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Lübeck #FridaysForFuture – Lübecker Schüler sagen dem Klimawandel den Kampf an
Lokales Lübeck #FridaysForFuture – Lübecker Schüler sagen dem Klimawandel den Kampf an
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15:26 26.01.2019
Tausende Schüler sind am Freitag nach Berlin gereist. Dort demonstrierten sie unter dem Motto „Fridays For Future“ für wirksame Maßnahmen gegen den Klimawandel. Auch Lübecker waren mit dabei.
Tausende Schüler sind am Freitag nach Berlin gereist. Dort demonstrierten sie unter dem Motto „Fridays For Future“ für wirksame Maßnahmen gegen den Klimawandel. Auch Lübecker waren mit dabei. Quelle: Jan Malte Neuhaus
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Berlin/Lübeck

„Wir waren hier! Wir waren laut! Und ich hoffe, dass wir damit etwas bewegen konnten“, sagt Jonathan Aurin (17) von der Thomas-Mann-Schule mit überzeugter Stimme. Zusammen mit Gleichdenkenden ist Aurin aus Lübeck nach Berlin gereist, um dort gemeinsam mit Tausenden Schülern aus ganz Deutschland unter dem Motto „Fridays For Future“ – „Freitage für die Zukunft“ auf die Straße zu gehen und für wirksame Maßnahmen gegen den Klimawandel zu demonstrieren.

Anlass für die Demonstration in der deutschen Hauptstadt war die Tagung der Kohlekommission. Nach mehr als 20 Stunden Verhandlung steht das Ergebnis fest: Bis spätestens Ende 2038 soll der Strom nicht länger aus Kohle gewonnen werden.

Ein Erfolg für die Demonstranten? Nicht wirklich, sagt Jonathan Aurin. „2038 ist einfach viel zu spät. Jedes weitere Jahr, in dem wir jetzt noch Kohle verbrennen, weil der politische Wille, sich gegen die Wirtschaft zu stellen, einfach nicht da ist, wird uns in der Zukunft hart treffen. Wir haben keine Zeit, auf einen angeblichen Konsens zu warten.“

„Für den Klimawandel auf die Straße zu gehen, ist für mich eine Selbstverständlichkeit“

Schüler demonstrieren für den Kohleausstieg und dafür, dass Politiker die Klimakrise ernst nehmen. Und zwar sofort.

Los ging der Protestmarsch am Freitag am Ministerium für Energie und Wirtschaft, anschließend liefen die Demonstranten dann am Kanzleramt vorbei und wieder zurück zum Ministerium. „Peter Altmaier (CDU) hat uns gehört. Sie alle haben uns gehört und gesehen, uns zugejubelt“ sagt auch Thore Schomann (18), der in Lübeck die Emil-Possehl-Schule besucht. Auf die Straße zu gehen und sich für etwas „so wichtiges wie den Klimawandel“ einzusetzen, ist für ihn eine Selbstverständlichkeit.

„Ich kann gar nicht anders. Ich verstehe eher nicht, wie man nicht auf die Straße gehen kann“, sagt er mit Betonung auf dem zweiten „nicht“. Schließlich gehe es um die Zukunft. Um die Zukunft seiner Generation. „Genau deswegen geht es uns Schüler ja auch so sehr an. Die, die Politik machen, sind davon gar nicht mehr so sehr betroffen.“

Greta Thunberg gibt der Protestaktion Gesicht und Stimme

Vorbild und Antrieb der streikenden Schüler ist die 16-jährige Klimaschutzaktivistin Greta Thunberg aus Schweden, die seit bald einem halben Jahr freitags hartnäckig für eine radikale Wende in der Klimapolitik protestiert – und damit erste Erfolge erzielt.

Thunberg gibt der Bewegung ein Gesicht, eine Stimme. Noch dazu eine starke: „Ich will eure Hoffnung nicht. Ich will, dass ihr handelt, als würde euer Haus brennen, denn das tut es. Ich will, dass ihr in Panik geratet, dass ihr die Angst spürt, die ich jeden Tag spüre“, sagte sie jüngst beim Weltwirtschaftsforum in Davos.

Wenngleich die Spitzenpolitiker und Manager das Gefühl der Angst noch nicht übermannt zu haben scheint, so hat die Schwedin doch Tausende Schüler mobilisiert. „Schon man selbst kann so viel bewegen, das wird viel zu oft unterschätzt“, sagt Thore Schomann, der neben den Protestaktionen für eine Wende in der Klimapolitik auch versucht, seinen persönlichen Plastikverbrauch auf ein Minimum zu senken und zudem auf Fleisch verzichtet. „Umso wichtiger also, dass jeder seinen Teil dazu beiträgt.“

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Josephine Andreoli

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