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Lübeck 2800 Schüler demonstrieren für Klimaschutz
Lokales Lübeck 2800 Schüler demonstrieren für Klimaschutz
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19:02 15.03.2019
Mit Plakaten und Bannern marschieren die Schüler und auch Erwachsene die Holstenstraße hinauf. In der Innenstadt werden es immer mehr Teilnehmer. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen
Innenstadt

Mit friedlichem und lautstarkem Protest haben etwa 2800 Schüler in Lübeck für mehr Klimaschutz demonstriert. Fast drei Stunden marschierten die jungen Leute und auch Erwachsene unter dem Motto „Fridays for Future“ durch die Innenstadt.

Anton (9) und Vater Daniel Fischer (42) sind gemeinsam dabei. „Es ist doof, dass so viele Wälder abgeholzt werden. Das muss aufhören“, sagt der Junge. Quelle: Cosima Künzel

Anton (9) und Daniel Fischer (42) gehören zu den ersten Teilnehmern, die sich am Vormittag auf dem Parkplatz an der Musik- und Kongresshalle versammeln. „Es ist einfach doof, dass so viele Wälder abgeholzt werden“, sagt der Junge, „es muss sich endlich was ändern.“ Sein Vater hält ein Schild mit der Aufschrift „Make The World Greta Again“ in den Händen. Er begrüßt die Aktion ausdrücklich und ist mit seinem Sohn extra aus Labenz (Kreis Herzogtum Lauenburg) gekommen.

Danny Leiton (19) von der Lübecker Gruppe Fridays for Future gehört zu den Organisatoren der Demo. Er richtet in seinem Redebeitrag mahnende Worte an die Teilnehmer. „Ein Grad mehr oder weniger mag sich für unsere Haut im Sommer oder Winter nach nichts anfühlen“, ruft er, „aber auf das Klima hat dieses Grad einen extremen Effekt.“ Leiton zählt weltweit „schlimme Hitzewellen“, vertrocknete Flüsse, Hurrikans und mehr auf.

Danny Leiton (19) gehört zu den Organisatoren. Er sagt: „Ein Grad mehr oder weniger mag sich für unsere Haut nach nichts anfühlen, aber auf das Klima hat dieses Grad einen extremen Effekt.“ Quelle: Ulf-Kersten Neelsen

Eine Gruppe von Elf- und Zwölfjährigen steht in der ersten Reihe, hört zu. Auch sie haben Plakate gemalt. „There Is No Planet B“, steht darauf. „Wir haben im Unterricht viel über den Klimawandel und die Folgen gesprochen, das ist erschreckend, deswegen sind wir hier“, sagt eines der Mädchen aus dem sechsten Jahrgang.

So ziehen die 2800 Schüler durch die Lübecker Innenstadt

Als sich die Menge in Bewegung setzt, sind es weit über tausend Teilnehmer. Richtung Innenstadt werden es immer mehr. Vom Straßenrand und aus den Geschäften heraus zeigen Erwachsene den „Daumen hoch“ oder rufen: „Richtig so!“ Unterstützung bekommen sie auch von Mathematiker Thomas Vogt (28) und Wissenschaftler Josef Berghold (66) aus Lübeck. Sie haben am Start eine Stellungnahme von Wissenschaftlern zu den Protesten für mehr Klimaschutz verlesen (#Scientists4Future). Mehr als 23 000 Wissenschaftler haben diese unterzeichnet. „Die Anliegen der jungen Leute sind berechtigt und gut begründet“, sagt Vogt.

Josef Berghold (66, links) und Thomas Vogt (28) verlesen an der MuK die „Stellungnahme von Wissenschaftlern zu den Protesten für mehr Klimaschutz“. Vogt sagt: „Die Anliegen der jungen Leute sind berechtigt und gut begründet.“ Quelle: Cosima Künzel

Während die jungen Leute durch die Königstraße ziehen, skandieren sie: „Leute, lasst das Glotzen sein, reiht euch in die Demo ein.“ Rainer Santelmann (69) ist schon dabei. „Ich habe gestern erfahren, dass ich noch mal Großvater werde“, verrät er, „das motiviert mich einmal mehr hier mitzugehen.“ Inzwischen sprechen die Organisatoren von 2800 Teilnehmern. Laut Polizeisprecher Ulli Fritz Gerlach nehmen „etwa 2000 Schüler, Eltern und Kinder an der friedlichen Demonstration“ teil.

Auch in der Königstraße schauen viele Passanten zu und staunen. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen

Mareile Velke (56) zählt sich zu „Parents for Future“. Der freie, selbstorganisierte, bundesweite Zusammenschluss von Eltern hat einen Brief an alle Schulen in Deutschland verfasst. Sie wollen die Schüler unterstützen, und die Schulen in Ihrem Engagement bestärken. „Gegen Druck, für eine lebenswerte Zukunft. Denn die Schulen sind wichtig“, heißt es. Velke hat zwei Kinder. „Eines meiner Kinder geht hier mit. Das andere hatte Angst vor schulischen Konsequenzen“, sagt sie.

Nach einem längeren Halt vorm Katharineum zu Lübeck geht es am Koberg vorbei und die Beckergrube runter. Vom andauernden Regen lässt sich die Menge nicht beirren. „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut“, hallt es durch die Straßen. Nach fast dreistündigem Protest treten noch Anna-Maria (17), Sophia (14) und Marlene (17) von der Greenpeace Jugend Lübeck ans Mikrofon. Ihre Reden schließen sie ab mit den Rufen: „Unsere Zukunft ist nicht verhandelbar.“

Cosima Künzel

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