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Lübeck Frühstück am Krähenteich: So reagiert die Lübecker Lokalpolitik
Lokales Lübeck Frühstück am Krähenteich: So reagiert die Lübecker Lokalpolitik
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17:21 19.07.2019
Polizeieinsatz am Drogentreff, hier im Juni. Auch am Sonntag werden Beamte des 1. Reviers beim Frühstück vor Ort sein. Quelle: Holger Kröger
Innenstadt

Er empfiehlt festes Schuhwerk und rät, Haustiere zu Hause zu lassen, denn die tragen keine Schuhe und könnten sich verletzen – an herumliegenden Scherben und Spritzen. Der Initiator des Frühstücks am morgigen Sonntag auf dem Drogentreff Krähenteich möchte aus Sorge um seine Familie nicht namentlich genannt werden. Er bittet darum, Brot oder Brötchen sowie Kaffee, Klappstühle und eventuell auch Tische mitzubringen. Treffpunkt ist um 9.30 Uhr vor dem Kaffeehaus in der Hüxstraße. „Die Resonanz ist hoch, ich habe 50 Leute angeschrieben und gehe davon aus, dass mindestens doppelt so viele Leute zum Frühstück kommen.“

Auslöser Tierquälerei

Immer wieder gibt es Ärger mit Abhängigen und Dealern am Krähenteich, Anwohner beklagen teilweise massive Bedrohungen durch die Nutzer des Platzes und haben sich schon vor geraumer Zeit zu einer Initiative zusammengeschlossen. Auslöser für das Frühstück auf dem Drogentreff war jetzt die mutmaßliche Tierquälerei auf dem Platz durch einen 24-Jährigen, gegen den die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Ausmaß nicht mehr hinnehmbar

„Die Situation hier hat ein Ausmaß angenommen, das nicht mehr hinnehmbar ist“, sagt der Anwohner und Initiator des Frühstücks. Selbstverständlich verweigere man nicht das Gespräch mit den Abhängigen und Dealern, „aber ich glaube, die werden Sonntagvormittag gar nicht da sein.“ Vor allem gehe es bei der Aktion darum, Stärke zu zeigen und sich den Platz „zurückzuholen“.

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Ein Zeichen setzen

Unterstützung bekommen die Anwohner von mehreren Seiten. „Wir nehmen teil und kommen mit Fisch“, sagt BfL-Chef Lothar Möller. Er habe 33 Leute angeschrieben, vermutlich elf kämen zum Frühstück. „Es geht darum, ein Zeichen zu setzen, dass es so nicht weitergehen kann. Für die Anwohner ist es immer schlimmer geworden – die wollen wir nun unterstützen.“ Klar sagt Möller, was die BfL will: „Die Auflösung des Drogentreffs.“

Hoffnung auf Respekt gegenüber Süchtigen

Ingo Schaffenberg (SPD), Vorsitzender des Sozialausschusses, kann selbst nicht an dem Frühstück teilnehmen, „weil ich vorher Nachtdienst habe und Sonntagmorgen schlafen werde.“ Er könne sich jedoch vorstellen, dass einige Mitglieder des Sozialausschusses dabei seien. Generell sei er in der Thematik zwiegespalten. „Ich verstehe die Emotionen der Leute und kann komplett nachvollziehen, dass die Anwohner einen dicken Hals haben.“ Allerdings könne er nur hoffen, dass die Teilnehmer des Frühstücks „den Süchtigen mit Respekt begegnen“.

Instrumentalisierung befürchtet

Bruno Hönel, Fraktionschef der Grünen, hatte vor einigen Wochen gefordert, Verwaltung und Polizei müssten in Sachen Drogentreff endlich handeln. Er finde es „grundsätzlich super, dass es die Bürgerinitiative gibt und gut, dass sie einen Spendenaufruf gestartet hat“. Auch könne er das Anliegen der Anwohner gut verstehen.

Bezüglich des Frühstücks treibt ihn jedoch eine Sorge um: „Es wäre schade, wenn das Anliegen der Bürgerinitiative von Hetzern und Rechten für ihre Zwecke instrumentalisiert würde.“ Dabei ist Hönel nicht, „ich habe mit Silke Mählenhoff parallel einen anderen Termin.“ Allerdings seien Fraktionschefin Michelle Akyurt und Tim Reclam vor Ort.

Hoffnung auf Kommunikation

Und Innensenator Ludger Hinsen (CDU)? Er hat andere Frühstückspläne, „zudem nehme ich generell nicht an solchen ,Demonstrationen’ teil“, sagt er. Die Aktion habe er nicht zu bewerten, schließlich sei der Krähenteich öffentlicher Raum. Den Anwohnern stimmt er in soweit zu, als es keine rechtsfreien Räume geben dürfe. Seine Hoffnung für das Frühstück: „Dass sich kommunikativ etwas tut zwischen den verschiedenen Gruppen.“

Polizeibeamte des 1. Reviers sind am Sonntag übrigens auch vor Ort, um die Veranstaltung im Auge zu haben und abzusichern.

Sabine Risch

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