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Lübeck Gefährliche Dämpfe in Schule – sieben Personen verletzt
Lokales Lübeck Gefährliche Dämpfe in Schule – sieben Personen verletzt
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19:26 20.03.2019
Die Stadtschule musste am Mittwoch evakuiert werden. Quelle: Holger Kröger
Travemünde

Mitten im Unterricht ging es los: Am Mittwoch gegen 12.15 Uhr erreichte ein Notruf Feuerwehr und Polizei. In der Stadtschule Travemünde soll der Schulhausmeister über Atemwegsbeschwerden und Kreislaufprobleme klagen. Er soll zuvor in einem Kellerraum die Dämpfe einer Chemikalie eingeatmet haben.

Dann ging alles ganz schnell. Im Minutentakt heulten Martinshörner durch die Straßen, die Torstraße zwischen dem Schulgebäude und der Kirche St. Lorenz wurde abgesperrt, und die ersten Rettungskräfte trafen ein. Sofort organisierten Lehrer, andere Mitarbeiter und Schulbetreuer die Evakuierung der rund 200 Schüler.

Die Stadtschule in Travemünde musste am Mittwoch geräumt werden. Dort war eine gefährliche Flüssigkeit ausgelaufen.

„Wir haben die Mädchen und Jungen erst einmal auf den Schulhof und anschließend in die Turnhalle gebracht“, sagte Lehrerin Bettina Schroeter den LN. Gegen 11.45 Uhr sei ein beißender Geruch aus dem Keller nach oben gezogen. „Wir konnten uns das erst nicht erklären“, so die Pädagogin. Glücklicherweise habe beim Durchzählen der Schüler niemand gefehlt. Einige hätten jedoch über Husten und Atemnot geklagt.

Schule in Travemünde: Sieben Rettungswagen und zwei Notärzte

Die Feuerwehr Lübeck war mit etwa 50 Kräften, darunter der Gefahrguttrupp der Feuerwache 3, im Einsatz. Auf der Torstraße wurde ein Zelt für Material aufgestellt, die Polizei sicherte die Zuwege ab und sperrte das Schulgebäude und das Gelände. Sieben Rettungswagen und zwei Notärzte fuhren vor. Vorsorglich wurden Behälter und eine Wanne zum Auffangen von Flüssigkeit aufgebaut. Unter schwerem Atemschutz machten sich die Retter auf den Weg in den Keller, brachten kontaminiertes Mobiliar ins Freie, nahmen die Flüssigkeit auf und deponierten diese in einer Sicherheitswanne.

Zeitgleich versorgten Sanitäter und Ärzte in der Turnhalle und in den Rettungswagen die Verletzten: ein neunjähriges Kind und sechs Erwachsene, darunter nach LN-Informationen auch Schulleiter Michael Cordes. Die Erwachsenen wurden mit Verdacht auf Atemwegsreizung in Krankenhäuser gebracht. Über eine Telefonkette wurden die Eltern informiert, was sich anfangs schwierig gestaltete, weil sich die Kontaktdaten im Schulsekretariat befanden und das Gebäude nicht betreten werden durfte.

Schüler weinen, Mütter kommen zur Turnhalle

Rebecca Santos-Costa war eine der ersten Mütter, die an der Turnhalle eintraf. „Ich stand um 12.30 Uhr an der Schule und wollte meinen Sohn Cristiano abholen, früher als sonst, weil es eine Überraschung werden sollte“, erzählte die Scharbeutzerin. Als sie die Einsatzkräfte bemerkte, sei sie erst einmal beunruhigt gewesen. Glücklicherweise gehe es ihrem Sohn gut.

Der Achtjährige, der die dritte Klasse besucht, hatte den Alarm während des Unterrichts im Kunstraum gehört. „Ich habe schnell noch meine Jacke aus dem Spind geholt und bin dann mit den anderen Schülern nach draußen gerannt“, erzählte Cristiano, noch ein bisschen blass um die Nase. Bei anderen Schülern dagegen kam der Schock etwas später. Einige weinten, weil sie ihre Schultaschen aus den Klassenräumen nicht mitnehmen durften. Zur Ablenkung sang Musiklehrer André Hanszke mit den Kindern in der Turnhalle einige Lieder.

Beißender Geruch: Kein Schulbetrieb am Donnerstag

Laut Polizeisprecher Ulli Fritz Gerlach gab es am frühen Nachmittag noch einige Probleme, weil die Feuerwehr Schwierigkeiten hatte, den beißenden Geruch schnell aus den Fluren und Räumen zu bekommen. Nach einer umfangreichen Belüftung des Gebäudes ergaben Luftmessungen in den Räumlichkeiten keine auffälligen Ergebnisse. Aufgrund von Spezialreinigungsarbeiten kann am Donnerstag trotzdem kein Schulbetrieb stattfinden, erklärte die Stadt am Nachmittag. Der Unterricht für alle Schüler fällt damit aus.

Auch zu den Chemikalien äußerste sich die Stadt: „Ursächlich sind zwei pulverförmige Produkte, nämlich ein Rohrreiniger und ein Rohrreiniger mit Desinfektionsmittel (Produktname ,Gebosin’). Die Böden der Gebinde haben sich aufgelöst, und in Verbindung mit einem Feuchteangebot auf dem Boden haben die Stoffe so reagiert, dass schädliche Dämpfe entstanden“, heißt es in der Mitteilung. Bei dem ausgetretenen Gas handelt es sich laut Stadt um Natriumhydroxid. Bevor weitere Raumluftmessungen möglich seien, müsse das ausgetretene Gas mit Spezialgeräten abgesaugt werden. Dies soll am Donnerstag passieren. „Sowohl Rohrreiniger als auch Desinfektionsmittel werden vom Gebäudemanagement der Hansestadt Lübeck weder bestellt noch gebraucht. Es handelt sich um nicht entsorgte, Jahre alte Restbestände“, teilte die Stadt außerdem mit.

Der Ermittlungsdienst Umwelt des Polizei-Autobahn- und Bezirksreviers Scharbeutz prüft jetzt, ob eine Straftat vorliegen könnte.

Thomas Krohn

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