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Lübeck Ausbildung, wo andere Urlaub machen
Lokales Lübeck Ausbildung, wo andere Urlaub machen
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16:06 01.04.2019
Berufsbildungsstätten-Leiter Thomas Baehr (dritter von links) führte die Besucher durch die Ausbildungswerkstätten. Quelle: Thomas Krohn
Travemünde

Die Lage fast direkt an der Ostsee ist etwas Besonderes. „Sich aus- und fortbilden, wo andere Urlaub machen“ - mit diesem Slogan wirbt die Handwerkskammer Lübeck für die Berufsbildungsstätte Travemünde (BBT). Die Gemeinschaft der Priwallbewohner war auf einer Besichtigungstour in der Einrichtung an der Wiekstraße. „Wir haben viele neue Mitglieder, die die Bildungseinrichtung kennenlernen wollen“, sagte Vorsitzender Eckhard Erdmann. BBT-Leiter Thomas Baehr und Werner Feyerabend, stellvertretender Leiter der angeschlossenen Berufsschule, führten die etwa 30 Besucher durch die Werkstätten. Dabei erhielten die Gäste einen umfassenden Einblick in das vielfältige Angebot der BBT.

Modernste Technik: In der Kfz-Werkstatt informierten sich die Besucher unter anderem über die Ausbildung an Elektromotoren. Quelle: Thomas Krohn

Mehr als 80 Lehrgänge in Berufen wie Augenoptiker, Bäcker, Bootsbauer, Fahrzeuglackierer, Feinwerkmechaniker, Fleischer, Glaser, Schuhmacher und Metallbauer finden in der BBT statt. Zu den Angeboten gehören neben der Ergänzung zur betrieblichen Ausbildung für Lehrlinge Weiterbildungen, Meisterlehrgänge und berufsvorbereitende Maßnahmen. In 36 Werkstätten können Auszubildende und andere Bildungssuchende etwa an hochwertigen Fahrzeugen, Bootshalbmodellen oder mit modernen Schweißmaschinen technische Innovationen kennenlernen und beruflich wichtige Fertigkeiten erwerben. Auswärtige Teilnehmer übernachten im Gästehaus in komfortablen Einzel- und Doppelzimmern. „Wir beherbergen zurzeit etwa 430 Gäste und sind damit besser gebucht als so manches Hotel“, sagte BBT-Leiter Baehr.

„Die besondere Lage des Priwalls ist Fluch und Segen zugleich.“ Thomas Baehr, Leiter Berufsbildungsstätte. Quelle: Thomas Krohn

Bei der Führung durch die Werkstätten erfuhren die Besucher, dass es lediglich drei Schulen für Bootsbauer in ganz Deutschland gibt - eine davon auf dem Priwall, diese mit Werkstätten von insgesamt 2000 Quadratmetern Fläche. „In drei Ausbildungsjahren haben wir 350 angehende Bootsbauer bei uns, mit Teilnehmern aus dem gesamten Bundesgebiet“, sagte Baehr. Und was passiert mit den Booten, die auf dem Priwall entstehen? „Wir bauen die Schiffe ja nur teilweise, ohne Mechanik und Einrichtung“, erläuterte Boots- und Schiffbaumeister Thees Brunken. Die nicht fertigen Teile würden mitunter von Auszubildenden privat übernommen.

Von der handwerklichen Fähigkeit angehender Konditorgesellen durften sich die Teilnehmer des Rundgangs bei einem Besuch in der Bäckerwerkstatt überzeugen: Bäckermeisterin und Ausbilderin Birgit Wohnsdorf offerierte ein Tablett mit frisch gebackenem Kuchen. Da griffen so manche Besucher gern zu. Beim abschließenden Zusammentreffen in der Mensa erklärte Bewohnergemeinschafts-Vorsitzender Eckhard Erdmann, dass sich das Verhältnis zwischen den Schülern und den Anliegern mittlerweile entspannt habe. „Es war nicht immer stressfrei“, so Erdmann vor dem Hintergrund, dass es häufig Störungen durch die Lehrgangsteilnehmer gegeben habe.

Die Berufsbildungsstätte auf dem Priwall. Die Handwerkskammer Lübeck plant einen neuen Ausbildungs-Campus. Der derzeitige Standort soll aufgegeben werden. Quelle: Thomas Krohn

„Die besondere Lage des Priwalls ist Fluch und Segen zugleich“, betonte BBT-Leiter Baehr. Zum einen gebe es die aufwendige Zufahrt über die Fähre, andererseits würden viele sagen: „Das hier ist ja wie Urlaub, mit der Ostsee vor der Tür“. Da passte er wieder, der Slogan der Berufsbildungsstätte. In Sachen Umzug der BBT vor dem Hintergrund, dass die Handwerkskammer für 95 Millionen Euro an anderer Stelle einen neuen Ausbildungs-Campus plant (LN berichteten), sagte Baehr: „Wir gehen davon aus, dass wir in etwa zehn Jahren den Priwall verlassen.“

Thomas Krohn

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