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Lübeck Fischereihafen: Baustart soll im Sommer 2016 sein
Lokales Lübeck Fischereihafen: Baustart soll im Sommer 2016 sein
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10:38 08.07.2015
Travemünde

Erst geht es an den Abriss, ab 2017 wird dann neu gebaut. 2019 könnte alles fertig sein. „Ein ehrgeiziger Plan“, weiß Investor und Projektentwickler Ronald Klein-Knott von der Gesellschaft für Entwicklung und Vermarktung (GEV) der Hamburger Frank-Gruppe. Seit fünf Jahren überplant Klein-Knott das fast 22 Hektar große Gelände, das vom Fährvorplatz entlang der Trave bis zum siebenstöckigen Verwaltungsgebäude reicht, im Norden von der Travemünder Landstraße eingegrenzt wird und den Parkplatz Baggersand einschließt. Dort soll ein Wohnviertel auf dem Baggersand entstehen und der Fischereihafen umgestaltet werden.

Immer wieder musste Klein- Knott das Projekt verändern. Jetzt liegen die neuesten Pläne vor. Im September werden sie der Öffentlichkeit vorgestellt. Auf dem Baggersand sollen 30 bis 40 Millionen Euro investiert werden. Dort entstehen 230 Mietwohnungen, darunter 30 Sozialwohnungen. Es werden zu 60 Prozent Apartments für ein bis zwei Personen. „Auch für die, die in Travemünde arbeiten“, so Marcel Sonntag, Vorstand der Wohnungsbaugesellschaft Neue Lübecker. Der Rest werden Wohnungen für Drei-Personen-Haushalte.

Neue Lübecker, Grundstücksgesellschaft „Trave“, Lübecker Bauverein und Vereinigte Baugenossenschaft Lübeck haben sich zusammengeschlossen und wollen den Großparkplatz bebauen. „Geplant ist kleinteilige Struktur“, sagt Architekt Klaus Petersen. Unter dem Wohnviertel soll eine Tiefgarage für das Quartier gebaut werden.

Im Fischereihafen werden indes Eigentumswohnungen gebaut. Dort investiert GEV 40 bis 50 Millionen Euro. Geplant sind vier Gebäudekomplexe mit insgesamt 180 bis 190 Apartments. In den Erdgeschossen sind Restaurants und Läden vorgesehen. Die Gebäude sind in Richtung des Wassers zwei Stockwerke hoch, zur Straße bis zu vier Stockwerke. Die Gebäudekanten sind unregelmäßig, springen vor und zurück.

„Wir haben uns mehr an den Höhen der Häuser in Richtung Fährvorplatz orientiert“, sagt Petersen. Dadurch würden die Häuser verspielter. Zudem gibt es zwischen den Gebäudekomplexen Wege von der Straße Auf dem Baggersand bis zur Kaikante.

Die 19 Meter breite Promenade wird aufgeteilt. Die Fischer erhalten eine sieben Meter breite Zone direkt an der Kaikante für sich, dann folgt die Hafenzone mit sechs Metern (dort dürfen auch Autos fahren), dann kommen sechs Meter Terrassenzone zum Flanieren. „Wir wollen den rauen Charme behalten“, macht Petersen klar. Und Klein-Knott erinnert: „Wir erschließen auch einen Teil an der Kaikante, der jetzt gar nicht zu nutzen ist.“

Denn die Promenade ist 150 Meter lang und führt bis an das siebenstöckige Verwaltungsgebäude mit der Adresse Auf dem Baggersand 17. Das wird in diesem Monat zwangsversteigert — inklusive des dahinter liegenden Schuppens. Klein-Knott ist überzeugt: „Das Areal am Fischereihafen wird für andere Investoren attraktiv.“

Neu ist ebenfalls: Das Dreieckswäldchen neben dem Baggersand bleibt zum großen Teil erhalten. Es sollte zunächst für Stellplätze abgeholzt werden. Der Parkplatz dahinter wird etwas vergrößert — insgesamt ist Platz für 384 Autos. Zudem werden Stellplätze für Wohnmobile eingerichtet. Sie dienen als Ersatz für den Baggersand aus dem ein Wohnviertel wird. Auch die Straßenverbindung zwischen Travemünder Landstraße und Auf dem Baggersand wird neu gebaut. Sie führt jetzt um das Dreieckswäldchen herum und nicht mehr direkt am Baggersand entlang.

Josephine von Zastrow