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Lübeck Flüchtiger Straftäter stand plötzlich in der Kanzlei
Lokales Lübeck Flüchtiger Straftäter stand plötzlich in der Kanzlei
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21:10 14.03.2013
Von Julia Konerding
Frank-Eckhard Brand vertritt Nadiem Ralf M.
Lübeck

Frank-Eckhard Brand, Fachanwalt für Strafrecht“, steht auf der Glastür in der Breiten Straße 60. Das scheint den verurteilten Mörder Nadiem Ralf M., der am 20. Februar nach einem Freigang nicht wieder ins Gefängnis in Nordrhein-Westfalen zurückkehrte, überzeugt zu haben. „Er suchte anwaltlichen Rat“, sagt Brand, der den Mann vorher nicht kannte. Am Türschild habe er gesehen, so schilderte M. ihm, dass er sich mit Strafrecht auskennt. Denn der 42-Jährige hatte nicht nur seinen Freigang unerlaubt verlängert. Am Sonnabend soll er in Hamburg eine 56-jährige Frau in ihrem Café

niedergestochen und lebensgefährlich verletzt haben. Bereits 1993 hatte ihn das Landgericht Wuppertal wegen gemeinschaftlichen Mordes zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Nach dem brutalen Angriff auf die Wirtin, bei dem sich der Täter selbst verletzt haben soll, fahndete die Polizei öffentlich mit einem Foto nach ihm.

Brand arbeitet seit 17 Jahren als Anwalt. Dass ein verurteilter Mörder einfach so bei ihm in der Kanzlei steht, hat der 48-Jährige in seiner Laufbahn noch nicht erlebt. „Ich wusste erst gar nicht, wer das ist“, sagt der Anwalt, der von dem Vorfall in der Zeitung gelesen hatte. Ein flüchtiger Straftäter sei jedoch nichts gewesen, das ihn primär interessiert habe. In dem Gespräch mit M. erfuhr der Fachanwalt für Strafrecht dann, wer da zu ihm gekommen war. Beunruhigt habe ihn das allerdings nicht. Der Mann sei völlig unaufgeregt gewesen und schien nicht unter Drogeneinfluss zu stehen. „Es wäre nichts Unkontrolliertes passiert“, sagt Brand. Alles sei im grünen Bereich gewesen. „Er war kein Anfänger. Er wusste, was passiert.“ Dass Nadiem Ralf M. auf seiner Flucht in Lübeck landete, war nach Auskunft von Brand reiner Zufall. Der Anwalt fuhr dann gemeinsam mit seinem Mandanten zur Kriminalpolizei ins Behördenhochhaus. Brand verzichtete bewusst darauf, den Mann von der Polizei in seiner Kanzlei in der Innenstadt abholen zu lassen. Denn das hätte großen Wirbel verursacht. Die Kanzlei liegt direkt in der Fußgängerzone. Nur kurze Zeit, nachdem Brand und sein Mandant bei der Polizei auftauchten, erschienen auch schon die Zielfahnder der Hamburger Polizei. Sie waren dem Flüchtigen bereits auf der Spur und wussten, wo er sich aufhielt. Sie brachten den Mann nach Hamburg. Gestern wurde M., der ins Untersuchungsgefängnis kam, dem Haftrichter vorgeführt. Zu den Vorwürfen äußerte er sich nicht. Momentan vertritt Brand M., aber das könne sich bei der Konkurrenzsituation in Hamburg ganz schnell ändern.

juk

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