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Lübeck Freiwilligenagentur fehlen Fördermittel
Lokales Lübeck Freiwilligenagentur fehlen Fördermittel
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18:46 23.09.2019
Die Freiwilligenagentur steht nach zehn Jahren vor dem Aus. Davor warnen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Stine Nielandt, Kerstin Merk, Peter Delius, Parva Soudikani, Melanie Wienicke und Katja Nowroth (v. l). Quelle: Katrin Diederichs
Innenstadt

Gerade feierte sie ihr zehnjähriges Bestehen, jetzt gehen der Lübecker Freiwilligenagentur E-Punkt die finanziellen Mittel aus. Der Grund: Die Förderung des Landes Schleswig-Holstein, die der gemeinnützige Verein seit 2016 für seine Arbeit in der Geflüchteten-Hilfe erhalten hat, läuft Ende 2019 aus. „Zwei Stellen, die das Sozialministerium zur Stärkung des Bürgerengagements in diesem Bereich gefördert hat, können nicht weiterfinanziert werden“, sagt der Vereinsvorsitzende Peter Delius. „Mir blutet das Herz, dass wir diese kompetenten Mitarbeiterinnen verlieren.“

Mehr als 200 Klicks täglich auf der Internetseite

Seit zehn Jahren gibt es die E-Punkt-Beratungsstelle in der Hüxtertorallee 7. Die Freiwilligenagentur vermittelt Ehrenamtliche an Vereine und Initiativen unterschiedlicher Bereiche wie Kultur, Soziales oder Feuerwehr, berät Interessierte mit Seminaren und Vortragsreihen, etwa wie man Fördermittel richtig beantragt oder Spenden akquiriert. „Unsere Internetseite wird inzwischen mehr als 200 Mal täglich angeklickt, um Material herunterzuladen oder Ehrenämter zu suchen“, sagt Delius. „Mit dem Wegfallen der Stellen wird die Arbeit auf diesem Niveau nicht mehr möglich sein.“

E-Punkt startet Aktionswoche

Mit einer Aktionswoche macht die Freiwilligenagentur jetzt auf ihre prekäre Situation aufmerksam: Unter dem Motto „E-Punkt macht den Laden dicht“ wird die normale Arbeit des Vereins bis zum kommenden Freitag ruhen. Die Mitarbeiter werden sich stattdessen mit Freunden und Förderern des Vereins treffen, die in Videos und Textbeiträgen auf www.epunkt-luebeck.de über die Relevanz der Netzwerkstelle berichten. Der Appell richtet sich an die Stadt Lübeck, Geld bereitzustellen, damit die Arbeit von E-Punkt weitergehen kann.

Neben zehn ehrenamtlichen Mitarbeitern beschäftigt E-Punkt zurzeit fünf feste Mitarbeiterinnen – verteilt auf insgesamt 3,5 Vollzeitstellen. Sie betreuen unter anderem die Webseite oder koordinieren die Öffentlichkeitsarbeit. „Zwei Vollzeitstellen werden mit dem Ende der Landesförderung wegfallen, die anderen werden mithilfe von Projektgeldern finanziert“, erklärt Teamleiterin Stine Nielandt. Doch auch hier enden Fördergelder im kommenden Jahr.

Von der Stadt gibt es bisher kein Geld

Von der Stadt Lübeck erhält E-Punkt bisher keine finanzielle Unterstützung. Langfristig strebt E-Punkt jedoch eine Kooperation an. Bisher ohne Erfolg: „Wir haben bereits im März beim Bürgermeister ein Konzept eingereicht, das eine Tandem-Kooperation zwischen der Verwaltung und unserem Verein vorsieht“, erklärt Peter Delius. Die Idee: Sowohl in der Verwaltung als auch bei E-Punkt entsteht jeweils eine Stelle für Freiwilligenarbeit.

„Beide Seiten könnten voneinander profitieren“, erklärt Delius. So könnte die Stadt das bereits vorhandene Netzwerk des Vereins übernehmen. „Wenn die Verwaltung da bei Null anfängt, dauert das um die zwei Jahre und man braucht zwei Vollzeitstellen, um auf unser Niveau zu kommen.“ Bisher habe Lübecks Bürgermeister Jan Lindenau (SPD) jedoch noch keine Reaktion gezeigt.

Politiker diskutieren Finanzspritzen

Das Schicksal des E-Punkts wird Thema in den anstehenden Haushaltsberatungen. Die Linke will, dass die Stadt bis zu 126 000 Euro bereitstellt. Kreisvorsitzende Katjana Zunft hat zudem an den Ministerpräsidenten von Schleswig Holstein, Daniel Günther (CDU), einen offenen Brief geschrieben: „Die Sparmaßnahme würde das Ehrenamt in Lübeck verringern.“

Die CDU denkt nach Angaben des Kreisvorsitzenden Carsten Grohmann über eine Soforthilfe von 50 000 Euro nach. Die SPD dagegen will das Land nicht einfach aus der finanziellen Verantwortung entlassen. Fraktionschef Peter Petereit sieht auch die Nutzer des E-Punktes in der Pflicht: „Die könnten sich zusammenschließen und einen Obolus bezahlen.“

Bürgermeister wird in den Sozialausschuss zitiert

Unterdessen wollen die Sozialpolitiker mehrerer Fraktionen Bürgermeister Lindenau im Oktober in die Sitzung des Sozialausschusses zitieren. „Ein ziemlich einmaliger Vorgang in der Kommunalpolitik“, sagt Gregor Voht (Freie Wähler). Seit sieben Jahren verspreche die Verwaltung eine Koordinierungsstelle. „Wir werden hingehalten“, kritisiert Voht und erinnert daran, dass Lindenau die Koordinierungsstelle zu einem wesentlichen Teil seines Wahlkampfs gemacht hatte. „Der Bürgermeister mauert“, ärgert sich Michelle Akyurt (Grüne). CDU-Kreisvorsitzender Grohmann: „Der Bürgermeister muss schleunigst ein Konzept vorlegen.“

Von Katrin Diederichs und Kai Dordowsky

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