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Lübeck Darum engagieren sich Menschen seit 100 Jahren für die Awo
Lokales Lübeck Darum engagieren sich Menschen seit 100 Jahren für die Awo
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19:15 14.11.2019
Ihre Herzen schlagen für die Awo: Sieglinde Krüger (68) ist Leiterin des Awo-Treffs Vorwerk-Falkenfeld, Kerstin Behrendt (61) arbeitet als Geschäftsführerin des Kreisverbandes Lübeck, und Martina Schröder (59, v. l.) ist stellvertretende Kreisverbandsvorsitzende. Quelle: Cosima Künzel
Lübeck

Großes Jubiläum für die Arbeiterwohlfahrt. Mit einem Festakt feiert der Landesverband Schleswig-Holstein am Freitag, 15. November, die Gründung der Awo vor 100 Jahren in Berlin. Mitglieder aus Lübeck erzählen von ihrer persönlichen Motivation sich zu engagieren und der Geschichte des Verbandes.

Das Jugendwerk bot viele Möglichkeiten

Martina Schröder (59) hat sich schon als 18-Jährige entschieden, bei der Awo in Lübeck mitzumachen. „Ich bin auf dem Dorf aufgewachsen, und die Spielabende beim Jugendwerk waren damals ein toller Treffpunkt für junge Leute“, erinnert sie sich. Gleichzeitig haben die Jugendlichen selbst Freizeit- und Hilfsangebote für andere entwickelt und betreut, wie zum Beispiel die Hausaufgabenhilfe für türkische Kinder. „Das Besondere daran war, dass wir uns selbst ausprobieren und unsere Ideen realisieren konnten.“ Das war 1978.

Marie Juchacz gründete die Awo 1919 in Berlin

Gegründet wurde die Awo bereits am 13. Dezember 1919 von der Sozialdemokratin Marie Juchacz, die den „Hauptausschuss für Arbeiterwohlfahrt“ innerhalb der SPD ins Leben rief. „Juchacz’ Idee war, etwas gegen die Armut zu tun, aber keine Almosen zu verteilen“, erklärt Geschäftsführerin Kerstin Behrendt (61) vom Kreisverband Lübeck. „Wichtig waren für Marie Juchacz vor allem Hilfe zur Selbsthilfe, Bildung und Solidarität“, so Behrendt.

Der Kreisausschuss Lübeck wurde 1924 gegründet

1920 entstanden viele Einrichtungen und Dienste der Awo, wie Mittagstische, Werkstätten, Kinder- und Mütter-Erholungsfürsorge oder Beratungsstellen. 1924 wurde die Awo als Kreisausschuss in Lübeck gegründet. Zwischen 1927 und 1933 gab es in Schleswig-Holstein elf Awo-Kreisausschüsse sowie 89 Ortsausschüsse mit 46 Nähstuben, 42 Beratungsstellen und 1700 Helfern. „Auch in Lübeck gab es bereits eine Nähstube“, erklärt Behrendt mit Blick auf ein Foto aus den 1920er Jahren. Im Juni 1933 wurde die Arbeiterwohlfahrt nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten verboten und aufgelöst. Das Vermögen wurde beschlagnahmt und führende Awo-Mitglieder verhaftet. Auch Marie Juchacz musste Deutschland verlassen.

Ab 1946 war die Awo in Lübeck ein eigenständiger Verein

Nach dem Zweiten Weltkrieg war das Elend auch in Lübeck groß. „1946 entstand die Awo in Lübeck als eigenständiger Verein, die Gründungsversammlung fand in der St.-Annen-Straße statt“, erzählt Behrendt. In dieser Zeit engagierten sich Hunderte Ehrenamtliche, um Hilfseinrichtungen in Lübeck auf die Beine zu stellen: Nähstuben, eine Schusterwerkstatt, eine Tischlerei und eine Wäscherei. Außerdem gab es am Konstinkai ein Jugendlager und Verteilerstellen, an denen Kleidung und Nahrungsmittel von Hilfsorganisationen aus dem Ausland ankamen und an Bedürftige verteilt wurden.

Die Grundwerte der Awo haben ihre Bedeutung behalten

„Heute sind wir ein professioneller Wohlfahrtsverband, dessen Grundwerte nach wie vor Solidarität, Toleranz, Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit sind“, sagt die Geschäftsführerin. „Und mit diesen Werten kann ich mich auch nach wie vor identifizieren. Sie sind der Grund für mein großes persönliches Engagement seit 20 Jahren.“

Hier sehen Sie Bilder aus der Geschichte der Arbeiterwohlfahrt in der Hansestadt

Ehrenamtliche Hilfe im Awo-Treff unentbehrlich

Sieglinde Krüger (68) arbeitet ehrenamtlich seit 2011 bei der Awo. „Als ich mit 60 in Rente ging, suchte ich gemeinsam mit meinem Mann nach einem Ehrenamt“, erinnert sie sich. Angefangen haben die Eheleute als „Reisebegleiter für hochaltrige Senioren“, heute sind sie im Awo-Treff Vorwerk-Falkenfeld unentbehrlich. Die 68-Jährige betreut die Spielnachmittage und ist inzwischen Leiterin dort. „Ich spüre, dass es den Senioren gefällt, wenn sie zu uns kommen, und das gibt mir wiederum ein gutes Gefühl.“

Awo-Feier in den Media Docks

Der Festakt „100 Jahre Awo“wird am Freitag, 15. November, 2019 in den Media Docks, Willy-Brandt-Allee 31, in Lübeck gefeiert. Der Empfang beginnt um 17 Uhr. Zur Begrüßung spricht Wolfgang Baasch, Vorsitzender des Landesverbandes Schleswig-Holstein. Die Grußworte kommen von Ministerpräsident Daniel Günther. Die Themen des Abends sind „Mode durch 100 Jahre“, „Drei Perspektiven auf die Awo“, „Gedanken zu 100 Jahre Arbeiterwohlfahrt“ und „Auf du und du mit Marie Juchacz“.

Von Cosima Künzel

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