer beteiligt waren, von 24 im Jahr 2017 auf 69 im vergangenen Jahr.

Die Polizei weist die Radfahrer daraufhin, dass sich insbesondere an Baustellen und im Bereich geänderter Verkehrsführungen Gefahren ergeben. Die Kreuzung Burgtorstraße/Fährstraße und Falkenstraße/Brückenweg seien bisher nicht als Unfallschwerpunkte aufgefallen, erklärt die Stadt. Die Unfallkommission, in der mehrere Behörden und die Polizei sitzen, würden die Situation vor Ort in Augenschein nehmen, sagt Stadtsprecherin Nicole Dorel.

Die Stadt reagiert aber auch konkret. Als Sofortmaßnahme werde die Ampelschaltung an der Kreuzung Falkenstraße/Brückenweg so geändert, dass abbiegende Fahrzeuge und geradeaus fahrende Radfahrer nicht mehr gleichzeitig grün haben. Das soll noch im Oktober geschehen. Hier habe sich in diesem Jahr ein zweiter, ähnlicher Unfall ereignet, sagt die Stadtsprecherin.

Die Mahnwache findet am Freitag, 4. Oktober, gegen 19.30 Uhr an der Einmündung der Fährstraße in den Gustav-Radbruch-Platz statt.

Von Kai Dordowsky

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