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Lübeck Bauen oder nicht bauen? GroKo und Stadt streiten um neue Baugebiete in Lübeck
Lokales Lübeck Bauen oder nicht bauen? GroKo und Stadt streiten um neue Baugebiete in Lübeck
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16:15 06.11.2019
Lübecks braucht mehr Baugebiete: Darüber sind sich Stadt und Politik einig. Streit gibt es darüber, wo sie entstehen sollen – mitten in der Stadt oder am Stadtrand? Quelle: Timon Ruge
Lübeck

Bauen oder nicht bauen? Das ist hier die Frage. Für die Große Koalition ist klar: bauen. Die Stadt hingegen sagt: Nicht bauen – zumindest nicht sofort. Gestritten wird um drei neue Baugebiete: das Sellschopp-Areal in Buntekuh, den Howingsbrook in Travemünde und ein Gelände in Wulfsdorf.

SPD und CDU wollen mehr Baugebiete am Stadtrand

Alle drei Projekte stehen ganz hinten auf der Prioritätenliste der Bauverwaltung. Sie will, dass vor allem Grundstücke mitten in der Stadt zu Bauland werden. Die drei Bauprojekte indes liegen eher am Stadtrand. Dennoch: Die Große Koalition will aber, dass sie weiter nach vorne rücken auf der Prioritätenliste. Dabei ist die Motivation von SPD und CDU unterschiedlich.

Das sagen die Politiker.

Die SPD will günstige Wohnungen und angesichts des Klimaschutzes viel Grün in der Stadt erhalten. „Es muss auch lebenswertes Wohnen sein“, sagt Ulrich Pluschkell (SPD). „Wir wollen die Menschen auch vor den Folgen des Kllimawandels ein Stück weit schützen.“ Daher kann sie sich auch neue Baugebiete am Stadtrand vorstellen. Die CDU will vor allem den Bau von Einfamilienhäusern fördern, damit die Lübecker nicht wieder in die Nachbargemeinden ziehen. Und dafür ist meistens nur Platz am Rande der Stadt. CDU-Fraktionschef Oliver Prieur: „Wir wollen nicht langsam bauen, sondern wir wollen schnell bauen.“

Kritik von der GAL

Vehemente Kritik kommt von der GAL. „Ich bin gegen den Flächenfraß“, macht Baupolitiker Carl Howe klar. Wer Klimaschutz ernst nehme, dürfe nicht große Flächen am Stadtrand versiegeln. Er befürwortet die Haltung der Bauverwaltung. Sie will Flächen mitten in der Hansestadt zu Bauland machen, statt Areal am Stadtrand.

Sellschopp-Areal: Wettbewerb oder Gestaltungsbeirat?

Projekt eins: Das Sellschopp-Areal misst 6600 Quadratmeter. Dort sollen 250 Wohnungen gebaut werden, davon 75 Sozialwohnungen. Und eine Kita ist geplant. „Wir wollen, dass das Viertel ein Gesicht bekommt“, sagt Chef-Stadtplaner Karsten Schröder. Daher drängt er auf einen Wettbewerb oder einen Workshop mit mehreren Architektenbüros. Das aber will der Architekt Thomas Haake nicht. „Wir würden in den Gestaltungsbeirat gehen“, schlägt er vor. Denn sein Büro hat bereits einen Entwurf gefertigt. Es gibt einen Investor, der das Sellschopp-Areal kaufen würde von den drei Eigentümern kaufen würde. Allerdings nur, wenn es einen Bebauungsplan gibt. Der ist aber schwierig, weil im Boden des Grundstücks etliche Altlasten sind. In zehn Tagen entscheidet der Bauausschuss, wie es mit dem Sellschopp-Areal weitergeht.

Mai 2017: Das Sellschopp-Haus wird abgerissen. Ungenutzt ist die Fläche allerdings schon seit 2006. Quelle: Holger Kröger

Baugebiet Howingsbrook: Stadt hat das Projekt beerdigt

Projekt zwei: Auf dem knapp zehn Hektar große Areal Howingsbrook will ein Projektentwickler 60 Millionen Euro investieren. Geplant sind 82 Einfamilienhäuser – auf jeweils etwa 600 Quadratmetern. Zudem sind sechs Gebäude mit 66 Sozialwohnungen geplant. Die erste Stufe des dreistufigen Bebauungsplanverfahrens haben die Baupolitiker bereits beschlossen. Das war vor anderthalb Jahren. Die Verwaltung hat das Projekt im September beerdigt – hinter verschlossenen Türen. Denn das Baugebiet liegt am Rande Travemündes – im sogenannten Außenbereich. Die Politiker sind stinksauer und werfen der Stadtplanung vor, selbst Politik zu machen.

Ein neues Baugebiet am Rande Travemündes: Zwischen Howingsbrook, Steenkamp und Rödsal soll das neue Baugebiet entstehen. So wollen es die Projektentwickler. Quelle: Grundstücksgesellschaft Howingsbrook

Wulfsdorf: Jetzt darf gebaut werden

Projekt drei: Wulfsdorf. Startschuss für ein neues Baugebiet. Jetzt wird die erste Stufe des B-Planverfahrens eingeleitet. Das hat die Große Koalition im Bauausschuss beschlossen. Geplant sind am Ortsrand 22 Einfamilienhäuser. Die Verwaltung lehnt das neue Baugebiet indes ab. Aber: Es gibt einen kleinen Kniff: Es geht dabei um einen Express-Bebauungsplan. Heißt: Das Areal darf nicht größer als 10 000 Quadratmeter sein, muss außerhalb der Stadt liegen, aber direkt daran angrenzen. Wenn bis Ende 2019 die erste Stufe des Bebauungsplans beschlossen wird und es bis Ende 2020 Baurecht gibt – dann gilt das Express-Verfahren. So steht es im Baugesetzbuch. Darunter fällt Wulfsdorf. Und: Es gibt noch ein weiteres Grundstück, das so entwickelt werden könnte: Es liegt am Steinrader Damm neben dem Campingplatz.

Von Josephine von Zastrow

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