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Lübeck Trafo-Haus brennt in Fackenburger Allee: Stromausfall in 21.000 Haushalten
Lokales Lübeck Trafo-Haus brennt in Fackenburger Allee: Stromausfall in 21.000 Haushalten
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12:49 01.07.2019
Ein Trafo-Haus im Lübecker Stadtteil St. Lorenz Nord stand in der Nacht zum Montag in Vollbrand. Die Rauchsäule bei dem Feuer war von weitem zu sehen. Quelle: Holger Kröger
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Lübeck

Das Feuer ist gegen 3.20 Uhr ausgebrochen. Es gab mehrere Notrufe, die von einem lauten Knall berichteten.

Vor Ort sahen die Feuerwehrleute gleich einer starken Rauchentwicklung entgegen. Ein Transformator in der Fackenburger Allee stand in Flammen, die auch auf das Trafo-Haus übergegriffen hatten. Es handelt sich nicht um einen Stromkasten, sondern ein Gebäude von etwa 20 mal 20 Metern Fläche.

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Da diese Trafos mit Öl gekühlt werden und sich das Öl entzündet hatte, nahm der Brand sehr schnell an Intensität zu, sagte Matthias Müller von der Feuerwehr. „Diese Trafo-Häuser sind nach besonderen Brandschutzmaßnahmen gebaut“, erklärte er am Morgen auf LN-Anfrage, „es gibt eine Auffangwanne für das Öl und Brandwände, die den zweiten Transformator und die Schaltstation vor dem Feuer geschützt haben.“

Kein menschliches Versagen als Ursache

Lars Hertrampf, Sprecher der Stadtwerke Lübeck, geht von einem rein technischem Fehler aus, der zu dem Brand geführt hat. „Vermutlich war es ein Fehler in der Isolierung innerhalb des Trafos, der sich dann überhitzt hat“, sagt Hertrampf. Im Moment sind Mitarbeiter mit den Aufräumarbeiten beschäftigt. Hertrampf beziffert den Schaden auf rund eine Million Euro. „So viel kostet so ein Trafo – und es ist ein Totalschaden.“

Feuerwehr sichert zweiten Transformator

So schnell, wie der Brand an Intensität zugenommen hatte, sei er auch wieder kleiner geworden, so Matthias Müller. Daher sei das Sonderlöschmittel nicht zum Einsatz gekommen. Man habe sich vor allem darauf konzentriert, die Brandwände zu halten und ein Übergreifen der Flammen auf die anderen Räume des Gebäudes zu verhindern.

Klicken Sie hier, um weitere Bilder von dem großen Feuerwehreinsatz zu sehen, der sich in der Nacht zu Montag in der Fackenburger Allee in Lübeck ereignet hat.

Durch den Brand kam es zu einem Stromausfall in St. Lorenz Nord und Dornbreite, etwa 21.000 Haushalte waren betroffen. Ein pflegebedürftiger Patient, der Zuhause an eine Atmungsmaschine angeschlossen ist, wurde vom vom Rettungsdienst ins Krankenhaus gebracht. Diese Geräte haben zwar einen Batteriepuffer, der hält aber nicht unendlich.

Stadtverwaltung war einige Stunden offline

Das Feuer im Trafo-Haus und der Stromausfall hatten auch Auswirkungen auf die Stadtverwaltung. Weil die Systeme nach dem Stromausfall neu gestartet werden mussten, war für einige Stunden kein Kundenservice möglich. „Aufgrund des rund zweistündigen Stromausfalls in der vergangenen Nacht müssen alle Server und Datenbanken der Stadtverwaltung neu gestartet werden. Mit Hochdruck wird derzeit daran gearbeitet, dass vor allem die Stadtteilbüros, die KFZ-Zulassung sowie alle kundenorientierten Bereiche wieder ans Netz gehen und die Fachverfahren wieder lauffähig sind“, hieß es am frühen Vormittag von der Stadt. Mittlerweile ist die Stadtverwaltung aber wieder online.

Rund 100 Einsatzkräfte gefordert

Im Einsatz waren die Feuerwachen 1 und 2, außerdem die Freiwilligen Feuerwehren der Innenstadt und aus Vorwerk. Die Freiwilligen Feuerwehren Moisling und Schönböcken übernahmen in dieser Zeit die Bereitschaft für die beiden Feuerwachen.

Vor Ort waren rund 50 Einsatzkräfte, insgesamt waren rund 100 Feuerwehrleute wegen des Brands auf den Beinen. Unter anderem gab es auch Lautsprecherdurchsagen in den betroffenen Stadtteilen, dass Anwohner Fenster und Türen geschlossen halten sollte.

Rußwolke zog über Lübeck

„Da zog eine große Rußwolke über Teile Lübecks“, sagte Müller. Messungen des Löschzugs Gefahrgut an verschiedenen Stellen hätten aber keine Gefährdung ergeben.

Auch die Warn-App „Nina“ des Bundesamtes für Katastrophenschutz hatte eine Warnung für Anwohner in St. Lorenz Nord und St. Gertrud ausgegeben.

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