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Lübeck Plastikfasten Teil 3: Lübeckerin testet das plastikfreie Bad
Lokales Lübeck Plastikfasten Teil 3: Lübeckerin testet das plastikfreie Bad
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00:00 26.03.2019
Auf dem Weg zum plastikfreien Bad: Zahnputz-Tabs und Bambus-Zahnbürsten, Shampoo-Seife, Baumwoll-Q-Pads, Flaschenparfüm, Binden und Aloe Vera. Quelle: Friederike Grabitz
Lübeck

Meine Hautcreme hat 300 hellgrün gesprenkelte, fleischige Blätter. Sie heißt Aloe Vera und steht im Bad-Fenster, und wenn ich trockene Haut habe, mache ich mir ein Blatt ab. Daneben liegt das Shampoo: ein Stück Haarseife. Zähne putze ich seit zwei Wochen mit einer Tablette, die schäumt, wenn man sie zerkaut.

Kosmetik vor allem in Plastiktuben

Es ist die dritte Woche meines Experiments Plastikfasten. In den großen Drogerieketten habe ich Kosmetik gesucht, aber fast alles war in Plastiktuben und -Flaschen. Im HautNah-Laden im Werkhof gibt es mehr Auswahl, aber es ist auch teurer: Knapp vier Euro für Bambus-Zahnbürsten, zwölf für ein Deo in der Aludose.

Viel günstiger und plastiksparend sind dagegen die Wechselkopf-Zahnbürsten, die es nebenan bei Landwege gibt – aber sie sind in Plastik verpackt. „Es wird viel mehr Nachfüllpackungen geben, das kommt“, verspricht die Kosmetik-Abteilungsleiterin Kristin Saß. „Die Firma Weleda verwendet zum Beispiel recyceltes Plastik und entwickelt gerade abbaubare Verpackungen.“

Make-up aus nachwachsenden Rohstoffen

Plastikfreies Make-up habe ich nirgends gesehen. Marie Zschommler kennt das Problem, sie ist Maskenbildnerin und bestellt Mascara oder Lippenstift aus nachwachsenden Rohstoffen. Es gibt sie im Internet, zum Beispiel bei „Antonym“ oder „Besame“. „Das ist erst einmal teurer, hält aber sehr lange“, sagt sie.

Einmal Geld ausgeben und langfristig sparen: Ein besonders gutes Beispiel dafür ist der Menstruations-Cup, den es im Unverpackt-Laden gibt. Er kostet 24 Euro, und danach muss Frau nie mehr Binden oder Tampons kaufen. Ein Regal weiter stehen auch die Zahncreme-Tabletten. In dem Laden in der Fleischhauerstraße hat gerade eine Gruppe Schüler Sachunterricht zum Thema Plastik. Der 15-jährige Gareth begutachtet essbare Makkaroni-Strohhalme. „Sachen ohne Plastik sind oft teurer, weil sie auch weniger Chemie haben“, sagt seine Mitschülerin Mirian (15).

Plastik im Blut und im Meer

Naturkosmetik ist weniger oft in Plastik eingepackt – und es ist auch keins drin. Steht nämlich auf der Zutatenliste AC, ACS, PE, PA oder Nylon, ist in dem Produkt Mikroplastik. Die winzigen Teilchen lassen Shampoo schäumen, sorgen für UV-Schutz oder Peeling-Effekte in Cremes.

Sie ziehen direkt in die Haut ein oder gelangen mit dem Abwasser in die Kläranlage – und ein Teil davon fließt, wie eine Untersuchung in Lübeck letzte Woche ergeben hat, direkt in die Trave und ins Meer. Dort schwimmt inzwischen mehr Mikroplastik als Plankton.

Die Partikel wirken ähnlich wie Hormone und könnten die Fruchtbarkeit verändern. Wenn wir Fisch oder Meersalz essen, nehmen wir sie auf. Wir haben alle Plastik im Blut. Das Problem: sie binden krebserregende Giftstoffe, die mit ihnen in den Körper gelangen.

Bund prüft Verbot von Mikroplastik in Kosmetik

Der Bundesrat untersucht gerade ein Verbot vom Mikroplastik in Kosmetik. Bis es soweit ist, benutze ich Haarseife – und frage mich, ob ich für jede Tageszeit und jeden Körperteil eine Creme brauche. Vielleicht ist es ja viel besser für die Haut, alle paar Tage ein Blatt Aloe Vera zu ernten.

Tipps zur plastikfreien Kosmetik

„Selber machen statt kaufen – Haut und Haar: 137 Rezepte für natürliche Pflegeprodukte, die Geld sparen und die Umwelt schonen“. Smarticular Verlag, 14,95 Euro.

Zehn plastikfreie Make-up-Hersteller: https://www.goingzerowaste.com/blog/10-zero-waste-makeup-brands

Der BUND hat eine Broschüre Einkaufsratgeber Mikroplastik.

Friederike Grabitz

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