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Lübeck Finanznot: CDU-Politiker will das Theater retten
Lokales Lübeck Finanznot: CDU-Politiker will das Theater retten
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18:46 31.07.2019
Blick von der Großen Bühne in den Zuschauer-Saal: Theater Lübeck ist erfolgreich, hat aber immer wieder Geldnot. Quelle: Lutz Roeßler
Lübeck

Dieser Mann will das Theater retten. Jetzt hat CDU-Politiker Lars Rottloff ein Konzept für die Finanzierung des Lübecker Theaters vorgelegt. Ihm geht es dabei um eine dauerhafte Lösung. Daher müssten sowohl Stadt und Land etwas für die Finanzierung tun. Kurzfristige Finanzspritzen würden nicht weiterhelfen. „Einmal vier Millionen Euro geben, hilft nicht auf Dauer“, sagt Rottloff. So werde seit Jahren in Lübeck die Finanzierung des Theaters betrieben. Der Grund für sein Konzept: Theaterdirektor Christian Schwandt hat gekündigt, weil sein Haus chronisch unterfinanziert ist.

Ärger mit der eigenen CDU-Fraktion

Was Rottloff dabei wirklich wurmt: „Da geht ein erfolgreicher Theaterdirektor und nichts passiert“, ärgert sich der Kulturpolitiker. Die Bürgerschaft hatte Ende Juni einen Antrag der Linken und Grünen abgelehnt, die über das Theater diskutieren wollten. Die CDU hatte gegen eine Debatte votiert – Rottloffs eigene Fraktion. Deshalb weiß er, dass er sich jetzt jede Menge Ärger einhandelt. Aber: „Das ist mir egal. Hier geht es um die Sache.“

Kulturabgabe fürs Theater

Sein Konzept hat zwei Hauptpunkte sowie zwei weitere Aspekte. Hauptpunkt Nummer eins: Die Stadt erhebt eine Kulturabgabe. Mit der Diskussion über die Kulturabgabe hat Rottloff einen politischen Nerv getroffen. Grüne und Linke sind begeistert. Seine eigene Partei ist entsetzt.

So kann das Theater finanziert werden: CDU-Kulturpolitiker Lars Rottloff hat ein Konzept vorgelegt. Es soll die Finanznot des Theaters lindern. Quelle: 54°/Felix König

„Wir müssen als Stadt auch etwas tun – und können nicht nur nach dem Land schreien“, bleibt Rottloff bei seinem Vorstoß. Für den hat es heftige Kritik in der CDU gegeben. „Es gibt in meiner Partei keinen Beschluss gegen eine Kulturabgabe“, kontert Rottloff. Ablehnen würde die CDU die Bettensteuer und die Tourismusabgabe.

Land steigt ins Theater ein

Hauptpunkt Nummer zwei: Das Land steigt im Theater ein. Denn: „Eigentum verpflichtet“, sagt Rottloff. Das würde eine höhere Beteiligung des Landes an den Finanzen des Theaters bedeuten. Der Zuschuss des Landes sollte dann stetig steigen – entsprechend der Anteile an der Theater GmbH. Zudem hofft der CDU-Mann auf eine stärkere Anteilnahme der Landesregierung am Lübecker Theater. Im Aufsichtsrat der Theater GmbH säße dann ein Vertreter des Landes. Rottloff: „Ein Blick von außen ist häufig hilfreich.“

So wird das Lübecker Theater finanziert

Die Finanzierung des Theaters sieht so aus: Das Budget 2018 beträgt 24,4 Millionen Euro. Davon zahlt das Land 10,5 Millionen Euro. Die Stadt Lübeck übernimmt zehn Millionen Euro. Das Theater selbst hat Einnahmen von 3,9 Millionen Euro. 184 000 Besucher zählte das Theater. Am Theater sind 320 Mitarbeiter beschäftigt.

Lübecker Bürgerschaft soll im Theater tagen

Zwei weitere Aspekte hat Rottloff in seinem Konzept notiert. Nummer eins: Die Bürgerschaft tagt im Lübecker Theater. „Damit würden wir ein Zeichen der Solidarität setzen“, sagt Rottloff. Die Politiker könnten ihre Wertschätzung gegenüber den Mitarbeitern ausdrücken. Mit dem Vorschlag wendet sich Rottloff indirekt auch gegen die Idee, dass die Bürgerschaft vor dem Landeshaus in Kiel tagen soll. Das hatte der Hauptausschuss Mitte Juni beschlossen – auf Antrag von Stadtpräsidentin Gabriele Schopenhauer (SPD) und mit den Stimmen der CDU.

Alle Orchester im Land in einer GmbH

Aspekt Nummer zwei: eine landesweite Musiktheater GmbH. Die Orchester im Land könnten sich zu einer GmbH zusammentun und dadurch mehr Geld einnehmen. Vorbild ist Italien. Nach Rottloffs Angaben würden sich dort mehrere Theater ein Ensemble teilen. Ein Stück würde an mehren Häusern in unterschiedlichen Städten gespielt – inszeniert wird das alles aber nur einmal. Dadurch sei das Verhältnis von Proben und Aufführungen wirtschaftlicher. Rottloff ist klar, dass er damit auf Widerstand stößt. Aber er will darüber eine Diskussion anstoßen. Rottloff: „Das ist eine langfristige Sache.“

Josephine von Zastrow

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