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Lübeck So verlief die Klimademo mit 2000 Teilnehmern in Lübeck
Lokales Lübeck So verlief die Klimademo mit 2000 Teilnehmern in Lübeck
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19:49 29.11.2019
Der Blick in die Beckergrube zeigt, wie lang sich der Demonstrationszug durch die Stadt zog. Rund 2000 Leute machten laut Polizei mit. Die Veranstalter sprachen von 2500 Teilnehmern beim „Fridays for Future“-Protestzug. Quelle: Lutz Roeßler
Lübeck

Weltweit gingen wieder Teilnehmer der „Fridays for Future“-Bewegung für den Klimaschutz auf die Straße – auch in Lübeck. 2000 Teilnehmer aller Generationen zogen stundenlang durch die Innenstadt. Sie wollten kurz vor dem Start der UN-Klimakonferenz in Madrid, am 2. Dezember, ein Zeichen setzen. Die Veranstaltung verlief friedlich. Nur im Bereich des Mühlentorplatzes kam es zu einer Sitzblockade. Der Veranstalter distanzierte sich von der Gruppe.

Juri von Drigalski (18, rechts) knotet Florian Doll (22) ein Ordner-Band an den Arm. Die beiden gehören zu der Fridays for Future Gruppe Lübeck. Insgesamt sind 30 Ordner bei der Demo unterwegs. Quelle: Foto: Cosima Künzel

Los geht es auf dem Klingenberg schon gegen 10 Uhr. Die ersten Demo-Teilnehmer treffen sich dort, um auch darüber zu diskutieren, wie man Klimaschutz konkret in Lübeck umsetzen kann. Langsam füllt sich der Platz. Es gibt Reden, die Ordner bereiten sich vor. Juri von Drigalski (18) knotet Florian Doll (22) ein Band an den Arm. „Wir gehören zur FFF-Gruppe Lübeck, insgesamt sind wir 30 Ordner“, sagt Versammlungsleiter Doll. Inzwischen rollt auch der Fahrrad-Corso vom Campus der Hochschulen an.

Elena (31, links) und Giannina (28) Böcker sind der Demo dabei. Sie haben fast jeden globalen Klimastreik mitgemacht. „Es ist ein Muss für uns, für die Zukunft der Kinder“, sagt die 31-Jährige. Quelle: Lutz Roeßler

Während Selina Vogt (19) und Marita Neumann (60) von Greenpeace den Deko-Bären „Eisbärbel“ mit zur Demo bringen, haben Elena (31) und Giannina (28) Böcker ihre Kinder dabei. Die beiden Schwestern fast alle globalen Klimastreiks mitgemacht. „Es ist ein Muss für uns“, sagt die 31-Jährige mit Blick auf Mikko (16 Monate) und Joah (10 Monate), „für die Zukunft der Kinder“.

Thomas Einfalt (60, Meteorologe) von Scientists for Future Lübeck fordert vor rund 600 Demo-Teilnehmern auf dem Klingenberg, dass das „Klimapäckchen der Bundesregierung zu einem echten Paket aufgepeppt“ wird. Quelle: Cosima Künzel

Nachdem Aktivistin Sophia Marie Pott (15) die Menge begrüßt hat, spricht Thomas Einfalt (60, Meteorologe) von Scientists for Future. Vor inzwischen 600 Zuhörern fordert er, dass das „Klimapäckchen der Bundesregierung zu einem echten Paket aufgepeppt“ wird. Kurz bevor es losgeht, ruft Aktivistin Martha Lorenzen (17): „Wir sind immer noch hier, wir sind immer noch laut, und die Klimapolitik der Groko ist immer noch scheiße.“

Der Demozug zieht mit 600 Teilnehmern durch die Lübecker Innenstadt, Sandstraße. Gute Stimmung mit lauter Musik und den Fridays For Future Parolen: „ Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut.“ Quelle: Cosima Künzel

Es ist etwa 13 Uhr als der Protestzug vom Klingenberg startet. Beim Marsch durch Sandstraße, Kohlmarkt, Schüsselbuden, Beckergrube und Breite Straße bis zum Koberg werden es immer mehr Leute.

Die Polizei schätzt zunächst 1000 Teilnehmer. In der Königstraße/Wahmstraße sind es rund 2000 Menschen, die Parolen rufen und kreative Plakate präsentieren.

Der Protestzug kommt vom Koberg und geht die Königstraße entlang. Quelle: Lutz Roeßler

„Advent, Advent, die Erde brennt“ oder „Mit ABSCHALTEN war nicht Euer Gehirn gemeint!“ ist zu lesen. Manfred Behsen (81) ist dreifacher Großvater und hat „Grandpa for Future“ aufgemalt. Er sagt: „Ich mache mir Sorgen um die Zukunft meiner Enkelkinder. Große Sorgen!“

Greenpeace Lübeck hat den den Deko-Bären „Eisbärbel“ mitgebracht. Quelle: Lutz Roeßler

Weiter geht die Route über die Krähenstraße, Rehderbrücke zur Hüxtertorallee. Als der Aufzug gegen 14.30 Uhr den Bereich des Mühlentorplatzes erreicht, lassen sich etwa 70 Personen zu einer Sitzblockade nieder. Es kommt zu Verkehrsbehinderungen.

Gegen 14.30 Uhr hatte der Aufzug den Bereich des Mühlentorplatzes erreicht. Dort ließen sich in der Spitze bis zu 70 Personen zu einer Sitzblockade nieder. Quelle: Holger Kröger

Laut Polizei distanziert sich der Veranstalter von dieser Gruppe, sodass die übrigen Teilnehmer der Demo weiter zum Ort der Abschlusskundgebung am Klingenberg ziehen. Nach dreifacher Aufforderung der Polizei verlassen um 15.20 Uhr die letzten Teilnehmer der Blockade den Mühlentorplatz. Laut Polizei werden sie „nicht mehr als Teil der eigentlichen Demonstration, sondern als unerlaubte Ansammlung eingeordnet“.

Die Demonstranten sind mit kreativen Plakaten unterwegs. Fotos: Cosima Künzel Quelle: Cosima Künzel

Zu weiteren Vorkommnissen kommt es nicht. Auf dem Klingenberg gibt es Abschlussreden von der Greenpeace Gruppe Lübeck, von Fridays for Future Lübeck und Students for Sustainability. Am Ende lautet die Bilanz der Polizei: „Die Veranstaltung verlief ruhig und friedlich.“

Klicken Sie hier, um zahlreiche Eindrücke der Fridays for Future-Demo am 29. November in Lübeck zu sehen.

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