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Lübeck So lief die Katastrophen-Übung der Feuerwehren am Flughafen
Lokales Lübeck So lief die Katastrophen-Übung der Feuerwehren am Flughafen
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17:52 31.03.2019
Die Freiwillige Feuerwehr und die Flughafen-Feuerwehr haben auf dem Flughafengelände in Lübeck-Blankensee gemeinsam den Ernstfall geprobt. Quelle: Holger Kröger
Lübeck-Blankensee

Eine gemeinsame Übung haben die Freiwillige Feuerwehr Lübeck und die Flughafen-Feuerwehr am Sonntagvormittag auf dem Flughafengelände in Blankensee abgehalten. Für die Einsatzkräfte der freiwilligen Feuerwehren der ersten Feuerwehrbereitschaft sei dies eine routinemäßige Übung für den Ernstfall, erklärte der Stadtfeuerwehrverband.

Trotz Zeitumstellung mussten etwa 140 Feuerwehrleute aus acht Lübecker Freiwilligen Feuerwehren und der Flughafenfeuerwehr Lübeck am Sonntagmorgen früh aufstehen. Anlass war eine Großübung auf dem Gelände des Lübecker Flughafens.

Drei Szenarien für die Feuerwehrleute vorbereitet

Angenommen wurden drei unterschiedliche Szenarien. Ein Großteil der eingesetzten Kräfte sollte bei einem simulierten Flugunfall ihr Können unter Beweis stellen. Weit im Flugfeld trafen die Retter auf einen etwas außergewöhnlichen Darsteller. Anstatt eines zu erwartenden Flugzeuges, stand stellvertretend ein PKW auf einem Anhänger.

Mit drei Großlöschfahrzeugen rückte die Flughafenfeuerwehr dem vermeintlich brennenden Flieger zu Leibe. Aus sämtlichen Löschkanonen schossen mit hohem Druck die Wasserfontänen in Richtung des angenommenen Brandes.

Nur unwesentlich nach der Flughafenfeuerwehr rückten die ersten Fahrzeuge der Freiwilligen Feuerwehren zur Unterstützung auf dem Flugfeld an. Gut einen Kilometer Schlauchleitung mussten die Helfer über den Flugplatz legen, um die benötigte Wasserversorgung aufrecht zu halten.

Erst Personen retten, dann löschen

In einem zweiten Szenario waren weitere Kräfte mit einem angenommenen Feuer in einer der großen Hallen auf dem Flughafengelände beschäftigt. Insgesamt elf Personen galten in dem brennenden Gebäude als vermisst. Unverzüglich rückten mehrere Trupps unter Atemschutz in das Objekt vor und holten, unter erschwerten Bedingungen, einen nach dem anderen aus der stark verqualmten Halle.

Erst als sämtliche Personen aus dem Gebäude gerettet waren, galt alle Konzentration dem Löschen des vermeintlichen Feuers.

Abseits des Gebäudes wurde eine Verletzten-Sammelstelle eingerichtet, zu der die geretteten Personen gebracht und gesichtet wurden.

Fahrzeuge werden mit hydraulischem Gerät aufgeschnitten

Auf dem Dauerparkplatz des Flughafens wurde ein drittes Szenario dargestellt. Dort waren zwei PKW zusammengestoßen. In Folge des Unfalls wurde auch ein Baum in Mitleidenschaft gezogen, welcher in die Fahrzeuge gekracht ist. Hier galt es für die Retter, beide Fahrzeuge mit hydraulischem Gerät so aufzuschneiden, dass die (angenommen) in den PKW klemmenden Personen schonend befreit werden konnten.

Ziel der Übung war unter Anderem, sowohl die Kommunikation wie auch das Zusammenwirken zwischen der Flughafenfeuerwehr und der ersten Feuerwehrbereitschaft der Hansestadt Lübeck zu trainieren.

Hierzu zeigt sich Stadtwehrführer Sven Klempau nach Abschluss der Übungseinheiten zuversichtlich: „Ich bin mit den bisherigen Ergebnissen sehr zufrieden. Letztendlich sind alle Übungsszenarien gut abgearbeitet worden!“

Die Freiwillige Feuerwehr und die Flughafen-Feuerwehr haben auf dem Flughafengelände in Lübeck-Blankensee gemeinsam den Ernstfall geprobt.

Geschäftsführer des Flughafens zufrieden mit Übung

Auch der Geschäftsführer des Lübecker Flughafens, Prof. Dr. Jürgen Friedel ließ es sich nicht nehmen, der Übung beizuwohnen. Selbst aktiver Feuerwehrmann, beobachtete er den Verlauf der einzelnen Szenarien mit geübtem Blick.

Auch er zeigt sich mit dem Verlauf sehr zufrieden. Für den Flughafen sei es wichtig auf alle Fälle vorbereitet zu sein und zu wissen, dass die Kooperation zwischen den Lübecker Feuerwehren und der eigenen Flughafenfeuerwehr gut funktioniere. „Wir wollen natürlich nicht, dass etwas passiert, aber wenn was passiert, hat man eben die Übung und jeder kennt sich aus“, resümiert er im Interview. An der Übung beteiligt waren neben der Flughafenfeuerwehr die Freiwilligen Feuerwehren Büssau, Genin, Krummesse, Kronsforde, Moislingen, Moorgarten, Niendorf und Wulfsdorf-Vorrade.

Lübeck Air“ will zurück ins Geschäft

Schritt für Schritt will der Flughafen Lübeck nun zurück ins Geschäft. Die Fluggesellschaft „Lübeck Air“ soll dabei helfen. Derzeit ist sie mit einem Business-Jet unterwegs. Damit „Lübeck Air“ weiter wachsen kann, tut sich der Flughafen mit dem dänischen Anbieter von Charterflügen Air Alsie zusammen. Der strategische Partner mit Sitz in Sonderburg betreibt derzeit 19 Flugzeuge, die zwischen fünf und 64 Sitzen zählen. Im April 2020 sollen die ersten Flüge mit den Air-Alsie-Maschinen aufgenommen werden.

Wie groß die Flotte der „Lübeck Air“ wird, hängt von den Zielen ab. Im Gespräch sind eine Route nach Stockholm. Aber auch Zürich, Wien und München werden LN-Informationen zufolge untersucht.

Auf dem Flughafen gibt es zurzeit keinen Linienverkehr. Am 15. April 2016 endete die Geschichte des Linienflugs auf dem Airport in Blankensee. Die Betreibergesellschaft hatte jedoch vor 14 Tagen die Wiederaufnahme des Linienbetriebs in Aussicht gestellt.

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RND/mopics

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