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Lübeck Glatteis in Lübeck: Viele Unfälle, etliche Verletzte
Lokales Lübeck Glatteis in Lübeck: Viele Unfälle, etliche Verletzte
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18:43 13.02.2020
An der Kronsforder Allee/Ecke Friedrichstraße waren Feuerwehr und ein Notarzt vor Ort. Ein Fahrradfahrer war schwer gestürzt. Quelle: Holger Kröger
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Lübeck

Nässe und Glatteis haben am Donnerstagmorgen für ordentlich Rutschgefahr gesorgt – viele Lübecker kamen auf den Straßen ins Schlittern. So hatten die Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr und Notdienst alle Hände voll zu tun.

Viele Einsätze für die Feuerwehr

Robert Werkmeister von der Lübecker Feuerwehr berichtete: „Seit sechs Uhr morgens klingelt bei uns das Telefon, weil die Leute gestürzt sind.“ Insbesondere Fahrradfahrer seien vielfach betroffen. „Es wurden auch einige ins Krankenhaus gebracht“, so Werkmeister. Die Lübecker Polizei zählte über den Tag insgesamt elf Glätteunfälle mit Radfahrern. Alle bis auf einen Verunglückten wurden mit dem Rettungswagen eingeliefert. Polizeisprecher Dierk Dürbrook ergänzte: „Auch am Berliner Platz sind diverse Fahrradfahrer gestürzt.“

Stresstest für Notaufnahmen

Wer mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht wurde, landete in der Notaufnahme. Bei so vielen Unfällen wie am Donnerstagmorgen habe das Klinikpersonal alle Hände voll zu tun, berichtete Oliver Grieve, Sprecher des Universitätsklinikums Schleswig-Holsteins (UKSH). „Das Wetter ist auch für die Notaufnahmen am Campus Lübeck ein Stresstest.“ So mussten insgesamt 25 Patienten versorgt werden, die sich bei einem Glätteunfall verletzt hatten. „Leider gab es zur Eisglätte keine Vorhersage.“

In der Sana-Klinik war die Lage etwas entspannter. Dort wurden vier Verletzte eingeliefert, zwei kamen eigenständig in die Notaufnahme. Laut Kliniksprecherin Birte Gruhle seien die Fachkräfte gewappnet gewesen.

Nässe und Glatteis sorgten am Donnerstagmorgen für Chaos auf den Straßen. Viele Radfahrer stürzten, einige mussten ins Krankenhaus gebracht werden.

Entsorgungsbetriebe waren seit 4 Uhr im Einsatz

Gut vorbereitet auf die Glätte waren auch die Entsorgungsbetriebe Lübeck (EBL). Sprecherin Cornelia Tews sagt: „Wir haben ab 2 Uhr Kontrollfahrten gemacht.“ Ab 4 Uhr habe man begonnen, Brücken, Steigungen und Gefälle zu bestreuen – also die Orte, an denen am schnellsten Glätte auftritt. „Ab 6.20 Uhr waren wir dann im Volleinsatz“, so Tews. Glatteis trete in Lübeck meist punktuell auf und sei für Verkehrsteilnehmer daher oft schwer einzusehen – deshalb könnten auch nicht alle Unfälle verhindert werden. Man müsse sich auf den Straßen aufmerksam bewegen und Rücksicht aufeinander nehmen. „Es ist Winter, darauf müssen sich alle einstellen.“ Falls künftig doch noch ein Wintereinbruch bevorsteht, sind die EBL laut Tews bestens gerüstet: „Streusalz haben wir definitiv genug.“

Meteorologe warnt vor erneuter Glätte

Polizeisprecher Dürbrook teilte mit, dass der letzte Glätteunfall am Donnerstag um 9.17 Uhr gemeldet wurde. „Danach schien sich die Lage beruhigt zu haben.“ Für den nächsten Glatteis-Tag rät er, den Drahtesel an gefährlichen Stellen lieber zu schieben, schließlich sei man als Radfahrer weitestgehend ungeschützt. „Wir von der Polizei empfehlen, lieber einmal mehr abzusteigen, als ein Risiko einzugehen.“

Vorsicht ist auch noch in der Nacht auf Freitag und am Morgen geboten, warnt Meteorologe Felix Herz vom Deutschen Wetterdient in Hamburg. „In der Nacht ist Schneeregen möglich, deshalb kann es auch da noch einmal glatt werden.“ Entwarnung könne der Wetterdienst erst fürs Wochenende geben: „Dann werden die Temperaturen wieder deutlich milder.“

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