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Lübeck Gesundheitsflüge statt Billigflüge
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16:51 12.11.2018
Geschäfts- und Sportflieger sind derzeit die Kunden des Flughafens Lübeck, der zum Medizin-Drehkreuz werden soll. Quelle: 54° / Felix Koenig
St. Jürgen

Gerade einmal drei Kilometer Luftlinie liegen zwischen dem Universitätsklinikum (UKSH) Schleswig-Holstein und dem Flughafen in Blankensee. Der Airport will unter dem jetzigen Betreiber Prof. Winfried Stöcker Medizin und Luftfahrt verbinden. Ziel ist ein Gesundheits-Flughafen. Entsprechende Überlegungen bestätigen Stefanie Eggers, Sprecherin des Flughafens, und Oliver Grieve vom UKSH: „Wir sind für eine Kooperation offen.“

Die frühere Wissenschaftsmanagerin Dr. Iris Klaßen arbeitet jetzt beim Flughafen. Quelle: Felix König

Angetrieben wird die Neuausrichtung des Airports, der seit dem Abzug der Billigflieger Ryanair und Wizz Air den Dornröschenschlaf schläft, von der früheren Wissenschaftsmanagerin Iris Klaßen, die vor eineinhalb Jahren in die Dienste des Airports wechselte. „Mit der Geschäftsfeldentwicklung im Bereich Medizin, Gesundheit und Innovation entsteht im Umfeld des Flughafens ein Anreizsystem, das national und international zur Belebung und zur Sichtbarkeit des Standorts führt“, sagt Klaßen, „zurzeit werden vor Ort und auch international strategische Partner identifiziert, die ihre Stärken in dieser Hinsicht vernetzen möchten. Es ist eine Investition in eine starke Gesundheits- und Wirtschaftsregion.“

Der Gesundheits-Flughafen ruht auf drei Säulen. Gang und gäbe sind bereits Rettungs- und Transportflüge. Schon länger in der Diskussion, aber noch nicht verwirklicht, ist die Zusammenarbeit mit dem UKSH. So könnten über den Airport in Blankensee Patienten einfliegen oder Ärzte von Blankensee zu Einsätzen starten. Der Flughafen könnte auf dem Vorfeld einen persönlichen Abholservice für Patienten installieren. Ebenfalls schon länger im Gespräch sind Flüge, die Menschen zur Erholung und Reha an die Ostsee bringen. Die Nähe eines Flughafens zu einem der größten Krankenhäuser Deutschlands lege eine intensivere Zusammenarbeit nahe, sagt UKSH-Sprecher Grieve, „der Flughafen muss sagen, wie er sich diese Kooperation vorstellt.“

Alle Klagen zurückgewiesen

Bereits zum 100-jährigen Jubiläum des Airports im vergangenen Sommer kündigte Stöcker an, dass der Flughafen ein neues Terminal erhalten solle. Die Geschäftsführung des Airports bemüht sich auch immer wieder um neue Linienflüge. Erst einmal aber werden ein Hangar neu gebaut und die Entwässerung erneuert.

In diesem Jahr wurden alle Klagen gegen den Airport-Ausbau vom Oberverwaltungsgericht (OVG) Schleswig zurückgewiesen. Die Gemeinde Groß Grönau verzichtet auf weitere juristische Auseinandersetzungen.

Kai Dordowsky

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