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Lübeck Gestapozellen im Lübecker Zeughaus sollen Gedenkort werden
Lokales Lübeck Gestapozellen im Lübecker Zeughaus sollen Gedenkort werden
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14:49 30.08.2019
Die Verhörzellen der Gestapo im Keller des Zeughauses sollen ein Gedenkort werden. Das fordern Initiativen schon länger, jetzt schließt sich der Kulturausschuss der Bürgerschaft dieser Forderung an. Quelle: Lutz Roeßler
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Direkt neben dem Dom, im Keller des Zeughauses, wurden in der NS-Zeit politische Gefangene festgehalten, geschlagen, zum Tode verurteilt. Das Gestapo-Gefängnis war ein dunkler Ort. „Kaum einer weiß, was dort passiert ist“, sagt Ilhan Isözen vom Haus der Kulturen. Das Haus der Kulturen, die Organisatoren des Christopher-Street-Days (CSD) und die Initiative Stolpersteine drängen darauf, dass die Gestapozellen öffentlich zugänglich und ein Gedenkort der Hansestadt werden.

Die Bauverwaltung muss die Gestapozellen im Keller des Zeughauses verkehrssicher machen. Quelle: Lutz Roeßler

„Wir wollen diese Zellen in den Fokus der Öffentlichkeit bringen“, sagte Heidemarie Kugler-Weiemann im Kulturausschuss der Bürgerschaft. Schon vor knapp zwei Jahren habe sie die Senatorinnen Joanna Hagen und Kathrin Weiher (beide parteilos) gefragt, was geschehen müsse, um diesen Gedenkort zu schaffen. „Darauf habe ich bis heute keine Antwort erhalten“, erklärte Kugler-Weiemann von der Initiative Stolpersteine im Ausschuss.

Weiher: Bauverwaltung kommt nicht zu Potte

Weiher erklärte, dass die Gestapozellen verkehrssicher sein müssten, wenn sie öffentlich zugänglich gemacht werden. „Ich habe mehrfach bei der Bauverwaltung nachgefragt“, sagte Weiher, „die kommen nicht zu Potte.“

Vor dem ehemaligen Gestapo-Gefängnis (v. hinten nach vorne) stellten Dr. Bettina Greiner und Alica Kau (Willy-Brandt-Haus), Christian Radler (Initiative Stolpersteine für Lübeck), Ilhan Isözen (Haus der Kulturen), Heidemarie Kugler-Weiemann, Annett Schroeder und Dr. Wolfgang Muth (Initiative Stolpersteine) das Jahresprogramm 2019 vor. Quelle: Friederike Grabitz

Bislang können die Zellen vereinzelt im Rahmen von Führungen besichtigt werden. Das ist dem Kulturausschuss zu wenig. Die Politiker fordern jetzt den großen Wurf. Weiher soll ein Konzept ausarbeiten, damit die Gestapozellen nicht nur besichtigt werden können, sondern damit sie auch gleich in die „Wege von Verfolgung und Widerstand“ aufgenommen werden können. SPD-Kulturpolitiker Peter Petereit: „Viele Lübecker wissen gar nicht, wie viele Gedenkorte wir schon haben.“

FDP will Gedenkort im Gründerviertel

Zu der künftigen Erinnerungslandschaft gehören auch das Gefängnis und der Gerichtssaal des Burgklosters, die Märtyrer-Gedenkstätten, das ehemalige Gewerkschaftshaus oder die Synagoge. FDP-Kulturpolitiker Ulf Hansen: „Auch die ehemalige Heilanstalt Stecknitz muss in diesen Weg aufgenommen werden.“ Die FDP will auch einen Gedenkort im Gründerviertel für die Bombenangriffe der Alliierten zu Palmarum. Der Kulturausschuss hat das Gesamtpaket einstimmig verabschiedet.

Von Kai Dordowsky

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