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Lübeck Feuer in Flüchtlingsunterkunft: Polizei geht nicht von Anschlag aus
Lokales Lübeck Feuer in Flüchtlingsunterkunft: Polizei geht nicht von Anschlag aus
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07:06 24.02.2017
Ein Feuer hat am Mittwochabend ein Gebäude in der Flüchtlingsunterkunft Luisenhof in Lübeck schwer beschädigt. Quelle: Holger Kröger
Siems/Dänischburg

Der Notruf ging um 20.48 bei der Feuerwehr ein. „Eines der Holzhäuser brennt in voller Ausdehnung“, teilte Feuerwehrsprecher Matthias Schäfer um kurz nach 22 Uhr mit. Zwei Personen wurden vorsorglich durch den anwesenden Rettungsdienst betreut.

Die Bildergalerie zeigt Eindrücke vom Tag nach dem Brand in der Flüchtlingsunterkunft in Lübeck-Siems.

Nach Informationen der Gemeindediakonie werden vier der fünf Gebäude von Asylbewerbern bewohnt. Das fünfte Gebäude dient als Gemeinschaftsunterkunft. Zum Zeitpunkt des Brandes waren in den vier Gebäuden 31 Bewohner gemeldet. Acht davon in dem vom Brand betroffenen Haus, wobei nur vier der acht Personen zum betreffenden Zeitpunkt anwesend waren.

Etwa 25 Feuerwehrleute waren im Einsatz. Sie kamen von den Feuerwachen 3 und 4 und von der Freiwilligen Feuerwehr Siems. Die Löscharbeiten mussten nach Schäfers Angaben zwischenzeitlich unterbrochen werden, weil nicht erkennbar war, ob ein Eingriff im Innern des Hauses möglich wäre.

Klicken Sie sich durch die Bildergalerie, um weitere Eindrücke von dem Brand der Flüchtlingsunterkunft in Lübeck-Siems zu sehen.

Andere Gebäude wurden den Angaben zufolge nicht in Mitleidenschaft gezogen. „Das Haus ist freistehend und weit genug weg von den anderen“, sagte Schäfer.

Die Polizei nahm die Ermittlungen auf. "Nach ersten Erkenntnissen gehen die Ermittler davon aus, dass der Brand im Gebäudeinneren ausbrach und durch einen Bewohner verursacht wurde", sagte ein Sprecher am Donnerstagmorgen. Die genaue Brandursache stehe noch nicht fest. "Ob es sich hier um fahrlässige oder vorsätzliche Brandstiftung handelt, müssen Ermittlungen zeigen", so der Sprecher weiter.

„Es gibt keinen Anhaltspunkt, dass es sich um einen fremdenfeindlichen Anschlag von außen handelte“, sagte auch die Lübecker Oberstaatsanwältin Ulla Hingst am Donnerstag.

Ganz in der Nähe hatten Unbekannte im Juli 2015 den Rohbau einer Flüchtlingsunterkunft an der Solmitzstraße in Kücknitz angezündet. Damals ging die Polizei von einem fremdenfeindlichen Hintergrund aus. Die Löscharbeiten dauerten bis in die Nacht an und wurden durch den starken Wind erschwert. 

kab