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Lübeck Freiwillig gebaut: 90 neue Sozialwohnungen
Lokales Lübeck Freiwillig gebaut: 90 neue Sozialwohnungen
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16:34 29.03.2019
Freiwillig sozial: Die Vereinigten Baugenossenschaften errichten Sozialwohnungen in Moisling. Dafür werden alte Gebäude abgerissen. Roswitha Antler vom Vorstand und Architekt Stefan Oldenburg besuchen die Baustelle im Andersenring. Quelle: Olaf Malzahn
Moisling

Hitzig debattieren die Politiker über Quoten für Sozialwohnungen. Sollen 30 Prozent oder 50 Prozent geschaffen werden in neuen Baugebieten? Das interessiert die Vereinigten Baugenossenschaften Lübeck (VBL) nicht. Sie bauten sowieso welche – aus eigenem Antrieb.

Kosten: 18,2 Millionen Euro

„Wir wollen bezahlbaren Wohnraum schaffen für unsere Mitglieder“, sagt Roswitha Antler vom Vorstand. Denn: „Die Menschen sind darauf angewiesen.“ Daher investiert die VBL kräftig. 18,2 Millionen Euro verbauen sie im Andersenring in Moisling. Auf dem 6400 Quadratmeter großen Areal ersetzen sie 88 alte Wohnungen durch 90 neue Sozialwohnungen – für 200 Leute. Sie sind in drei langen Gebäuderiegeln untergebracht. Baustart ist jetzt, alles fertig soll 2024 sein. Das Bauprojekt dauert so lange, weil Mieter immer aus dem alten Gebäude in das neue umziehen.

Gebaut wird bis 2024

Der Zeitplan: Aktuell wird das Gebäude im Andersenring 13 bis 15 dem Erdboden gleichgemacht – von der Firma Grabowski. 2500 bis 3250 Tonnen Schrott werden abtransportiert, das sind 100 bis 130 Lastwagen-Touren. Anfang Mai ist alles plan. Im Sommer startet der erste Neubau. Er ist Anfang 2021 fertig. Dann ziehen die Mieter ein. Damit steht Gebäude Nummer zwei leer und kann abgerissen werden. Fertig ist es 2022. Dann wird das dritte Gebäude abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. 2024 ist alles neu.

Größere Wohnungen

Konkret: Es werden größere Wohnungen gebaut, nicht mehr. Bisher gibt es 4400 Quadratmeter Wohnfläche in den drei Häuserriegeln. Wenn alles fertig ist, werden es 30 Prozent mehr: 5800 Quadratmeter. Denn die Häuser werden breiter gebaut – statt zehn Meter sind es dann 15 Meter. Und: Die Gebäude haben wie jetzt zwar ebenfalls vier Stockwerke, aber im hinteren Bereich kommt ein Staffelgeschoss obendrauf.

35 Millionen Euro bis 2025

Bis 2025 investiert die Vereinigte Baugenossenschaft Lübeck (VBL) 35 Millionen Euro. 18 Millionen Euro im Andersenring für 90 Sozialwohnungen. 17 Millionen werden im Marliring verbaut in 20 bis 22 Sozialwohnungen sowie in 40 reguläre Wohnungen auf dem Baggersand in Travemünde.

1948 wurde die VBL gegründet. Sie hat 1300 Wohnungen in Lübeck, davon zehn Prozent Sozialwohnungen. 1500 Mitglieder gehören zur Genossenschaft. Jeder Mieter kauft daran Anteile für etwa 775 Euro – statt eine Mietkaution zu hinterlegen.

In zwei Gebäuden entstehen Wohnungen für Singles und Paare – zwischen 50 und 60 Quadratmetern. Das dritte Gebäude ist für Familien vorgesehen: Die Wohnungen messen dann 75 bis 95 Quadratmeter. Insgesamt werden 20 Wohnungen barrierefrei errichtet. In alle drei Gebäude werden Aufzüge eingebaut. Außerdem haben sie den heutigen Energiestandard.

Alte Wohnungen zu klein

Der Vergleich zu heute: Viele der Wohnungen sind zu klein. Sie messen nur 30 Quadratmeter. Die Gebäude wurden 1964 als Sozialwohnungen errichtet. Die Bindung ist allerdings 2002 ausgelaufen. Das heißt: Ab da konnte die VBL die Miethöhe selbst bestimmen. Doch sie hat die Wohnungen weiterhin günstig vermietet – für fünf Euro pro Quadratmeter. Mehr gab die Qualität nicht her. Jetzt hat sich die VBL entschieden, erneut Sozialwohnungen zu bauen.

„Wir wollen bezahlbaren Wohnraum schaffen für unsere Mitglieder“, sagt Roswitha Antler, Vorstand von den Vereinigten Baugenossenschaften Lübeck. Quelle: Olaf Malzahn

Miete: 5,95 Euro

Die Finanzierung: 18,2 Millionen Euro werden investiert. Davon fördert das Land 85 Prozent – das sind knapp 15,5 Millionen Euro. Dafür wird die Miete festgelegt. Der Preis pro Quadratmeter beträgt 5,95 Euro. Vier Jahre lang dürfen die VBL die Miete nicht erhöhen. Erst danach kann sie um sechs Prozent steigen, aber nur alle drei Jahre. Und: Die Wohnungen müssen Sozialwohnungen bleiben – auf 35 Jahre.

Genossenschaft braucht schwarze Null

Für die VBL rechnet sich der Bau der Sozialwohnungen. „Wir müssen als Genossenschaft eine schwarze Null schreiben“, sagt Antler. Es gehe nicht um maximale Rendite. Außerdem wollen die VBL etwas für ihre Mitglieder tun. Antler: „Viele unserer Mieter wohnen hier schon seit 50 Jahren.“

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