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Lübeck Flughafen: Jetzt gerät das Führungsduo in die Kritik
Lokales Lübeck Flughafen: Jetzt gerät das Führungsduo in die Kritik
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19:11 22.05.2014
Der Insolvenzverwalter Klaus Pannen rechts vor einer Pressekonferenz am 25. April. Links neben ihm: Notgeschäftsführer Siegmar Weegen. Quelle: Roeßler
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Lübeck

Das Chaos am Lübecker Flughafen geht weiter. Jetzt geraten die beiden Männer in die Kritik, die den Airport retten sollen: Not-Geschäftsführer Siegmar Weegen und Insolvenzverwalter Professor Klaus Pannen. Der Unternehmer Matthias Freitag vom Reisekontor Lübeck am Flughafen hat die Justiz alarmiert. Gegen Weegen hat er Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft gestellt wegen des Verdachts der Insolvenzverschleppung und Betruges. Zudem hat Freitag beim Amtsgericht die Ablösung des Insolvenzverwalters Pannen und des Not-Geschäftsführers Weegen beantragt. Diesen Antrag unterstützen vier weitere Unternehmen - nach Angaben Freitags. Die Börden prüfen nun die Vorwürfe.

Der Grund für den Justiz-Alarm: „Weegen war ja schon Geschäftsführer, als klar war, dass da nicht alles rund läuft“, sagt Freitag. Deshalb sei es für ihn, andere Unternehmer und Airport-Mitarbeiter unverständlich, dass er als Not-Geschäftsführer eingesetzt worden ist. Weegen hatte zum 1. Oktober die Nachfolge von Jürgen Friedel angetreten, war Ende März von dem Posten zurückgetreten - aus gesundheitlichen Gründen. Doch Investor Mohamad Rady Amar verkaufte den Airport und tauchte ab. Der neue Inhaber Adam Wagner war unauffindbar. Deshalb wurde Weegen nach nur drei Wochen wurde wieder Not-Geschäftsführer. Gestern war er nicht erreichbar.

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Dafür nimmt aber Insolvenzverwalter Pannen Stellung. Als „unzulässig und unbegründet“, bewertet er den Antrag auf Abberufung. Denn nur Gläubiger können einen solchen stellen. Diesen Antrag auf Abberufung habe aber ein Schuldner des Flughafens, der seine Miete nicht bezahlt hat, gestellt, sagt Pannen. „Das ist eine Frechheit“, widerspricht Freitag. Er habe zwei Monatsmieten nicht bezahlt, da er noch offene Forderungen gegen den Flughafen hatte. Dabei geht es um seine Internetverbindung, die 24 Stunden ausgefallen war und die er vom Flughafen mietet. Eine entsprechende Email sei von Pannen nicht beantwortet worden.

Freitag ist zudem sauer, weil nicht mit allen Investoren gesprochen werde. „Man hat den Eindruck, es wird geklüngelt.“ Pannen widerspricht: „Ich spreche mit allen Investoren, die auf mich zu kommen - auch wenn ich es nicht für aussichtsreich halte“. Der Hintergrund dieses Schlagabtausches ist offenbar die Düsseldorfer „sbc Restrukturierung & Investments AG“. Sie wollte den Flughafen bereits Ende 2012 kaufen, kam aber nicht zum Zuge. In dem Konzept spielte auch Freitag mit seinem Reisebüro eine zentrale Rolle. „Es gab ein Gespräch mit Pannen, das ist aber schon länger her“, sagt Michael Hövel, der sbc damals beriet. „Es müssen sich jetzt alle an einen Tisch setzen. Es dürfen nicht weiter Einzelgespräche geführt werden“. Die sind nach Ansicht von Pannen aber vielversprechend. Aktuell wollen vier Interessenten den insolventen Airport übernehmen. Pannen geht davon aus, dass das Insolvenzverfahren Anfang Juli eröffnet wird und der Airport nicht schließt.

Von Josephine von Zastrow