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Lübeck Klimademo: 50 Teilnehmer laufen im Nieselregen durch Lübeck
Lokales Lübeck Klimademo: 50 Teilnehmer laufen im Nieselregen durch Lübeck
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15:46 06.12.2019
Nur 50, dafür umso lautere, Teilnehmer zählte die „Fridays for Future“-Demo am Nikolaustag. Quelle: Sophie Schade
Innenstadt

Stell dir vor, es ist Demo, und keiner geht hin: Die für Freitagvormittag angekündigte „Fridays for Future“-Demo sollte am Klingenberg starten. Fünf Minuten, bevor es offiziell losgehen sollte, waren dort zwar 15 Polizisten vor Ort – von den Umweltaktivisten fehlte jede Spur. Die trudelten ab 10.30 Uhr nach und nach ein. Am Ende liefen doch 50 tapfere Jugendliche und Erwachsene bei Nieselregen durch die Innenstadt.

Diskussion über die Strecke der Demo

Bevor die Demo starten konnte, bekam Organisator Lukas Leitner noch eine Standpauke von Einsatzleiter Thomas Wolf zu hören: In der vergangenen Woche liefen die Umweltaktivisten publikumswirksam durch die Königstraße, allerdings entgegengesetzt der Fahrtrichtung. Das bedeutete, dass alle Autos, Taxen und Busse, die dort entlang fahren mussten, nicht mehr weiterkamen, sobald die Demonstration die Straße erreicht hatte. „Es gab dramatische Szenen. Einige Senioren haben sogar geweint, weil sie mit Rollator unterwegs waren und nicht mehr wussten, wie sie nach Hause kommen sollen“, redete Thomas Wolf von der Polizei Lübeck den Jugendlichen ins Gewissen.

SPD-Landtagsabgeordnete Kerstin Metzner (links), Jan Schenkenberger und Maja Nolte (17) unterhalten sich über das Volksbegehren zum Schutz des Wasser. Quelle: Sophie Schade

„Weihnachtswünsche“ für den SPD-Kreisverband

Am Freitag ging es also in Fahrtrichtung durch die Königstraße vorbei am Koberg bis zum Gustav-Radbruch-Platz. Die 50 Demonstranten trugen ihre Forderungen nach schärferen Klimagesetzen und einer ehrgeizigeren Umweltpolitik umso lauter vor. Ihr Appell richtete sich diesmal vor allem an die SPD, die seit Freitag ihren Parteitag in Berlin abhält. Passend dazu legte der Zug vor dem Büro des SPD-Kreisverbandes einen Zwischenstopp ein. Dort überreichten die Demonstranten der Landtagsabgeordneten Kerstin Metzner ihre umweltpolitischen „Weihnachtswünsche“, die sie zu Beginn der Demo auf kleine Zettel geschrieben hatten.

Die Bewegung „Fridays for Future“

Fridays for Future“ ist eine Klimastreik-Bewegung, die weder an eine Organisation noch an eine Partei gebunden ist. Sie wird getragen von jungen Menschen auf der ganzen Welt. Vorbild ist die Schülerin Greta Thunberg (16) aus Schweden, die seit Monaten freitags die Schule bestreikt, um für den Klimaschutz zu kämpfen. Weltweit haben sich Schüler und Studierende ihrem Protest angeschlossen. Beim weltweiten Aktionstag Mitte März wurde in 123 Ländern und über 1800 Städten demonstriert. In Deutschland fanden mehr als 200 Demos statt. Auch in Lübeck.

Fridays for Future“ fordert unter anderem die Einhaltung der Ziele des Pariser Klimaabkommens und damit die Begrenzung der Erderwärmung auf möglichst 1,5 Grad. Für Deutschland fordert F4F, dass die Energieversorgung bis 2035 zu 100 Prozent auf erneuerbare Energien umgestellt wird. Außerdem soll bis 2035 der Ausstoß von Treibhausgasen eine „Nettonull“ erreicht haben. Das bedeutet, dass Deutschland nicht mehr CO2 produziert, als durch die Natur oder Speichersysteme kompensiert werden kann. Gefordert wird außerdem ein Kohleausstieg bis 2030.

Landtagsabgeordnete zeigt Verständnis für Forderungen

Kerstin Metzner wiederum zeigte großes Verständnis für die Forderungen der Jugendlichen. Immerhin sitzt die Sozialdemokratin im Landtag im Umwelt- und Agrarausschuss. „Wir vielen Punkten sind wir uns ja einig. Die SPD Schleswig-Holstein unterstützt zum Beispiel ein Volksbegehren zum Schutz des Wasses“, so Kerstin Metzner. Es sei aber auch so, dass solche Pläne in im Parlament nicht immer ganz so schnell und einfach, wie man es sich wünschen würde.

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