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Lübeck Freispruch für die Gurke - Erstmals EHEC-Sprossen nachgewiesen
Lokales Lübeck Freispruch für die Gurke - Erstmals EHEC-Sprossen nachgewiesen
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16:27 10.06.2011
Quelle: Ulf-Kersten Neelsen
Lübeck

Der Auslöser der EHEC-Epidemie ist wohl ermittelt:

Die bereits verdächtigten Sprossen sind mit großer Wahrscheinlichkeit

Ursache für den EHEC-Ausbruch in Deutschland. Der Präsident des

Robert Koch-Instituts (RKI), Reinhard Burger, stellte am Freitag in

Berlin die jüngsten Untersuchungsergebnisse seiner Experten vor.

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Tomaten, Gurken und Blattsalate könnten wieder ohne Bedenken

gegessen werden, sagte Andreas Hensel, Präsident des Bundesinstituts

für Risikobewertung (BfR). Die Warnung vor Sprossen bleibe dagegen

bestehen. Besonders rohe Sprossen sollten nicht gegessen werden.

Vor Gurken, Tomaten und Salat hatten RKI und BfR am 25. Mai

gewarnt. Grundlage dafür waren Patientenbefragungen.

„Wir sind ein Stück weit erleichtert“, sagte

Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU). Gesundheitsminister

Daniel Bahr (FDP) betonte, es sei gut, dass die Warnung nun auf

Sprossen beschränkt wurde. Für die Bürger sei jetzt klarer, wie sie

sich schützen könnten. EHEC-Entwarnung könne weiterhin nicht gegeben

werden.

Die Zahl der Neuerkrankungen sei aber weiter deutlich rückläufig.

Er sei sicher, dass die Lage in vielen Krankenhäusern sich wieder

normalisiere. RKI-Chef Burger sagte: „Der Ausbruch ist noch nicht

vorbei.“ In Deutschland hat der aggressive Darmkeim bislang 29

Menschen getötet.

Burger erklärte: „Möglich wäre, dass die Infektionsquelle versiegt

ist.“ Dies stehe aber noch nicht fest. Denkbar sei auch, dass die

betroffenen Lebensmittel nur über einen bestimmten Zeitraum mit dem

EHEC-Erreger in Kontakt gewesen seien. Es gebe noch Klärungsbedarf.

„Wir sind sehr sicher, das die Quelle der Infektionen bei dem

inzwischen geschlossenen Bio-Betrieb in Niedersachsen ist“, sagte die

agrarpolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion, Christel

Happach-Kasan, der Nachrichtenagentur dpa nach einem Gespräch mit

Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU).

Der Biohof in Bienenbüttel im Kreis Uelzen ist inzwischen komplett

gesperrt und darf kein Gemüse mehr in den Handel liefern, wie

Niedersachsens Landwirtschaftsminister Gert Lindemann (CDU) in

Hannover sagte. Bisher galt das Verkaufsverbotr nur für Sprossen.

Der Betrieb sei nun definitiv als Hauptauslöser für die

Erkrankungswelle ausgemacht worden.

Im Labor konnte der grassierende EHEC-Erreger auf Sprossen bisher

aber nicht nachgewiesen werden.

Auch Darmkeimexperte Helge Karch vom Institut für Hygiene der

Universität Münster gab sich im Interview mit der dpa optimistisch:

„Wir haben jetzt hochspezifische Tests - ich halte es für möglich,

dass die Infektionsquelle noch gefunden wird.“

Nach einem Bericht der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“

(Freitag) unter Berufung auf das hessische Gesundheitsministerium

könnte die infizierte Angehörige einer Cateringfirma ebenfalls den

Erreger übertragen haben. Acht Gäste einer Festgesellschaft im

niedersächsischen Göttingen, die von dem Unternehmen beliefert wurde,

seien an EHEC erkrankt. Mindestens einer der erkrankten Gäste habe

angegeben, weder Salat noch Gemüse oder Sprossen gegessen zu haben.

EHEC ist für ein Viertel der Bevölkerung in dieser Woche das

wichtigste Problem in Deutschland, wie eine repräsentative Umfrage

für das ZDF-„Politbarometer“ ergab. Knapp ein Drittel (32 Prozent)

der Befragten hält die eigene Gesundheit durch den Darmkeim für

gefährdet, zwei Drittel (67 Prozent) sehen das nicht so.

Die Entwarnung für Gurken und Co platzte mitten in eine Aktion von

Gemüsebauern und Händlern in Hamburg. Sie verschenkten in der

Innenstadt tonnenweise Gemüse, um auf ihre drastischen Einbußen wegen

der EHEC-Epidemie aufmerksam zu machen. Mitorganisator Jens Elvers

erzählte anschließend: „Das hat sich so doll verbreitet, dass die

Leute uns das Gemüse dann tütenweise aus der Hand gerissen haben.“

LN

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Leipzig - Verbraucher müssen laut den Behörden nicht

mehr auf Gurken, Tomaten und Salat verzichten. Sie sollten beim Kauf

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