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Lübeck Die beste aller möglichen Zellkulturen
Lokales Lübeck Die beste aller möglichen Zellkulturen
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19:43 07.09.2018
Staatssekretär Dr. Oliver Grundei (v. l.) wurde bei der Tagung durch die Fraunhofer-Forscher Dr. Sebastian Rakers und Prof. Charli Kruse begrüßt. Quelle: Felix König/Agentur 54°
St. Jürgen

Das große Schau-Aquarium im Foyer des Fraunhofer-Instituts im Mönkhofer Weg ist diesmal ein thematischer Wegweiser. „Ja, das stimmt“, sagt Dr. Sebastian Rakers, „und es freut mich, dass wir uns in diesem Jahr bei dieser Tagung schwerpunktmäßig mit Fischzucht beschäftigen.“ Gerade hat der Wissenschaftler, der die Arbeitsgruppe Aquatische Zelltechnologie und Aquakultur in der Fraunhofer-Einrichtung für Marine Biotechnologie und Zelltechnik (EMB) leitet, den Impulsvortrag gehalten. Und es sind wieder rund 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Einladung der Lübecker Forscher gefolgt.

Seit zehn Jahren sei er in der EMB tätig, „und seit neun Jahren gibt es nun unser Symposium für Industrielle Zelltechnik. Es ist schön, dies von Anfang an begleitet zu haben“, so Rakers. Er betont bezüglich seines Arbeitsgebietes, dass sich Fischzellkulturen in Verwendung als Test- und Modellsysteme im Labor unter anderem in der Giftstoff-Forschung sowie in der veterinärmedizinischen Virenforschung und Impfstoffentwicklung bewährt hätten. „Und allein wir als Arbeitsgruppe haben schon über 80 Langzeit-Zellkulturen von 23 verschiedenen Fischarten etabliert“, so der Experte. In den Testsystemen versuche man, die Situation im Organismus zu simulieren, um somit Tierversuche vermeiden und ersetzen zu können.

Dr. Oliver Grundei, Staatssekretär im Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur in Kiel, überbrachte ein Grußwort der Landesregierung. Quelle: 54°/Felix König

Insgesamt sollen an den zwei Kongresstagen Einblicke in Trends in der Bioanalytik, der Prävention und der zellbasierten Diagnostik gegeben werden. Um zum Beispiel innovative, neue Inhaltsstoffe im Bereich Kosmetik und Lebensmittel zu entwickeln, können Zellmodelle künftig die Bioaktivität neuer Substanzen vorhersagen. EMB-Chef Prof. Charli Kruse bewertet die Aussichten der Branche als durchaus positiv: „Zell-basierte Technologien haben sich in der Forschung etabliert und eröffnen den Firmen inzwischen vielfältige Anwendungsfelder.“

Für die schnellere Umsetzung in industriell anwendbare Technologien und in zertifizierte klinische Verfahren bedürfe es jedoch auch der Unterstützung und Kooperation von Wissenschaft, Wirtschaft und Politik, so Kruse. Ein Appell, den Gastredner Wissenschafts-Staatssekretär Dr. Oliver Grundei wohl mit nach Kiel nehmen wird. Mit im Gepäck hat Grundei auch die Einlassungen von Science-Blogger Dr. Martin Moder aus Wien, der unter dem Titel „Die beste aller möglichen Zellkulturen“ den Schlusspunkt des ersten Tagungstages setzt.

Molekularbiologe und Wissenschaftsblogger Dr. Martin Moder aus Wien bot in seinem Vortrag unter dem Titel „Die beste aller möglichen Zellkulturen“ einen amüsanten Einblick ins Forscherleben. Mit dabei hatte er drei kleine Fruchtfliegengehirne, die im Labor in einer Zellkultur gewachsen sind. Quelle: 54°/Felix König

Für den promovierten Molekularbiologen steht fest: „Ich finde, dass man Wissenschaft nicht zu ernst nehmen kann, weil sie schon aus sich heraus ein absurdes Element birgt – man stößt auf Dinge, die vollkommen überraschend sind, und wenn man das zu ernst nimmt, wird man sehr schnell verrückt.“

Michael Hollinde

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