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Lübeck 150 Jugendliche demonstrieren in Lübeck für ein besseres Klima
Lokales Lübeck 150 Jugendliche demonstrieren in Lübeck für ein besseres Klima
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15:19 24.01.2020
Demo Fridays for Future: Die Teilnehmer ziehen durch die Königstraße. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen
Lübeck

Schüler und Studenten der Hansestadt haben im Zuge der Fridays-for-Future-Bewegung wieder für mehr Klimaschutz demonstriert – in Lübeck zum ersten Mal in diesem Jahr. Auch Greenpeace-Aktivisten nahmen den Freitag zum Anlass, unter dem Motto „Klimanotstand umsetzen“ mitzulaufen. Sieben Polizisten begleiteten die Demo, zwei davon auch auf dem Fahrrad.

„Ich finde es super cool, dass ihr alle heute gekommen seid, um auch zu zeigen, dass wir weiterhin hier sind“, begrüßte Schülerin Sophia Marie Pott (15) die rund 150 Teilnehmer bei der Auftaktkundgebung auf dem Klingenberg. „Das, was letztes Jahr bei der Haushaltsplanung in Sachen Klimaschutz mit eingebracht wurde, ist einfach zu wenig, deswegen müssen wir weitermachen. Und deshalb wollen wir dieses Jahr mehr im Lokalen machen“, führte sie fort.

Klimaforum schon im Februar

Konkret fordert die Fridays-for-Future-Ortsgruppe Lübeck, dass das Klimaforum in Lübeck bereits im Februar stattfindet. „Wenn wir Klimaschutz in den Haushalt 2021 noch mit reinbringen möchten, dann sind die ersten Sitzungen im März einfach zu spät“, so Pott.

Nach einer kurzen Aufwärmübung („Wer nicht hüpft, der ist für Kohle“) bewegte sich der Demozug auch schon. Die Demonstrierenden zogen durch die Königstraße. „Wir streiken Schule, wir schwänzen nicht“, tönte es währenddessen aus den Lautsprechern. Vor den Geschäften der Fleischhauerstraße versammelten sich auch Schaulustige und beobachten die Schüler und Studierenden. Doch nicht nur junge Menschen beteiligten sich an der Demonstration; vielmehr waren Vertreter aus allen Altersgruppen dabei. Auf einem Schild hieß es beispielsweise „Omas for Future“.

Route wurde geändert

Zwischendurch wurde die Route etwas geändert: Es ging am Johanneum vorbei. „Was kann jeder einzelne heute für sich tun?“, fragte Schüler Gregor Guttenberg (16) von der Geschwister-Prenski-Schule in einer Durchsage. Per Aufruf wurden wenig später auch Passanten eingeladen, sich den Demonstrierenden anzuschließen.

„Wir fordern, dass unter anderem ein kurzfristiges Maßnahmenpaket schnellstmöglich ausgearbeitet wird, damit es in den Haushalt 2021 aufgenommen werden kann. Fünf Tage vor der ersten Bürgerschaftssitzung in diesem Jahr wollen wir zeigen, dass wir weiterhin streiken und Druck auf die Politik ausüben werden“, sagt Florian Doll von Fridays for Future in Lübeck.

Kritik an Lübecks neuer Fluglinie

„Wir haben keine Zeit mehr“ stand auf einem von vielen Plakaten auf der Demonstration. Auch in der Königstraße zogen laute Parolen wie „Hopp hopp hopp – Kohlestopp“ Schaulustige an. „Ende 20 ist zu spät, Klimaschutz hat Priorität“, wurde laut von einer Gruppe gerufen. Über den Koberg zog die friedliche Demonstration dann weiter in die Breite Straße. Nebenbei wurde in Durchsagen immer wieder auf die neuen Inland-Fluglinien von Lübeck nach München und Stuttgart aufmerksam gemacht. Die Fridays-For-Future-Bewegung ist ein Gegner davon, für sie ist das ein Rückschritt. Mit lauter Musik ging es dann durch die Breite Straße an Schaulustigen vorbei. In Parolen riefen die Schüler und Studenten immer mal wieder: „Scheuer Scheuer Scheuer – raus raus raus“.

Demonstranten legten sich auf den Boden

Beim geplanten sogenannten „Die-In“ während der Abschlusskundgebung legten sich alle Teilnehmer auf den nassen Boden vor dem Rathaus. „Also wenn Sie sich erkenntlich zeigen wollen fürs Klima, dann legen Sie sich gerne zu uns“ konnte man in einer Durchsage an die Passanten hören. Von denen äußerte sich einer gegen die Demonstrationen, was ihm Buh-Rufe der Teilnehmer einbrachte. Obwohl vorher dazu aufgerufen wurde, keine Geschäftseingänge zu blockieren, setzten sich drei Schüler dennoch vor den Eingang eines Geschäfts in der Breiten Straße. Erst nach Aufforderung einer Polizistin räumten die Schüler den Eingang.

Schweigeminute für Opfer des Klimawandels

„Menschen sind auch nur Tiere“ tönte es in einer weiteren Durchsage. Darin wurde ebenso dazu aufgerufen, das Thema des Klimanotstandes auch in der Schule zu behandeln. Nach der Durchsage begann eine Schweigeminute für die Tiere, die Opfer des Klimawandels geworden sind – unter anderen auch bei den Buschbränden in Australien. Es folgte der Hinweis bezüglich der nächsten globalen Klimademonstration am 24. April.

Mit großem Applaus wurde die Veranstaltung dann offiziell beendet, doch ein Lied gegen Fluglinien ließen sich die Teilnehmer zum Schluss nicht nehmen: „Wehrt euch, leistet Widerstand gegen all die Airlines hier im Land“ skandierten die Teilnehmer. Nach dem Protestsong erklärte die Organisation den Zusammenhang zwischen Altersarmut und Klimaschutz und lud zur Diskussion mit der unabhängigen Initiative „Fridays gegen Altersarmut“ ein, die am Freitag um 16 Uhr in der Breiten Straße eine Mahnwache hält. Trotz der Ähnlichkeit im Namen besteht jedoch keine Verbindung zwischen den beiden Gruppen.

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Die Bewegung „Fridays for Future“

Fridays for Future“ ist eine Klimastreik-Bewegung, die weder an eine Organisation noch an eine Partei gebunden ist. Sie wird getragen von jungen Menschen auf der ganzen Welt. Vorbild ist die Schülerin Greta Thunberg (16) aus Schweden, die seit Monaten freitags die Schule bestreikt, um für den Klimaschutz zu kämpfen. Weltweit haben sich Schüler und Studierende ihrem Protest angeschlossen. Beim weltweiten Aktionstag Mitte März wurde in 123 Ländern und über 1800 Städten demonstriert. In Deutschland fanden mehr als 200 Demos statt. Auch in Lübeck.

Fridays for Future“ fordert unter anderem die Einhaltung der Ziele des Pariser Klimaabkommens und damit die Begrenzung der Erderwärmung auf möglichst 1,5 Grad. Für Deutschland fordert F4F, dass die Energieversorgung bis 2035 zu 100 Prozent auf erneuerbare Energien umgestellt wird. Außerdem soll bis 2035 der Ausstoß von Treibhausgasen eine „Nettonull“ erreicht haben. Das bedeutet, dass Deutschland nicht mehr CO2 produziert, als durch die Natur oder Speichersysteme kompensiert werden kann. Gefordert wird außerdem ein Kohleausstieg bis 2030.

Von Paul Kistner und Lisa-Marie Pohlmann

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