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Lübeck Plastikfasten Teil 4: Lübeckerin testet plastikfreie Kleidung
Lokales Lübeck Plastikfasten Teil 4: Lübeckerin testet plastikfreie Kleidung
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14:34 29.03.2019
Selbst nähen statt Plastik kaufen – zum Beispiel ein Stiftmäppchen aus einer alten Hose. Quelle: Friederike Grabitz
Lübeck

Stapel mit Pullis, Jeans, Kinderkleidung liegen auf Klapptischen in der Eingangshalle des großen alten Giebelhauses. Auf der Empore der „Diele“ in der Mengstraße hängen Jacken und Kleider, drei Freundinnen probieren Röcke an. Am vorletzten Sonntag im März hat Greenpeace zur Kleidertauschparty geladen, die die Ortsgruppe zwei Mal im Jahr organisiert.

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Die bisherigen Folgen von 40 Tage ohne Plastik:

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Teil 2: Die Suche nach Mehrwegflaschen.

Teil 3: Das plastikfreie Bad

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„Letztes Mal waren fünfzig Leute da, diesmal sind es bestimmt 200“, freut sich Organisatorin Daniela Herrmann. Die meisten Besucher haben vorher ihren Kleiderschrank nach wenig getragenen Sachen durchsucht und dürfen sich dafür kostenlos Teile mitnehmen. Sie sind gut erhalten, so wie das Oberteil, das eine Mutter mitgebracht hat. „Ich habe es meiner Tochter gekauft, aber sie hat es nur einmal getragen“, sagt sie.

60 Prozent Plastik-Kleidung

Fünf Kleidungsstücke kauft jeder Deutsche im Jahr, davon wird eines danach nie benutzt, schätzt Greenpeace. Die Kleidertausch-Party gehört zu meinem Projekt, sechs Wochen lang kein Plastik zu kaufen. Was das damit zu tun hat? Etwa 60 Prozent unserer Kleidung besteht aus Plastik. Die Polyacryl-Sporthose, das Viskosekleid oder die Outdoor-Jacke sind nicht nur der Plastikmüll der Zukunft, sie verschmutzen schon vorher die Meere: Mit jedem Waschgang werden winzige Fasern ausgespült, die als Mikroplastik in die Meere gehen. Sie sollen für 35 Prozent des Mikroplastiks verantwortlich sein, wie die Weltnaturschutzunion (IUCN) herausgefunden hat. Über die Nahrungskette gelangt es auch auf die Teller. Deswegen habe ich Kleider getauscht, statt neue zu kaufen, und den Wäschesack „Guppy-Friend“ angeschafft, der wenigstens die größten Plastik-Partikel beim Waschen zurückhält.

Keine plastikfreie Kinderturnschuhe

Bei der Suche nach Kinder-Turnschuhen muss ich aufgeben: Es gibt sie nicht plastikfrei. Auch bei Funktionskleidung ist es schwierig. Der Outdoor-Hersteller Vaude verwendet in der Produktlinie „Skomer“ zum Teil Fasern, die aus Holz hergestellt wurden. Günstiger und ökologischer ist Reparieren: Die Jacke mit dem kaputten Reißverschluss kommt zum Schneider. Ich könnte auch selbst mal wieder die Nähmaschine aufstellen und ein paar alte Teile zu etwas Neuem verarbeiten. In Portalen wie juxtapost.com oder handmadekultur.de gibt es Inspirationen und Anleitungen, wie aus einer Jeans eine Hüfttasche oder aus einem Hemd eine Kinderhose wird.

Windeln überdauern viele Generationen

Richtig viel Geld sparen können Eltern, wenn sie ihre Kleinkinder mit Stoffwindeln wickeln. Nach Berechnungen der Dresdner Windel-Manufaktur verbraucht ein Kind 5000 bis 6000 Windeln, ein riesiger Müllberg. Ihr Saugkern besteht aus Polymersalzen, also Hightech-Plastik, das 300 Milliliter aufnehmen kann, genug für den Urin eines ganzen Tages. Dieses Plastik braucht 450 bis 500 Jahre, um sich zu zersetzen. Hätten also die Menschen im Mittelalter Plastikwindeln genutzt, würden wir heute noch Reste ihrer Windeln finden.

Außerdem sind Plastikwindeln teuer, Kostenpunkt pro Kind: 1200 bis 1500 Euro über die ersten drei Lebensjahre. Ein Set Stoffwindeln dagegen kostet zwischen 250 und 500 Euro. Die Stoffwindeln gibt es in schicken Farben und Mustern, sie lassen sich für mehrere Kinder hintereinander benutzen und danach wieder verkaufen. Wer sie vor dem Kaufen erst einmal ausprobieren möchte, kann auch Proben verschiedener Systeme mieten, zum Beispiel bei den Windelrebellen (kleinewindelrebellen.de).

Tipps zur plastikfreien Kleidung

Die Greenpeace-Kampagne „Detox“ setzt sich für giftfreie Kleidung ein. Informationen gibt es unter https://www.greenpeace.de/kampagnen/detox.

Der DRK-Kleiderladen „Stoffreich“ hat Upcycling-Projekte für gebrauchte Kleidung. Der Laden in der Moislinger Allee 218 öffnet montags bis freitags von 10 bis 12 Uhr.

Friederike Grabitz

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