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Lübeck Fischereihafen-Umbau in Travemünde: Geschäftsleute beklagen Einbußen
Lokales Lübeck Fischereihafen-Umbau in Travemünde: Geschäftsleute beklagen Einbußen
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14:45 22.05.2019
Sind sauer: die Fischer Siegfried Sehmel (von links) und Norbert Stöter sowie Petra König und Olaf Schäfer, die eine Fischbrötchenbude betreiben. Quelle: Thomas Krohn
Travemünde

Der Fischereihafen wird schick gemacht: Neue Kaikanten, ein Wohnviertel mit 254 Mietwohnungen auf dem Baggersand, eine Hafenpromenade mit Restaurants, Cafés und 200 Eigentumswohnungen, neue Fischerhallen – die Arbeiten für das Großprojekt laufen auf Hochtouren. Deshalb müssen sich sowohl die ansässigen Unternehmen als auch die Besucher auf Behinderungen durch Umleitungen und Absperrungen einstellen. Das ärgert vor allem Gastronomen und Fischverkäufer. Beklagt wird insbesondere, dass Hinweisschilder fehlen. Vor allem ortsunkundige Touristen, die vom neuen Großparkplatz kommen, liefen am Hafen vorbei. Das führe zu teilweise erheblichen Umsatzeinbußen.

Travemündes Geschäftsleute beklagen Einbußen durch den Umbaus des Fischereihafens.

Einbußen für Travemündes Fischer

Fischer Norbert Stöter verkauft seine frisch gefangenen Schuppentiere am Travemünder Hafen seit mehr als 30 Jahren. „Wir merken die Einschnitte hier alle, das geht so nun schon ein Jahr“, sagt er. Ihm fehlten etwa 40 Prozent seiner bisherigen Einnahmen. Siegfried Sehmel, Fischer seit 1967, fragt: „So wie das hier vorangeht, wie sollen die Fischer das überleben?“ Petra König und Olaf Schäfer, die eine Fischbrötchenbude mit Außensitzplätzen und bester Aussicht auf die Fischereihafen-Peripherie betreiben, schätzen ihre Umsatzverluste seit Beginn der Baumaßnahmen auf etwa 50 Prozent. „Das ist für uns eine Katastrophe.“ Flamur Berisha, Juniorchef des Restaurants Fisch-Kombüse, stellt fest: „Die Gäste klagen, dass sie uns nicht mehr finden und fragen, ob es uns überhaupt noch gibt.“ Vor allem Ortsunkundige, die ihre Autos auf dem neuen Fischereihafenparkplatz abstellen, liefen über den Baggersand am Hafen vorbei und gingen gleich in die Vorderreihe, weil Hinweisschilder fehlten.

Bauprojekte in Travemünde

In Travemünde tut sich eine Menge. An vielen Stellen des Seebads wird gebaut oder sind Baumaßnahmen geplant.

Der Fischereihafen:

https://www.ln-online.de/Lokales/Luebeck/Fischereihafen-Startklar-fuer-die-Neugestaltung

https://www.ln-online.de/Lokales/Luebeck/Travemuende-Arbeiten-im-Fischereihafen-starten-Ende-2019

https://www.ln-online.de/Lokales/Luebeck/Fischereihafen-So-aehnlich-soll-es-aussehen

Der Baggersand:

https://www.ln-online.de/Lokales/Luebeck/Travemuende-Bauarbeiten-am-Baggersand-starten-Fruehjahr-2020

Das neue Stilwerk-Hotel:

https://www.ln-online.de/Lokales/Luebeck/Travemuende-Neues-Stilwerk-Hotel-wird-gebaut

Waterfront:

https://www.ln-online.de/Lokales/Luebeck/Slow-Down-das-ungewoehnliche-Tagungscenter-auf-dem-Priwall

https://www.ln-online.de/Lokales/Luebeck/Baustelle-fuer-Priwall-Waterfront-in-Travemuende-kommt-voran

Autos parken Hafengelände zu

Ein Dorn im Auge ist Petra König auch, dass das Hafengelände zunehmend als Parkplatz zweckentfremdet werde. „Unsere Gäste werden vertrieben, wenn am Abend alles zugestellt ist und sie keinen freien Blick mehr auf die Schiffe und das Wasser haben, weil vor ihrer Nase Autos stehen.“ Das Parken sei dort eigentlich verboten, leider werde noch nicht einmal kontrolliert.

Ärgernis: Autos werden häufig dicht an den Gastro-Außenbereichen abgestellt. Quelle: Thomas Krohn

Kurbetrieb will Abhilfe schaffen

Für den Betrieb des Fischereihafenparkplatzes und des Wohnmobilstellplatzes an der Travemünder Landstraße ist der Kurbetrieb zuständig. Kurdirektor Uwe Kirchhoff zeigt Verständnis für die Sorgen der Fischer und Gastronomen: „Das nehmen wir ernst, uns sind die Interessen der ansässigen Unternehmen im Hafen sehr wichtig.“ Geplant sei, am Großparkplatz eine Hinweistafel aufzustellen, auf der auf die verschiedenen touristischen Anlaufpunkte im Seebad hingewiesen werden soll. Allerdings mache eine Tafel zum jetzigen Zeitpunkt keinen Sinn, da einige neue Straßennamen noch nicht feststünden. Grundsätzlich sei vorgesehen, alle Hinweisschilder in Travemünde zu überarbeiten beziehungsweise zu aktualisieren.

Neue Beschilderung möglich

Die Lübeck Port Authority (LPA) als Hafenbetreiber hat das Problem erkannt und gesteht ein: „Durch die laufenden Baumaßnahmen wird der Zugang zum Fischereihafen erschwert.“ Um den Gastronomiebetrieb aufrecht zu erhalten, habe die LPA mit ihren Kunden eine durchgängige fußläufige Erreichbarkeit aller Gastronomiebetriebe und Fischereiverkaufsstände vereinbart, sagt Sachgebietsleiter Sandro Dopp. Dazu würden die Fußgänger, die aus Richtung des neuen Parkplatzes kommen, auf der Zufahrt zum Fischereihafen zwischen dem Bauhof der LAP und einem Bauzaun entlang bis vor die Kaimauer geführt. Dem Wunsch der Geschäftsleute auf eine Beschilderung zeigt sich die LPA offen: „Wir werden Kontakt zu unseren Kunden aufnehmen, um die Situation gemeinsam zu besprechen und erforderliche Lösungen abzustimmen,“ kündigt Sandro Dopp an.

Am Fährvorplatz ist ein Banner mit einem Hinweis auf den Fischereihafen angebracht. So etwas wünschen sich Fischer und Gastronomen auch am Zugang vom Baggersand. Quelle: Thomas Krohn

Suche nach Lösungen

In Sachen Parken im Bereich des Hafens stellt der Sachgebietsleiter deutlich fest: „Das Areal dürfen nur Anlieger befahren.“ Die Parksituation im Fischereihafen sei bereits zu Beginn der Baumaßnahmen im vorigen Sommer ein Thema gewesen. Damals hätten die Geschäftsleute das nicht problematisiert. „Wir werden uns aber mit den Kunden aktiv in Verbindung setzen und nach Lösungen suchen“, verspricht Sandro Dopp.

Thomas Krohn

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