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Lübeck Mit Fisch und viel Elan auf Erfolgskurs
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06:40 04.02.2019
Tristan Wilcken präsentiert zwei etwas ungewöhnliche Fischbrötchen. In seinem Restaurant „Fangfrisch“ bereiten die Köche Kevin Adjei (v. l.) und Marcel Urban Leckeres aus regionalen und hochwertigen Zutaten zu. Quelle: Lutz Roeßler
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Innenstadt

 Sie sind jung, dynamisch, durch ihre eigentlichen Berufe finanziell abgesichert – und sie lieben Fisch: der 33-jährige Tristan Wilcken und sein einstiger Kommilitone und jetziger Geschäftspartner Constantin Teichert. Mit ihrem Restaurant „Fangfrisch“ gegenüber der Drehbrücke sind die beiden Betriebswirte voll durchgestartet. Ursprünglich wollten sie nur besonders gute Fischbrötchen verkaufen, schnell nahmen sie nach den Wünschen ihrer Gäste auch Fischgerichte mit ins Programm, zudem bieten sie auch Catering an und haben unter anderem schon die Nordischen Filmtage und ein Meeting von Dräger beliefert.

„Die Eröffnung war der Wahnsinn“, sagt Tristan Wilcken mit einem glücklichen Lächeln, „es hat an dem Tag geschneit, trotzdem waren ganz viele Lübecker und Touristen bei uns.“ Das war Ostern 2018, nach einem erfolgreichen Sommer schnaufen die beiden Neu-Gastronomen nun ein wenig durch und können weitere Pläne machen. So haben sie sich jetzt sowohl um den LN-Existenzgründerpreis, als auch um den Deutschen Gastro-Gründerpreis beworben.

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Jetzt bewerben zum LN-Existenzgründerpreis!

Zum neunten Mal loben die Lübecker Nachrichten einen Preis für mutige Firmengründer aus. Für die Verleihung des LN-Existenzgründerpreises am 8. Mai können Sie sich schon jetzt bewerben. Teilnahmeberechtigt sind volljährige Existenzgründer mit Unternehmen, die nach dem 1. Januar 2015 gegründet wurden und ihren Sitz im LN-Verbreitungsgebiet haben.

 

5000 Euro gibt es für den Existenzgründerpreis, gestiftet von Juwelier Mahlberg, 3000 Euro für den LN-Innovations- und Mutpreis für eine ungewöhnliche Geschäftsidee. Der LN-Nachfolgepreis (ebenfalls 3000 Euro, gestiftet von der Bockholdt KG) soll einem Unternehmen zugute kommen, das den Generationswechsel auf besonders gelungene Weise bewältigt hat.

 

Über die Preise entscheidet im Frühjahr eine kompetente Jury. Die Schirmherrschaft des Wettbewerbs hat Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Bernd Buchholz übernommen.

Die Bewerbungsunterlagen sowie weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.LN-existenzgruenderpreis.de.

Dabei war die Idee vor zwei Jahren „bei einem Bier“ konkretisiert worden, entstanden war sie schon viel früher, wie Wilcken erklärt, während sein Geschäftspartner gerade in Indonesien weilt. „Beim Studium an der Wirtschaftsakademie hatten wir die Aufgabe, einen Businessplan zu erstellen – und wir haben uns für ein Fischrestaurant entschieden.“

Umbau mit viel Herzblut

Später sahen Wilcken und Teichert in Istanbul die Schiffe auf dem Bosporus, von denen aus Fisch verkauft wurde – „toll, aber bei uns nur schwer umsetzbar“, erklärt der 33-Jährige, warum sich die beiden doch für einen Laden an Land entschieden. Ein Jahr lang haben sie den einstigen Döner-Laden an der Untertrave in ganz viel Eigenarbeit umgebaut – „es war vorher eine Bruchbude“, sagt Wilcken. Getreu ihrem Konzept – gradliniges, hanseatisches Design – ist das Restaurant „Fangfrisch“ eingerichtet.

Die beiden Gründer haben sich konzeptionell auf die Fahnen geschrieben, hochwertige, regionale Produkte auf den Tisch zu bringen, legen viel Wert auf Nachhaltigkeit, beispielsweise bei den Verpackungen für den Außer-Haus-Verkauf, aber setzen auch auf strukturierte und effiziente Abläufe im Betrieb – da machen sich eben doch die Betriebswirte in den beiden Gastronomen bemerkbar.

„Fangfrisch“ ist seit seiner Eröffnung gewachsen: Mit neun Mitarbeitern, davon eine Vollzeitstelle, habe man begonnen. Inzwischen sind es 14, davon vier Vollzeitkräfte. Ziel sei es, mehr Vollzeitkräfte zu beschäftigen.

Ständige Weiterentwicklung

Momentan fließe jeder Cent der Einnahmen in das Restaurant, denn das soll eventuell vergrößert werden. Dass sie mit ihrem Fischrestaurant an der Drehbrücke gut angekommen sind, reicht Teichert und Wilcken nicht: Sie wollen „Fangfrisch“ zu einer fest etablierten Marke entwickeln, ihr Konzept „auch auf andere Städte erweitern – mit mindestens zwei weiteren Filialen bis Ende 2022.“

„Realisieren, was wir geschafft haben“

Die beiden Neu-Gastronomen haben sich also eine Menge vorgenommen. Mit ihrem ersten Standort sind sie mehr als zufrieden, „es macht viel, viel Spaß“, sagt Tristan Wilcken, der wie sein Geschäftspartner angetan ist von der Ecke, auf der sie sich niedergelassen haben, von der netten Nachbarschaft und den zufriedenen Gästen. „Wir freuen uns, dass wir nach dem Sommer auch mal hier sitzen und realisieren können, was wir geschafft haben!“

Doch es geht weiter: Schon bald sind die beiden Betriebswirte im Wettbewerb mit anderen Gründern . . .

Sabine Risch

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