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Lübeck Familie besucht Stolpersteine
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20:10 05.05.2018
Stadtpräsidentin Gabriele Schopenhauer (SPD) empfängt Angehörige der Familie Isaac und Heidemarie Kugler-Weiemann (l.) vom Verein Stolpersteine. Quelle: Foto: Wolfgang Maxwitat
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Innenstadt

Heidemarie Kugler-Weiemann vom Verein Stolpersteine legt einige Bilder auf den braunen Holztisch im Audienzsaal. „Da, das ist mein Vater“, ruft Dina Turner und deutet auf einen kleinen Jungen, der eingereiht zwischen seinen Klassenkameraden steht. Der Knirps ist Kurt Isaac, der mit seiner Familie in der Schwartauer Allee 9a und b aufgewachsen ist. Dort lebten David Isaac und sein jüngerer Bruder Bernhard mit ihren Frauen und jeweils zwei Kindern. Eines davon war Kurt. Die Brüder betrieben gemeinsam eine Vieh- und Pferdehandlung. In den Namenslisten der jüdischen Religionsschule sind alle vier Kinder aufgeführt.

Im November 1938 wurden die beiden Familienväter in die so genannte Schutzhaft genommen und aus dem Lübecker Gefängnis Lauerhof in das KZ Sachsenhausen gebracht. David Isaac kehrte zwar nach Lübeck zurück, verstarb jedoch an den Folgen der Misshandlungen. Seine Kinder kamen nach England. Sein Enkel Howard Isaac hat dem Verein Stolpersteine für die Ausarbeitung der Historie einige Fotos aus der damaligen Zeit aus dem Familienbesitz zur Verfügung gestellt. Er ist schon einige Male in Lübeck gewesen. „Aber es ist jedes Mal emotional, wenn man sieht, wie viel Arbeit sich der Verein macht.“ Und auch Dina Turner sagt: „Wenn man die Bilder anblickt, dann ist das sehr berührend.“

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Bernhard konnte 1938 nachweisen, dass er ein Visum für Chile hatte. „Dort lebten bereits Freunde meiner Großeltern“, berichtet Turner. Sie ist in Südamerika geboren, lebt mit ihrem Mann und Sohn mittlerweile aber in England. Doch die Geschichte hat sie nie ganz losgelassen. „Es ist ein großer Unterschied nur die Bilder zu sehen oder wirklich in Lübeck zu sein“, sagt sie.

mwe

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